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Nach Packung wird’s lustig

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Na endlich: Christian Rompf, hier im Trikot des TV Hüttenberg hat an den Festtagen nach langer Zeit wieder frei. Foto: Röczey © Röczey

Langgöns. Wenn die beiden Weihnachtsfeiertage anstehen, bedeutet dies für die meisten, sich wahlweise bei der Verwandtschaft mit Kaffee und Kuchen bewirten zu lassen oder aber das Angebot sämtlicher Streaming-Dienste genauestens zu durchleuchten. Für Berufshandballer stellt sich die vermeintlich besinnlichste Zeit des Jahres allerdings ganz und gar anders dar.

»Wenn man Glück hat, dann ist zumindest an Heiligabend trainingsfrei. Am ersten Weihnachtsfeiertag wird trainiert und Video geschaut, am zweiten wird dann gespielt«, sagt einer, der es wissen muss. Zum ersten Mal nach zwölf Jahren Profihandball wird Christian Rompf in diesem Jahr nicht der allgemeinen Hektik unterworfen sein, die ihm das Harzleder und die damit einhergehenden Verpflichtungen in der Vergangenheit stets diktiert hatten.

Von 2010 bis 2016 war »Rompe« als Linksaußen für die HSG Wetzlar aktiv, ehe noch einmal so viele Jahre beim TV Hüttenberg folgten. Im zurückliegenden Sommer beendete der 36-Jährige seine Laufbahn. Und hat damit erstmals seit einem Dutzend Jahren die Möglichkeit, das Weihnachtsfest so zu gestalten, wie es ihm beliebt.

Denn Weihnachten ist bei Rompf nicht nur Weihnachten. Hinzu kommt nämlich noch, dass der Langgönser selbst ein Christkind ist und an Heiligabend Geburtstag hat. »Die ganze Vorweihnachtszeit in Verbindung mit meinem Geburtstag ist schon stressig genug. Da bin ich froh, jetzt nicht mehr am ersten Feiertag morgens um neun in der Halle stehen zu müssen. Die Zeit kann ich jetzt schöner füllen«, lacht der Vater des fünfjährigen Benaja und des einjährigen Jona, die nun endlich mehr von ihrem Papa haben. So ist der Heiligabend im Hause Rompf aufgesplittet in Geburtstags- und Weihnachtsfeier: Um die Mittagszeit wird die Verwandtschaft bei heißen Getränken und Gebackenem empfangen, ehe dann abends bei saftigem Rehrücken die vierköpfige Kernfamilie mit Freundin Alina im Mittelpunkt steht. »Normalerweise wäre ich am nächsten Morgen dann früh aufgestanden und in die Halle gedüst. Dieses Mal besuchen wir mittags erst meine Eltern und sind dann abends bei den Eltern meiner Freundin. Und dann«, so betont »Rompe«, »ist Weihnachten für uns vorbei.« Denn in dem Moment, in dem die alten Mitstreiter vom TV Hüttenberg im Heimspiel gegen den TuSEM Essen um Punkte kämpfen, plant Rompf, gemeinsam mit der Familie zu entspannen und den ein oder anderen Film zu schauen - in der Horizontalen auf dem heimischen Sofa, versteht sich.

Fit hält sich der ehemalige Linksaußen aber immer noch. »Einmal pro Woche werfe ich in der zweiten Mannschaft des TSV Langgöns ein paar Bälle durch die Halle. Es ist wirklich schön, jetzt noch einmal mit den Jungs zu spielen, mit denen man in der Kindheit gemeinsam aufgewachsen ist«, erklärt Rompf. Auch ist er vor dem Wintereinbruch zwei bis drei Mal pro Woche Joggen gegangen, was, wenn die Tage bald wieder länger werden, auch Bestandteil des Alltags bleiben soll.

Kein Bauzeichner

Und beruflich? »Ich habe mir schon viele Gedanken gemacht, die finale Entscheidung steht jetzt bald an«, so Rompf, der jedoch weiß: »In meinen alten Beruf als Bauzeichner will ich nicht zurückkehren. Ich muss aktiv sein und kann mir nicht vorstellen, acht Stunden ruhig an Ort und Stelle zu sitzen.« Auf die Frage, ob ihm denn eines dieser Spiele am zweiten Weihnachtsfeiertag in besonderer Erinnerung geblieben sei, folgt prompt die Replik: »Das war im Dezember 2010, als wir mit der HSG Wetzlar zur SG Flensburg-Handewitt gefahren sind. Der Bus war schön mit Lichterketten geschmückt und irgendjemand hatte auch immer einen Tannenbaum dabei. Wir sind dann guten Mutes an die Förde gefahren«, erinnert sich der Familienvater und muss lachen, als er weitererzählt: »Zurückgekommen sind wir dann mit einer 22:42-Niederlage im Gepäck, da war auf der Rückfahrt natürlich erst mal ein wenig gedrückte Stimmung. Aber dann gabs noch zwei, drei Bierchen und das ein oder andere gute Gespräch, es ist dann doch noch ganz lustig geworden.« Lustig wird’s bei Rompfs auch heute zugehen, wenn die Familie des Ex-Handballers vorbeikommt, um gemeinsam auf dessen Ehrentag anzustoßen. In diesem Sinne: Alles Gute zum Geburtstag und frohe Weihnachten, Christian Rompf!

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