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Mit Torfestival an Tabellenspitze

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Die Hüttenbergerin Ida Tietböhl setzt zwischen Chisara Okpara und Regina Walter zum Wurf an. Im einzigen Derby der Frauenhandball-Landesliga gewann der TVH mit 32:24 gegen die Gäste aus Dutenhofen/Münchholzhausen. Foto: Friedrich © Friedrich

Gießen (pie). Fünf Spiele, fünf Siege - diese Bilanz haben in der Handball-Landesliga der Frauen nur drei Mannschaften, zwei davon aus dem Raum Gießen. Aufgrund des besseren Torverhältnisses gab es auch einen Wechsel an der Tabellenspitze. Die HSG Hungen/Lich schob sich nach dem 45:23-Erfolg gegen den SV Seulberg am TV Hüttenberg vorbei auf Rang eins.

Die HSG Kleenheim-Langgöns musste beim 22:25 gegen den TSV Griedel die erste Heimniederlage einstecken.

Auch bei der drittplatzierten HSG Eibelshausen/Ewersbach setzte es für die HSG Wettenberg II eine 14:29-Niederlage. Die Trauben hängen für die Damen von Trainer Michael Chadim bislang zu hoch. Ohne Spielführerin Carla Weise (Knieverletzung) und Anne Risse angereist, fehlte Chadim der gesetzte Mittelblock in der Abwehr. Zudem fehlt vielen Spielerinnen aufgrund des Alters noch die Erfahrung, um gegen so ausgebuffte Teams wie Eibelshausen bestehen zu können. »Es ist noch viel Arbeit, gemeinschaftlich zueinander zu finden und die Abläufe zu erarbeiten«, erklärte Chadim. Immer wieder schadet sich Wettenberg mit hoher technischer Fehleranzahl und instabiler Defensive. »Dadurch hat es der Gegner meist sehr leicht«, sagt Chadim. Die positiven Ansatzpunkte kann die Mannschaft bisher nicht über den gesamten Spielverlauf zeigen. »Daran müssen wir arbeiten.«

Trotz einer verbesserten Abwehrleistung kassierte die HSG Kleenheim-Langgöns eine 22:25 (11:11)-Niederlage gegen den TSV Griedel. »In der Defensive waren wir extrem stabil, haben es gut geschafft, Anna Dietz am Kreis zu verteidigen«, lobte Coach Christian Manderla. Dennoch hatten die Gäste in der ersten Viertelstunde die Nase vorn, ehe Alica Heidt mit einem Doppelpack für die 7:6-Führung der Kleenheims sorgte. Zu viele technische Fehler verhinderten jedoch das Ausbauen der Führung. So ging es mit 11:11 in die Pause. In der zweiten Hälfte war es vor allem die Griedeler Torfrau, die den Gastgeberinnen den Zahn zog. »Wenn die 19 Paraden hat, hängt das einfach mit unserer Durchschlagskraft und den Wurfvariationen zusammen. Ich bin echt enttäuscht. Du musst das Ding im Angriff einfach besser spielen«, erklärte Manderla. Tore Kleenheim: Wulf (8/4), Heidt (3), Böhm (1), Paliga (1), Bretz (2), Ulm (1), Klug (2), Arch (1), Manfraß (3).

Im einzigen Derby setzte sich der TV Hüttenberg mit 32:24 (15:11) gegen die HSG Dutenhofen/Münchholzhausen durch. Gestützt auf einer stabil agierenden Deckung legten die Damen vom Trainergespann Peter Tietböhl/Marc Langenbach rasch auf 14:7 vor. In den letzten Minuten der ersten Halbzeit schlichen sich jedoch im Angriff Unkonzentriertheiten ein. »Wir haben kopflos gespielt«, analysierte Tietböhl, wodurch die Gäste bis auf 11:15 herankamen. Im zweiten Durchgang verschaffte der TVH allen Spielerinnen Einsatzminuten. Dennoch blieb die Qualität hoch, wobei Sina Happel ein Sonderlob erntete. »Sie hat das Spiel, im Angriff richtig in die Tiefe zu gehen, bravourös gelöst.« Das Wetzlarer Team fand in der Abwehr nie die Mittel, den TVH-Angriff nachhaltig zu stören. Dazu gesellten sich 19 Fehlwürfe, was sich vor allem nach Wiederanpfiff negativ auswirkte. Hüttenberg zog bis auf 22:12 davon, ehe der HSG das zweite Tor gelang. »Mit dieser Leistung ist es in Hüttenberg schwer, etwas mitzunehmen«, erklärte HSG-Betreuer Lars Will. Tore Hüttenberg: Rüspeler (3), Lisa Tietböhl (5), Naumann (9/4), Happel (8), Ida Tietböhl (3), Fischer (2), Braun (2). Tore Dutenhofen/Münchholzhausen: Neul (1), Schäfer (3), Schoppe (1), Schmidt (1), Otto (6), Naumann (2), Walter (5/4), Weimer (2), Neumann (3).

Mit einem 45:23-Torfestival ballerte sich die HSG Hungen/Lich an die Tabellenspitze. Gegen den SV Seulberg sorgten die Damen vom Trainergespann Tim Straßheim/Brian Whisnant schon in der ersten Halbzeit für klare Verhältnisse. Mit 20:10 schickte die HSG den Gegner in die Kabine und Straßheim war voll des Lobes. »Wir haben den Ball richtig gut laufen lassen. In den ersten 20 Minuten haben wir eine überragende Deckung mit einem herausragenden Mittelblock gestellt.« Kompakt und aggressiv verteidigte Hungen/Lich über die gesamte Spielfeldbreite und kaufte Seulberg den Schneid ab. Trotz der hohen Führung ließ die HSG nie nach, sondern zeigte über 60 Minuten eine konstante und konzentrierte Leistung. »Es ist eine schöne Momentaufnahme, als Tabellenführer in die kurze Herbstpause zu gehen«, so Straßheim. Vor allem wenn man bedenkt, dass seinen Damen die 18 Tore plus aus dem ersten Saisonspiel gegen Wettenberg fehlen. Aufgrund einer nicht spielberechtigten Spielerin wurde die Partie zwar für Hungen/Lich gewertet, die Tore jedoch auf null gesetzt. »Wir können das alles gut einordnen«, erklärte Straßheim. »Die Großen der Liga kommen noch, aber für das Selbstvertrauen ist das sehr schön. Sie spielen im Moment einen schönen, schnellen Handball, mit einer guten Deckungsleistung. Da werde ich mich nach so einem Spiel gerne mit Kritik zurückhalten, weil es einfach gut war.« Tore Hungen: Richter (7), Mitzkat (8), Bayer (3/1), Knoblauch (7), Mulch (2), Schneider (2/1), Emely Nau (10), Steinruck (4), Schön (2).

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