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Nach Unfall auf Trainerbank

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gispor_0909_hsg_ov_090922 © Red

Wetzlar. Wer sich oberflächlich mit der Bundesliga-Geschichte der HSG Wetzlar befasst, könnte meinen, dass diese nur aus zwei Trainern bestanden hat. Einmal Velimir Petkovic, von 1998 bis 2004, und dann Kai Wandschneider, in den Jahren von 2012 bis 2021. Es ist erstaunlich, wie viele Übungsleiter neben diese beiden Konstanten auf der Trainerbank die sportlichen Geschicke der Grün-Weißen leiteten.

Etwa Zoran Djordjic.

Der am 15. Oktober 1966 im serbischen Sabac geborene ehemalige Torhüter hatte vom April 2009 an als Nachfolger von Volker Mudrow das Sagen. Zuvor stand er in Deutschland bei der SG Wallau/Massenheim und der MT Melsungen im Tor und heuerte nach seinem Abschied bei der HSG noch einmal kurz beim HSV Hamburg als Ersatz für den verletzten »Jogi« Bitter an. In 128 Länderspielen trug er das jugoslawische Trikot. Besonders in die Annalen ging auch ein, dass er im April 2008 zusammen mit seinem Sohn Petar als Rückraumspieler in einer Mannschaft stand (gegen die Rhein-Neckar Löwen, 24:34) und diesen dann auch in der kurzen Zeit bei der HSG trainierte.

Es war von vorneherein klar, dass »Pascha« Djordjic zum Ende der Saison 2008/09 wieder aus dem Traineramt scheiden würde.

Wie kam es zu Ihrem Engagement bei der HSG? Wer hat Sie verpflichtet?

Rainer Dotzauer war immer meine Station in Wetzlar und mit seiner Frau Uschi immer für mich da. Zusammen mit Axel Geerken hat er mich damals angesprochen. Es war eine kurzfristige Situation. Es war auch klar, dass ich als Interimstrainer nur bis zum Ende der Saison das Traineramt übernehmen würde. Nach meinem schweren Unfall im Spiel gegen Berlin, als ich beim Gegenstoß erst mit dem Kopf gegen den Kopf des Berliner Linksaußen und dann mit dem Hinterkopf auf den Boden geprallt bin, habe ich gemerkt, dass es nicht mehr so geht wie früher. Ich hatte die Wurfbilder der gegnerischen Spieler gar nicht mehr drauf. Aber jetzt ist alles wieder okay.

Was war das größte Negativerlebnis in Ihrer Zeit bei der HSG?

Ein richtiges Negativerlebnis gab es eigentlich nicht. Ich habe das als Herausforderung gesehen. Natürlich haben wir um den Klassenerhalt gespielt. Aber wir mussten nicht unbedingt unter Druck spielen. Ich wollte, dass wir guten Handball spielen.

Worüber haben Sie sich am meisten gefreut in dieser Zeit?

Nachdem sich Sven-Sören Christophersen verletzt hatte, haben wir mit den jungen Spielern wie meinem Sohn Petar, mit dem ich zuvor ja auch noch zusammen gespielt hatte, und Kevin Schmidt und natürlich auch den Anderen einige gute Spiele gemacht und insgesamt noch eine gute Saison gespielt. Dabei war es gar nicht so einfach, mit meinem Sohn zu arbeiten.

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