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Nichts für schwache Nerven

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Von: Christian Németh

Gießen (cnf). In den Sporthallen der Basketball-Oberligen gingen am vergangenen Wochenende wieder die Lichter an. Gleich zum Start ins neue Jahr trafen in der Herren-Staffel die Gießen Pointers II und der MTV Gießen im Rahmen des Städtederbys aufeinander. Hierbei setzten sich die auf Tabellenrang eins stehenden Männerturner knapp mit 82:80 durch. Ebenfalls wieder auf dem Court meldete sich der TSV Krofdorf-Gleiberg zurück:

Die Wettenberger bezwangen Schlusslicht BC Neu-Isenburg II mit 65:58 in eigener Halle.

Auch in der Frauen-Oberliga flogen die Bälle wieder durch die Reuse. Nach einmonatiger Winterpause setzten sich die Korbjägerinnen des TSV Krofdorf-Gleiberg mit 84:78 gegen den ACT Kassel (7.) durch und verteidigten somit als Primus ihren Vorsprung vor Verfolger BC Wiesbaden.

Gießen Pointers II - MTV Gießen 80:82 (37:40): »Ich hatte vorab ein paar Bedenken wegen des fehlenden Rhythmuses nach der längeren Pause - das hat sich dann in manchen Phasen auch bewahrheitet«, hielt MTV-Headcoach Michael Müller nach der Begegnung selbstkritisch fest und fügte an: »Es war ein knappes Spiel, die Pointers hätten auch gewinnen können. Da hätten wir uns nicht beschweren dürfen. Es war eigentlich kein großer Leistungsunterschied vorhanden.« Aufseiten der Hausherren resümierte Pointers-Trainer Sherman Lockhart: »Es war kein schönes Spiel, aber das hatten wir auch nicht erwartet. Nach der Pause und mit nur einer Trainingseinheit konnten wir nicht so viel einstellen.«

Beide Teams starteten motiviert in das insgesamt ausgeglichene Nachbarschaftsduell. Anfänglich wussten die Hausherren einen leichten Vorteil auf ihrer Seite und lagen nach dem ersten Quarter immerhin mit 19:15 (10.) in Front.

Die Männerturner, so Müller, hatten hier und da mit einer zu hohen Turnover-Quote zu kämpfen, ferner mit Problemen im Mann-Mann-Verhalten: »Da haben wir uns manchmal einfach zu leicht schlagen lassen.« Dennoch hatten die Gäste zum Pausentee einen leichten 40:37-Vorteil (20.) vorzuweisen.

Im Laufe des dritten Viertels stellte der MTV auf Zonen-Verteidigung um, was prompt fruchtete (49:56, 27.). »Da hatte ich eigentlich das Gefühl, dass das Momentum bei uns liegt«, erklärte Michael Müller. Bis zu Beginn des Schlussabschnitts vermochte das Lockhart-Team aber wieder zu egalisieren (61:61, 30.).

Spannung in der Crunchtime

Im finalen Viertel schlichen sich vermehrt Fehler in die MTV-Defensive ein, die Pointers-Reserve ging in der Folge in der 36. Minute erstmals wieder in Führung (71:70). Damit war eine spannende Schlussphase eingeläutet: Das Müller-Team hatte sich den Vorteil dank eines Distanztreffers kurze Zeit später zurück erkämpft, ehe die Heimmannschaft mit einem 6:0-Lauf konterte (77:73, 38.).

Nach einem unsportlichen Pointers-Foul kämpfte sich der MTV von der Freiwurflinie aus wieder zurück und überholte nach einem erneuten Foulspiel in der Schlussminute die Gastgeber sogar wieder (79:77). Die Hausherren wiederum hatten mit einem weiteren Distanztreffer (80:79) geantwortet, bevor der MTV zwölf Sekunden vor Spielende zum 81:80 ausholte.

Ihren letzten Angriff bekam die zweite Pointers-Garde anschließend nicht mehr erfolgreich unter, stattdessen besiegelte Gäste-Spieler Dominik Turudic von der Freiwurflinie aus den Endstand. »Für schwache Nerven war das nichts. Ich war ehrlich gesagt auch ein bisschen gebügelt und gekämmt«, gestand Michael Müller. Lockhart hielt nach dem Derby fest: »Am Ende hat uns so ein bisschen die Cleverness gefehlt. Wir hätten auch die Führung behalten können.«

Gießen Pointers II: Bonacker, Dahm, Hadas (7), Heberle (5), Kersten, Kohl (11), Lindenstruth (8), Mihoubi (21), Nickel, Riemer (12), Schneider, Seibert (16).

MTV Gießen: Bötz (4), Burghard, Giese (8), Kordyaka (5), Müller (9), Schäfer (11), Til. Scheld (9), Tiz. Scheld (9), Shala (14), k.A. (2), Turudic (11).

TSV Krofdorf-Gleiberg - BC Neu-Isenburg II 65:58 (29:36): Die Wettenberger mischen weiterhin im vorderen Tabellendrittel mit und feierten gegen die BC-Reserve bereits ihren siebten Sieg im zwölften Pflichtspiel.

TSV-Headcoach Sebastian Popovic räumte jedoch ein, dass es ein »enges Spiel bis zum letzten Viertel« gewesen sei. Zur Halbzeitpause lagen die Gäste sogar überraschend mit 36:29 (20.) vorne, was unter anderem an einer laschen Drei-Punkte-Trefferquote der Heimmannschaft gegen die Neu-Isenburger Zonen-Verteidigung lag.

TSV Krofdorf-Gleiberg: Fischer (11), Gomberg (5), Jüdt (4), Oppenländer (2), Rumpf (2), Schmidt (19), Schneider (9), Süßlin (13).

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