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»Müssen uns neu aufstellen«

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Von: Rüdiger Dittrich

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Einmal muss er noch ran mit seiner Mannschaft, dann darf auch Daniyel Cimen durchatmen. Foto: Vogler © Vogler

Gießen . Dass die zweite Mannschaft des FC Gießen am vergangenen Samstag ihr Gruppenliga-Spiel bei den TSF Heuhelheim kurzfristig absagte, ärgerte nicht nur die Turn- und Sportfreunde, die gerne gespielt, gewonnen und schließlich ihre Weihnachtsfeier im geplanten Ablauf abgehalten hätten. Auch Michel Magel vom FC Gießen ist über die bereits zweite Absage alles andere als erfreut.

»Wir hatten am Samstag immerhin noch zwölf Spieler zur Verfügung, dann kamen aber noch ein paar krankheitsbedingte Absagen«, weiß Magel von dem mittlerweile von Mario Pitz trainierten Team zu berichten.

Dass das keine Konsequenzen für die 1. Mannschaft hat, die gegen den SV Neuhof beim 6:1 ihre Hausaufgaben eindrucksvoll gemacht hat, ist die positive Nachricht für die Rot-Weißen. Und einer Reform zu verdanken, die der Verbandstag bereits vor ein paar Jahren beschlossen hatte. »Da der FC Gießen eine Jugendabteilung hat, wird im Falle eines dritten Nichtantretens die 2. Mannschaft zwar als erster Absteiger feststehen und es gibt eine Geldstrafe, aber der 1. Mannschaft werden keine Punkte abgezogen«, erläutert Kreisfußbwallwart Henry Mohr das Prozedere, nachdem der FCG2 bereits gegen Tabellenführer FC Burgsolms einmal nicht angetreten war. Im Paragrafendeutsch heißt das: Vereine im Hessischen Fußball-Verband müssen folgenden Unterbau nachweisen: Vereine der a) Hessen-, Verbands- und Gruppenliga (Herren) zwei Juniorenmannschaften unterschiedlicher Altersklassen. Eine der beiden Juniorenmannschaften kann durch eine in Konkurrenz spielende Reservemannschaft ersetzt werden.«

Weil die FC-Jugend funktioniert, ist die Erste von den Unregelmäßigkeiten der Zweiten nicht bedroht, die Imagedelle, das weiß auch Magel, aber bleibt. »Wir haben das auf dem Schirm und werden uns in der Winterpause neu aufstellen«, sagt der 37-Jährige zur Gruppenliga-Truppe, die seit dem plötzlichen Abschied von Ufuk Benzerli auch sportlich ins Schwimmen geraten ist. Zur Not müsse man auch A-Jugendliche einsetzen, meint Magel, der aber nicht nur über den FC-Unterbau, sondern auch seine eigene Zukunft bei den Rot-Weißen nachdenkt. So trage er sich seit ein paar Wochen mit dem Gedanken, das Angebot Turgay Schmidts anzunehmen, FCG-Geschäftsführer zu werden. »Der Vertrag liegt mir vor«, so Magel, der aber für sich noch »ein paar Dinge klären« will, ehe er seine Unterschrift druntersetzt. Faktisch werde sich an den Aufgabenbereichen nichts ändern, aber es besäße dann eine offizielle Legitimation mit Perspektive für Magel, der darüber hinaus von einem »tollen Ausklang« am Samstag im VIP-Zelt berichtet: Ehrenamtliche, Spieler, Trainer und Sponsoren seien nach dem 6:1-Erfolg bei Essen und Getränk noch einmal zusammengekommen. »Wir haben da auch unseren Dank ausgesprochen und ein wenig gemeinsam gefeiert.«

Ob als offizieller Geschäftsführer oder nicht, muss sich Magel neben den Belangen der 2. Mannschaft nach dem letzten Spiel am Freitag in Dietkirchen auch bald der Ersten widmen: Es gilt, Gespräche mit Daniyel Cimen und den Spielern zu führen - ob sie bleiben oder gehen?

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