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Mit breiter Brust gen Norden

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Von: Nico Hartung

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Ab nach Lübeck: Johannes Klein und die Zweitliga-Handballer des TV Hüttenberg müssen heute im hohen Norden antreten. © Röcey

Hüttenberg. Über 500 Kilometer werden die Zweitliga-Handballer des TV Hüttenberg an diesem Freitag zurücklegen müssen, um ihr Auswärtsspiel beim VfL Lübeck-Schwartau zu bestreiten. Und dann, nach einer knapp sechs Stunden langen Busfahrt, wartet auf die Blau-Weiß-Roten nach Einschätzung von deren Trainer Johannes Wohlrab auch noch eine »brutal schwere Aufgabe.

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VfL Lübeck-Schwartau - TV Hüttenberg Freitag (19.30 Uhr)

Denn in der Lübecker Hansehalle bekommen es die Wohlrab-Schützlinge mit einem Team zu tun, das seit dem Beginn der Rückrunde Ende Januar auf eine echte Erfolgsserie zurückblicken können. Weil die Schleswig-Holsteiner nach der ersten Saisonhälfte noch auf Platz 15 überwintert hatten, sah sich der Vorstand um Ex-VfL-Spielmacher Daniel Pankofer gezwungen, personaltechnisch zu reagieren. Piotr Przybecki, als Spieler von 1995 bis 1997 in Hüttenberg aktiv, wurde von seinen Aufgaben als Cheftrainer entbunden und durch Michael Roth ersetzt.

Und der neue Besen scheint wahrlich gut zu kehren: Von elf Rückrundenbegegnungen gewann Lübeck sieben, längst ist man mit einem ausgeglichenen Punkteverhältnis von 29:29 auf Tabellenplatz zehn geklettert. »Wenn wir jetzt auch noch gegen Hüttenberg gewinnen, dann haben wir uns aus dem Abstiegskampf verabschiedet«, ist sich Roth sicher.

Der 60-Jährige, der unter anderen bereits die Nationalmannschaft des Bahrain, die Füchse Berlin und von Sommer 2009 bis Oktober 2010 die HSG Wetzlar trainierte, lässt sein Team in einer defensiven 6:0-Deckung agieren und fordert von den Seinen vor allem »viel Tempo nach vorne. Hüttenberg ist ein sehr unangenehm zu spielender Gegner, aber sie sind zuhause deutlich stärker als auswärts. Das sollte uns trotz ihres fünften Tabellenplatzes Mut machen.«

In der Tat liegt der letzte Hüttenberger Erfolg in fremder Halle bereits über zwei Monate zurück: Anfang Februar gab es einen 28:27-Sieg bei Schlusslicht EHV Aue zu bejubeln, die drei anschließenden Auswärtspartien gegen Elbflorenz (29:29), Rimpar (29:32) und Eisenach (29:36) konnten nicht mehr gewonnen werden.

Und doch reist das »Original aus Mittelhessen« mit breiter Brust gen Norden: Der dramatische 27:26-Heimerfolg gegen die formstarke SG BBM Bietigheim hat den Hüttenbergern merklich gut getan.

»Wir haben es gegen Bietigheim geschafft, den Schalter umzulegen und haben in puncto Leidenschaft und Kampf wirklich eine klasse Leistung abgerufen«, so Wohlrab, der nun gerne hätte, dass die Seinen »in Lübeck daran anknüpfen«. Bester Werfer bei den Hausherren ist Niels Gerardus Versteijnen, der es von halbrechts auf bislang 147 Saisontore bringt. Um genau drei Treffer besser ist aktuell TVH-Kapitän Dominik Mappes, der jedoch aufgrund von Verletzungen acht Mal weniger auf der Platte stand als Versteijnen. »Mappes ist der klare Dreh- und Angelpunkt im Hüttenberger Spiel, ihn werden wir in den Griff bekommen müssen«, weiß Roth.

Mappes muss, genauso wie seine Mitstreiter, auch in Lübeck ohne Hendrik Schreiber auskommen. Der Halblinke, der bislang eine bärenstarke Saison spielt und sich zum absoluten Führungsspieler gemausert hat, fällt aufgrund einer Knieprellung, die er sich vor zwei Wochen beim Heimspiel gegen den VfL Gummersbach zugezogen hat, weiterhin aus. »Es ist zum Glück nichts kaputt, aber mein Knie macht noch etwas Probleme. Ich hoffe, dass ich bald wieder einsteigen kann«, erklärte Schreiber am Samstagabend am Rande der Bietigheim-Partie.

Neben dem 23-Jährigen muss Wohlrab weiterhin auf Kreisläufer Vit Reichl verzichten, der mit einer Herzmuskelentzündung wohl für den Rest der Spielzeit außer Gefecht gesetzt ist.

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