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Mit 3000 Fans in Hexenkessel von Sevilla

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Glasner © Red

Frankfurt (pep). Europapokal - ein Wort elektrisiert den Frankfurter Fußball. Wenn die Eintracht am Mittwochabend (18.45 Uhr) bei Real Betis Sevilla zum Achtelfinal-Hinspiel antritt, könnte sich das anfühlen wie in den guten alten Fußballzeiten, die noch gar nicht so lange her, aber gefühlt schon in Vergessenheit geraten sind.

60 000 Zuschauer fasst das Stadion »Benito Villamarin« in der andalusischen Metropole. Ganz ausverkauft aber wird die tolle, alte Arena nicht sein, die der ehemalige Nationalspieler und frühere Sevilla-Profi Heiko Westermann mit dem römischen »Colloseum« vergleicht. Am Sonntag beim 1:3 gegen Atletico Madrid hatten 44 383 Fans ihre Mannschaft leidenschaftlich unterstützt. Eine ähnliche Zuschauerzahl wird am Mittwoch erwartet. Darunter gut 3000 Frankfurter Fans.

Die »Ultras« beenden ihren inzwischen fast zwei Jahre dauernden »Corona-Boykott«, unter anderem, weil es in Spanien keine Corona-Beschränkungen mehr gibt. Vor allem mit Flugzeugen, drei Stück von der Eintracht und der Fan- und Förder-Abteilung gechartert, aber auch vor allem mit Privatinitiativen hat die große Reisewelle schon am Montag begonnen. Über Madrid, Barcelona, Mallorca oder auch Portugal sind die Fans unterwegs. Sevilla, 20 Grad und Sonnenschein, dazu die Europa-League - das ist eine Mischung, der die Eintracht-Fans nicht widerstehen können.

Auch die Mannschaft, die am Dienstagmorgen das Abschlusstraining noch in Frankfurt bestreitet und erst am Mittag nach Sevilla fliegt, hat längst die Vorfreude ergriffen. »Wir sind glücklich, dass wir in Sevilla unsere Fans wieder hinter uns haben«, sagt Filip Kostic, »die nächsten Wochen werden schwierig, aber wir sind bereit. Wir packen das.« Auch Trainer Oliver Glasner freut sich »unglaublich«, wohl wissend wie schwer die Aufgabe werden wird.

Betis ist zwar nach zwei Niederlagen in den Spitzenspielen gegen den Lokalrivalen FC Sevilla und jetzt gegen Atletico auf Platz fünf zurückgefallen, liegt aber weiter gut im Rennen beim Kampf um die Champions-League-Plätze. Zudem haben sich die Grün-Weißen für das Pokalfinale gegen den FC Valencia qualifiziert. »Wir müssen eine große Schippe drauflegen, um uns eine gute Ausgangsposition fürs Rückspiel zu schaffen«, sagt Glasner im Rückblick auf den 4:1-Auswärtssieg in Berlin und im Ausblick auf Sevilla. Soll heißen: Betis ist nicht vergleichbar mit der Hertha, hat viel mehr Qualität.

Rechtzeitig zur »Crunchtime«, wie Glasner die kommenden Wochen in Liga und Europacup bezeichnet hat, kann er personell (fast) aus den Vollen schöpfen. Alleine Ersatztorwart Diant Ramaj nach einer Knie-OP und Ragnar Ache, der sich im Aufbautraining befindet, stehen nicht zur Verfügung. Danny da Costa und Sebastian Rode haben nach überstandenen Verletzungen am Montag wieder mit der Mannschaft trainiert, auch Christopher Lenz ist nach seiner Ligasperre wieder dabei. Der Frankfurter Trainer hat also viel Auswahl. Mit Erik Durm und Stefan Ilsanker wurden gegenüber den Gruppenspielen zwei Spieler nicht für die K.o.-Spiele nominiert, dafür sind Neuzugang Ansgar Knauff und Ragnar Ache auf die Liste gerutscht.

Gravierende Veränderungen wird es in der Anfangself wohl eher nicht geben, ist Glasner doch nicht unbedingt ein Freund der großen »Rotation«. Freilich: Mit Rode und Makoto Hasebe stehen zwei Routiniers für die Defensive zur Verfügung, die im zu erwartenden Hexenkessel von Sevilla der Mannschaft durchaus Halt geben könnten.

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