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Mit Wucht gegen den Trend

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Von: Nico Hartung

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Nicht zu stoppen: Gegen Eintracht Hagen avanciert Ian Weber mit neun Treffern zum treffsichersten Hüttenberger. © Röczey

Hüttenberg. Na also, es geht doch! So oder so ähnlich werden einige Anhänger des TV Hüttenberg vor sich hin gedacht haben, als sie das Sportzentrum am Freitagabend in Richtung ihrer Wohnstuben verließen. In der kurz zuvor zu Ende gegangenen Partie der 2. Handball-Bundesliga hatte der TV Hüttenberg den VfL Eintracht Hagen nach einem starken Auftritt mit 35:

31 (18:14) bezwungen. Und damit einem Negativtrend von vier Niederlagen aus den vorangegangenen fünf Spielen entgegengewirkt, der zuletzt merklich am Selbstbewusstsein der Blau-Weiß-Roten genagt hatte. So war der 15. Saisonsieg des Traditionsclubs ein solcher, der aus Hagener Sicht sogar noch ein schmeichelhaftes Endresultat gefunden hatte.

TV Hüttenberg - Eintracht Hagen 35:31

Die Hüttenberger, von Beginn an hellwach und aufmerksam, erwischten einen Start nach Maß: Dominik Mappes, Ian Weber und der für die mit Covid infizierten Tobias Hahn und Tristan Kirschner auf Rechtsaußen beginnende Ryuga Fujita hatten nach vier Minuten für eine schnelle 3:0-Führung gesorgt.

Die Südwestfalen brauchten zwar kurze Zeit, um sich auf den Anfangsfuror der Gastgeber einzustellen, glichen dann jedoch durch einen Doppelpack von Linksaußen Theo Bürgin rasch zum 4:4 aus (9.). Über die gesamte erste Halbzeit hinweg gelang es den Gästen allerdings nicht, dem TVH den Schneid abzukaufen. Die Hagener, bei denen das Angriffsspiel über den iranischen Torjäger Pouya Norouzinezhad und Spielmacher Valentin Schmidt nur stockend lief, hatten stets Probleme mit der 3:2:1-Abwehr der Hüttenberger, die mit großer Aufmerksamkeit darauf aus war, den Gegner zu technischen Fehlern zu zwingen. So warf die Wohlrab-Sieben, bei der Dominik Plaue diesmal von Beginn an zwischen den Pfosten ran durfte und eine starke Vorstellung bot, nach Ballgewinnen gegen die in Überzahl spielenden Hagener sechs Mal auf deren verwaistes Tor, wobei vier Versuche den Weg in die Maschen fanden. Eines dieser »Empty-Net-Goals« erzielte der umsichtige und blitzschnell schaltende Mappes nach 20 Minuten zum 13:8, auf der Gegenseite hatte Plaue zu diesem Zeitpunkt bereits sieben Paraden vorzuweisen. Der auffälligste Hüttenberger Akteur in der ersten Hälfte war jedoch Ian Weber: Sämtliche Treffer vom 14:9 (22.) bis 17:13 (27.) gingen auf das Konto des 21-Jährigen, der von der Hagener Abwehr phasenweise kaum zu bändigen war.

Nachdem Fujita in der Luft stehend und mit einem feinen Heber für den 18:14-Pausenstand gesorgt hatte, erlebten die 700 Zuschauer im Sportzentrum ein Déja-Vu: Wieder waren es Fujita und zwei Mal Mappes, die mit schnellen Toren für das 21:14 sorgten (35.).

Hagen sieht nur die Rücklichter

Der Aufsteiger aus Hagen, nach einem überragenden Saisonstart und langer Zugehörigkeit zur Spitzengruppe mittlerweile ins Tabellenmittelfeld durchgereicht, hatte der Hüttenberger Entschlossenheit nur wenig entgegenzusetzen und kam kaum einmal näher als auf vier Tore an den Traditionsclub heran.

Die Gastgeber präsentierten sich im Vergleich zur 27:29-Niederlage am Dienstagabend gegen den HSC Coburg mit stark verbesserter Abschlussquote und legten so den Grundstein für eine letztlich ungefährdete Schlussphase. Nachdem Plaue gegen Hagens Linksaußen Daniel Mestrum gehalten und auf der Gegenseite Hendrik Schreiber aus nahezu unmöglichem Winkel zum 29:23 getroffen hatte, war das Einfahren der zwei Punkte aus TVH-Sicht nur noch Formsache.

TV Hüttenberg: Plaue, Böhne (n.e.) - Schwarz, Kneer (1), Opitz (1), Theiß (4), Fujita (6), Weber (9/2), Rompf (1), Zörb, Mappes (8), Klein, Jockel (1), Schreiber (4).

Eintracht Hagen: Mahncke, Umejiwgo (ab 54.) - Bürgin (2), Bednar, Norouzinezhad (3), Queckenstedt, Pröhl (2), Bratzke (1), Schmidt (6/2), Athanassoglou, Gaubatz (2), Kister, Mestrum (5), Stefan (1), Toromanovic (6), Andrejew (3).

Schiedsrichter: Hörath/Hofmann (Zirndorf/Bamberg). - Zuschauer: 700. - Zeitstrafen: Hüttenberg sechs (Schreiber, Klein zwei, Zörb, Weber, Rompf), Hagen vier (Kister, Bratzke, Pröhl, Norouzinezhad). - Verworfene Siebenmeter: Mappes (Hüttenberg) scheitert an Mahncke (4.).

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