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Nicht nur Sigurdsson hat viel Spaß

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Der fliegende Hüttenberger: Christian Rompf setzt unter der Beobachtung des künftigen TVH-Akteuers Timm Schneider (rechts) zum Wurf an. © Röczey

Hüttenberg. . Wo anfangen? Und wo aufhören? Nach einem Spitzenspiel der 2. Handball-Bundesliga, das seinen Erwartungen vollauf gerecht wurde, das von der ersten bis zur letzten Minute in den Bann zog und unheimlich viele Facetten zu bieten hatte. Vielleicht mit der Aussage von Gästetrainer Gudjon Valur Sigurdsson, dass der 30:27 (13:13)-Auswärtssieg des VfL Gummersbach beim TV Hüttenberg auch nur zwei Punkte wert sei.

»Ich hätte gerne vier, fünf Punkte dafür bekommen«, sagte der ehemalige isländische Weltklasse-Linksaußen nach dem Erfolg des Tabellenführers.

TV Hüttenberg - VfL Gummersbach 27:30

Was andererseits die Leistung des unterlegenen Gastgebers nur erhöht. »Das war ein Spiel auf Augenhöhe. Meine Mannschaft hat alles gegeben«, urteilte später TVH-Trainer Johannes Wohlrab. Woran auch die Kulisse Anteil hatte, durften die TVH-Verantwortlichen doch nach langer Zeit wieder Full House anbieten und 1020 Besucher begrüßen.

Die zitierte Augenhöhe blieb auch auf der Anzeigetafel ersichtlich. Meist stand es ausgeglichen, jeder Treffer war hart umkämpft. Beim 18:17 durch Niklas Theiß in der 39. Minute führten die Mittelhessen noch. Und selbst der 28:24-Vorsprung der Gummersbacher durch Fynn Herzig etwas mehr als drei Minuten vor Schluss war noch keine Vorentscheidung.

»Da habe ich gehofft, dass wir alles im Griff haben«, meinte Sigurdsson im Rückblick. Doch das sei »naiv« gewesen. »Wir haben beim 24:28 nicht den Kopf in den Sand gesteckt«, freute sich hingegen Wohlrab.

Auch weil bei einem lupenreinen Treffer des österreichischen Linksaußen Raul Santos zum vermeintlichen 29. Tor seiner Farben dieser im Kreis stand, holten die Hüttenberger wieder auf. 25:28 durch Moritz Zörb, 26:28 durch Ian Weber ins leere VfL-Tor, 27:28 durch Stefan Mappes. Und dann die Chance durch Ian Weber zum abermaligen Ausgleich. Doch vom Siebenmeterstrich scheitert der Motivator seiner Mannschaft am ehemaligen Wetzlarer Tibor Ivanisevic beim Gast, dem besten der drei auf beiden Seiten wahrlich nicht schlecht aufspielenden Torhüter. Raul Santos machte schließlich seinen Fehltritt mit den letzten beiden Treffern gegen eine nun total offensive Hausherren-Abwehr wett und stellte mit seinen Toren Nummer sechs und sieben auf den 30:27-Sieg des Spitzenreiters.

Mögen in den letzten Minuten und Sekunden Glück und Pech dicht beieinander gelegen haben, so anerkannte Johannes Wohlrab die zwei Punkte für den VfL Gummersbach als »absolut in Ordnung« an. Und ließ Zahlen sprechen. So habe seine Mannschaft eine Wurfquote von 63 Prozent gehabt, die des Gegners aber eine von 75 Prozent.

Was aber während des packenden Spielverlaufs kaum auffiel. Denn neben einigen wunderschönen Torwürfen bestimmten vor allem die Abwehrreihen das Geschehen. Einerseits mühten sich der Bald-Gummersbacher Dominik Mappes und seine Nebenleute gegen die defensive Formation der Oberbergischen, auf der anderen Seite hatten der Bald-Wieder-Hüttenberger Timm Schneider und seine Mannen trotz körperlicher Überlegenheit gegen die offensive Deckung der Mittelhessen ihre liebe Mühe.

Und so sei zum Abschluss noch einmal Gudjon Valur Sigurdsson zitiert. »Ich glaube, wir sind heute alle ein bisschen älter geworden«, meinte er über den biologischen Zerfall hinaus und fügte an: »Ich habe richtig viel Spaß gehabt.« Noch Fragen?

Hüttenberg: Plaue (1), Böhne (ab 46.); Schwarz, Kneer, Kirschner (5), Opitz, Theiß (3), Fujita(n.e.), Weber (7/4), Rompf (2), Zörb (1), Mappes (4), Ribeiro (n.e.), Klein (1), Jockel (2), Schreiber (1).

Gummersbach: Ivanisevic, Nagy (bei einem Siebenmeter); Fanger (n.e.), Vidarsson (3), Viana (n.e), Köster (4), Blohme (8/3), Häseler (n.e.), Schneider, Herzig (3), Pregler (1), Dzialakiewicz (3), Santos (7), Kiesler, Stüber (1), Zeman.

Schiedsrichter: Kauth/Kolb (Taufkirchen/Augsburg). - Zuschauer: 1020. - Zeitstrafen: 8 Minuten (Opitz, Rompf, Mappes, Klein) - 12 Minuten (Kiesler/zwei, Vidarsson, Blohme, Schneider, Zeman). - Rote Karte: Klein (38., grobes Foulspiel) - Verworfene Siebenmeter: Blohme scheitert an Plaue (9.), Weber scheitert an Ivanisevic (60.).

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