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Nach ärgerlichem Aus wartet Alltag

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Von: Thomas Suer

Gießen . Als Daniyel Cimen für das Vorschaugespräch an sein Handy geht, befindet er sich gerade auf den letzten Metern seiner Joggingrunde. »Lockeres Tempo«, antwortet der Trainer von Hessenligist FC Gießen mit einem Augenzwinkern auf die Frage, wie schnell er gelaufen ist. »Locker« ist das Tempo, was die Taktung der Spiele anbelangt, derweil weiterhin nicht:

Der FCG geht in das Finish der dritten von vier Englischen Wochen in Folge.

FC Gießen - SV Unterflockenbach (Sa., 14 Uhr)

Und er tut das mit dem ungewöhnlichen Gefühl einer Niederlage, denn am Mittwochabend verlor man mit 0:1 im Achtelfinale des Hessenpokals beim Ligarivalen Eintracht Stadtallendorf erstmals seit dem 19. August (0:5 bei der U21 Eintracht Frankfurts) wieder. »Das war vermeidbar«, ärgert sich Cimen, »weil wir die klareren Chancen hatten, darunter Aluminiumtreffer, und zwei strittige Elfmetersituationen nicht bekommen haben. Die Rote Karte für Torhüter Daniel Duschner ist aus meiner Sicht keine gewesen, da sich das am Strafraumeck vom Tor weg abgespielt hat und zudem ein Innenverteidiger dabei war.«

Allerdings nimmt er Duschner, der als Nummer eins in die Runde gestartet war und aktuell angesichts des überzeugenden Aleksa Lapcics Pokaltorwart ist, auch in die Pflicht: »Warum kommt er da raus? Beim 0:1, als er umkurvt wurde, ist er auch rausgekommen - eine »kann«-Szene für mich.« Das Viertelfinale wird im neuen Jahr, der Gegner hatte mit Viertligist FSV Frankfurt bereits im Vorfeld festgestanden, ohne die Gießener ausgetragen.

»Wir hätten gerne die nächste Runde erreicht, zumal das ein Wettbewerb ist, in dem du mit vergleichweise wenig Einsatz unglaublich viel erreichen kannst«, ordnet Cimen den Knockout ein, ergänzt aber: »Wir wollten weiterkommen, jedoch nicht um jeden Preis.« Er verzichtete kurzfristig auf seinen Stoßstürmer Michael Gorbunow, der beim Aufwärmen über Wadenprobleme klagte, sodass der FCG keine »echte« Neun auf dem Rasen hatte. Wohl wissend, dass sich mit Leonid Akulinin der zweite Mittelstürmer mit Lauftraining langsam herantastet, scheute Cimen dieses Risiko. Vom feststehenden Ausfall Aykut Öztürks bis ins neue Jahr hinein ganz zu schweigen. Nach Lage der Dinge sieht es eher so aus, als könnte Gorbunow am Samstag im Punktspiel gegen den SV Unter-Flockenbach (Anstoß 14 Uhr) zur Verfügung stehen und den Offensivbemühungen als zentraler, großgewachsener und spieltechnisch versierter Vollstrecker die wichtige Note verleihen, die die Erfolgsserie mit elf ungeschlagenen Meisterschaftspartien am Stück mit bedingt hat. Wohl mehr Kopfzerbrechen bereitet die Linksverteidiger- und die Torhüterposition. Im Unterschied zum Vorjahr in der Regionalliga ziehen eine Etage darunter Rote Karten aus dem Pokal nicht nur für diesen Wettbewerb Folgen nach sich. Heißt, Duschner ist für die Hessenliga gesperrt. Bedeutsam wird das vor dem Hintergrund, dass die Nummer eins Aleksa Lapcic sich für die Freitagseinheit krank abgemeldet hat. Blieben im Notfall Torwarttrainer Elvir Smajlovic und für die Bank Michel Klaus, den Cimen als Nachwuchsmann langsam aufbauen möchte. Hinten links wird derweil Gießens Kapitän Wessam Abdel-Ghani mit einem Bruch und Bänderanriss des Ellbogens cirka fünf Wochen ausfallen. Viele Optionen gibt es nicht mehr, nun liegt der vorgesehene Francesco Calabrese mit einer Gastritis im Krankenhaus, wodurch ein Stück weit Improvisation angesagt sein wird.

Aufsteiger Unter-Flockenbach reist aus dem äußersten Süden Hessens mit der Empfehlung an, jüngst viermal unbesiegt geblieben zu sein. Nach drei Unentschieden schlugen die »Flockis« am vergangenen Wochenende den SV Steinbach glatt mit 4:1. Wenngleich es nie zu einem näheren Kontakt kam, erzielte dabei ein junger Mann einen Doppelpack, den die Gießener in der letzten Winterpause »auf der Liste« (Cimen) hatten. Gemeint ist Linus Hebling, Aufstiegsheld mit 31 Treffern. »Der Kader bei ihnen ist nahezu komplett zusammen geblieben, sie sind unheimlich gut im Umschaltspiel«, warnt Cimen vor dem Rang-14., der neben Außenverteidiger Marco Kaffenberger (Regionalliga-Erfahrung) mit dem zentralen Mittelfeldmann Nico Hammann einen wahrlich namhaften Spieler in seinen hat. Ein Titelsammler, der mit dem 1. FC Magdeburg den Sprung von der Oberliga bis in die Zweite Liga schaffte und 2013 mit Hessen Kassel in die Dritte Liga aufstieg. Für Magdeburg und den SV Sandhausen absolvierte er 15 Zweitligaspiele.

Aufgebot FC Gießen: Lapcic (?), Smajlovic, Klaus - Fink, Besso, Tatchouop, Vural, Hagley, Assar, Kireski, Mangafic, Beal, Mahmuti, Akkus Rodriguez, Filsinger, Pekesen, Gorbunow. - Es fehlen: Duschner (gesperrt), Calabrese (Gastritis), Abdel-Ghani (Bruch und Bänderanriss im Ellbogen), Öztürk (Bänderriss im Knöchel/Sehnenabriss), Harder (Kreuzbandriss), Akulinin (Bänderverletzung).

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