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Mit Notwürfen weiße Weste gewahrt

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Wetzlar. Die neuformierte Mannschaft des RSV Lahn-Dill zur Saison 2022/23 hat sich schon früh gefestigt. Davon kündet die weiße Weste an der Tabellenspitze der Rollstuhlbasketball-Bundesliga. Die auch gegen die Frankfurt Skywheelers verteidigt wurde.

RSV Lahn-Dill - Frankfurt Skywh. 60:55

Denn selbst wenn mit Center Matthias Güntner krankheitsbedingt und Jannik Blair (Sehnenscheidenentzündung) zwei Korsettstangen ersetzt werden mussten und etliche Nationalspieler erst vor wenigen Tagen wieder ins Mittelhessische zurückgekehrt waren, spricht der erste Auftritt im neuen Jahr Bände.

Gegen den Hessenrivalen feierten die Schützlinge des Trainerduos Janet Zeltinger/Günther Mayer trotz dieser Handicaps vor 1100 Zuschauern in der Wetzlarer Buderus-Arena einen über weite Strecken sicheren 60:55 (35:27)-Erfolg. Wie gesagt: über weite Strecken nur. Nach dem letzten Gleichstand beim 6:6 (4.) und langer deutlicher Führung des RSV hatte acht Minuten vor Schluss der ehemalige Lahn-Diller Marian Kind den Gast vom Main mit einem Dreier zum 49:47 aufschließen lassen. Und auch der Korbwurf von Rose Hollermann zum 55:49 zwei Minuten später war noch keine Vorentscheidung. Die Skyliners witterten Morgenluft und blieben dran. Doch näher als auf vier Punkte kamen die Dreimüller und Co. nicht mehr heran. Mit einem verwandelten Freiwurf machte Thomas Böhme kurz vor Schluss den Deckel drauf auf den ersten Heimsieg im neuen Jahr. Was am Spielfeldrand genauso mit beruhigten Seufzern quittiert wurde wie auf den gut gefüllten Rängen.

»Manchmal geht einfach nichts«, rätselte Cheftrainerin Janet Zeltinger nach ersten Momenten, in denen sie um passende Worte rang, nach den Gründen für die auf einmal eng gewordene Partie. Denn lange hatten die Mittelhessen das Spiel und den Gegner im Griff gehabt, vor allem durch eine starke Defensive. »Dann haben wir langsam den Rhythmus verloren«, wusste sie gar nicht einmal, woran das gelegen hatte.

RSV-Center Mark Beissert brachte es auf den Punkt. »Wir hatten dann eine katastrophale Wurfausbeute«, blickte der 32-Jährige vor allem auf das dritte Drittel, das mit 12:15 verloren ging. Und den Gast auf 47:42 vor dem letzten Quarter wieder etwas heranbrachte. So betrug der Wurfquotient des Titelverteidigers über das gesamte Spiel gerade einmal 34,8 Prozent.

Dazu kam, dass für Zeltinger die Skywheelers »ein paar gute Sachen gemacht haben«, während bei ihrem Team zudem zahlreiche Pässe im Spiel schlecht geworfen wurden. »Wir können es in allen Belangen besser«, meinte Beissert, war aber halbwegs zufrieden mit der Deckungsleistung seines Teams. So halfen nach seinen Worten auch einige »Notwürfe«, um die weiße Weste zu wahren. »Was letztendlich zählt ist, dass wir das Spiel gewonnen haben.«

»Jetzt müssen wir bereit sein für das nächste Spielt«, will Janet Zeltinger den Jahresauftakt schnell abhaken. In einer Woche in Trier und dann am 18. Januar im Spitzenspiel an der Lahn gegen Hannover United soll der RSV Lahn-Dill über 40 Spielminuten nachhaltig unter Beweis stellen, dass er auch im neuen Jahr gefestigt ist. Gefestigt genug, um weiter die weiße Weste zu wahren.

Lahn-Dill: Choudry (12/1 Dreier), Brown (2), Mizan, Beissert (2), Weiß, Zantinge (1), Fujimoto (8), Böhme (19/2), Hollermann (16).

Frankfurt: Dreimüller (13/3), Kind (7/1), Crombach (n.e.), Gail (6), Hothelfer, Spitz (2), S. Dietrich (9), Lang (7), T. Dietrich (9/1), Dehart (2).

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