1. Startseite
  2. Sport
  3. Lokalsport

Mit der Axt ins Derby

Erstellt:

Von: Nico Hartung

gispor_1312_heut_141222_4c
Fahren mit Vorfreude nach Großwallstadt: Trainer Johannes Wohlrab und der TV Hüttenberg. Foto: Bär © Bär

Hüttenberg. 15 Spiele, 15:15 Punkte, 430:430 Tore, sieben Siege und sieben Niederlagen. Viel ausgeglichener kann sich die Bilanz eines Handball-Teams Mitte Dezember wohl kaum lesen.

Es sind jene Zahlen, die das bisherige Abschneiden des TV Hüttenberg im Unterhaus repräsentieren. Angesichts der exakten Ausgewogenheit der Daten wundert es auch nicht, dass sich der TVH genau in der Mitte der Tabelle bewegt. Rang zehn (bereinigt um das ukrainische Team von Motor Zaporizhzhia) bedeuten acht Plätze Abstand zu Primus HBW Balingen-Weilstätten und ebenso acht Ränge Puffer zu Schlusslicht Würzburg.

TV Großwallstadt - TV Hüttenberg (Heute, 19.30 Uhr)

Diesen Zustand angesichts der letztjährigen Endplatzierung auf Rang vier als graues Mittelmaß abzutun, wäre vor dem Auswärtsspiel beim TV Großwallstadt am Mittwochabend (Anwurf: 19.30 Uhr) jedoch grundfalsch. Stattdessen bedeuten die oben zitierten Statistikwerte aus Hüttenberger Sicht vor allem eines: Sieben Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz, der aktuell vom VfL Eintracht Hagen besetzt wird. Und damit ein komfortables Polster für die letzten drei noch ausstehenden Begegnungen des Kalenderjahres.

Zwei Mal muss der TVH noch auswärts ran, am Mittwoch beim Derby in der Elsenfelder Untermainhalle und am Samstagabend beim VfL Lübeck-Schwartau, ehe am zweiten Weihnachtsfeiertag der Jahresabschluss gegen den TuSEM Essen im Hüttenberger Sportzentrum steigt. Just dort also, wo die Mannen um Trainer Johannes Wohlrab am vergangenen Wochenende dank einer bärenstarken zweiten Halbzeit gegen den TSV Bayer Dormagen ihren zweiten Heimsieg in Serie feiern und - noch viel wichtiger - den »Heimfluch« von sechs Startniederlagen aus den ersten sieben Begegnungen brechen konnten.

»Wir fahren mit breiter Brust zum TV Großwallstadt, auch wenn wir nicht in der Favoritenrolle sind. Es ist ein Derby, deshalb ist die wichtigste Prämisse, wieder einmal unsere Axt auszupacken und voll dagegenzuhalten«, weiß Wohlrab vor der mit 101 Kilometern kürzesten Auswärtsfahrt der Saison.

Wenngleich die Hüttenberger aus Sicht ihres Coaches nicht als Favorit anreisen, so werden sie sich beim Traditionsclub wahrlich auch nicht verstecken müssen. Schließlich gibt es angesichts von 9:3 Punkten, die die Blau-Weiß-Roten bislang in der Fremde eingefahren haben, nicht viele Mannschaften, die hier erfolgreicher waren. »Natürlich wollen wir unsere positive Auswärtsbilanz weiterhin fortführen. Wir können selbstbewusst auftreten. Wir bewegen uns mit Großwallstadt auf Augenhöhe und werden versuchen, ihre großgewachsene 6:0-Deckung in Bewegung zu bringen«, so Wohlrab. Verzichten müssen wird der 36-Jährige weiterhin auf die beiden Langzeitverletzten Paul Kompenhans und Joel Ribeiro, die beide an Verletzungen am Fuß laborieren. Und auch für Moritz Zörb, der beim 30:28-Heimerfolg gegen die »Wiesel« aus Dormagen gleich zu Beginn zwei Kopftreffer abbekommen und daraufhin eine leichte Gehirnerschütterung erlitten hatte, kommt ein Einsatz in Unterfranken noch zu früh.

Auch Wohlrabs Gegenüber Igor Vori muss auf wichtige Akteure verzichten. Sowohl Linksaußen und Kapitän Florian Eisenträger (Muskelfaserriss in der Leiste) als auch Rückraumspieler Adrian Kammlodt (Bänderriss im rechten Fuß) werden nicht zur Verfügung stehen.

Dafür springen andere in die Bresche. So wie beim jüngsten 28:23-Sieg beim VfL Lübeck-Schwartau, als Finn Wullenweber seinen großen Tag hatte und gleich zwölf Mal aus dem Feld traf.

»Hüttenberg hat in jedem Spiel eine hervorragende Einstellung. Sie kämpfen um jeden Zweikampf und ihre 3:2:1-Deckung beherrschen sie so gut wie kaum eine andere Mannschaft«, lobt Vori das »Original aus Mittelhessen« vor dem Aufeinandertreffen. Das Gastspiel der Hüttenberger bleibt übrigens nicht der letzte Besuch aus dem Lahn-Dill-Kreis für die Großwallstädter.

Noch zwei Tage vor Heiligabend erwartet der TVG die HSG Wetzlar zum DHB-Pokal-Achtelfinale.

Auch interessant