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Niklas Theiß bleibt eiskalt

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Dessau. Das war wahrlich nichts für schwache Nerven! Die Zweitliga-Handballer des TV Hüttenberg haben sich beim Dessau-Roßlauer HV nach einer bärenstarken zweiten Halbzeit einen 27:26 (13:18)-Auswärtssieg erkämpft, wodurch sie auf Tabellenplatz elf kletterten.

Dessau-Roßlauer HV - TV Hüttenberg 26:27

Den Gastgebern war ihre Siegesserie aus zuletzt drei Begegnungen zu Beginn anzumerken, denn sie führten schnell mit 2:0 (5.). Die Hüttenberger, bei denen der angeschlagene Torjäger Ian Weber (Sprunggelenksverletzung) zunächst auf der Bank saß, brauchten jedoch nicht lange, um ihrerseits eine erste Duftmarke zu setzen.

Der erst 19-jährige Paul Kompenhans, der auf der Spielmacherposition für die verletzten Weber und Timm Schneider seine Feuertaufe absolvierte, trug mit zwei Treffer dazu bei, dass die Gäste nach neun Minuten mit 4:3 führten.

Der Vorjahreszwölfte Dessau-Roßlau hatte seine liebe Mühe mit den forsch auftretenden Hüttenbergern, die bis zur 20. Minute mindestens auf Augenhöhe agierten und durch David Kuntscher nach 14 Minuten zum vorerst letzten Mal in Führung gingen. Zwar traf Joel Ribeiro noch zum 10:11, dann mussten die Blau-Weiß-Roten jedoch abreißen lassen - denn der beste Dessauer stand eindeutig im Kasten. Philip Ambrosius parierte allein im ersten Durchgang elf TVH-Würfe, wodurch er seinem Team zum starken Rückhalt wurde.

Noch unter der Woche hatte sich Wohlrab eine bessere Chancenverwertung seiner Schützlinge gewünscht, die diesem Hoffen in dieser Phase jedoch nur unzureichend nachkamen. Auf der Gegenseite zeigten sich die von Trainerfuchs Uwe Jungandreas gecoachten Hausherren kaltschnäuzig: Binnen acht Minuten traf der DRHV sieben Mal und stellte damit auf 18:12, dem Hüttenbergs David Kuntscher mit dem Pausenpfiff noch den 13:18-Halbzeitstand folgen ließ.

Nach dem Seitenwechsel präsentierten sich die Gäste dann jedoch so, wie ihr Trainer es stets von ihnen verlangt: Die Hüttenberger agierten jetzt mit dem »Messer zwischen den Zähnen«, gingen in der Abwehr deutlich aggressiver zu Werke und präsentierten sich im Angriff wesentlich entschlossener.

Kuntschner trifft

Dessau-Roßlau verschlief den Start in Hälfte zwei, erzielte elf Minuten lang nur einen Treffer und musste nach 41 Minuten den Anschluss zum 18:19 durch Kuntschers fünften Tagestreffer hinnehmen. Allerdings schien es, als sei die Hüttenberger Aufholjagd vorbei, noch ehe sie richtig begonnen hatte, denn Patrick Gempp stellte kurze Zeit darauf mit seinem 21:18 den alten Abstand wieder her. Doch die Wohlrab-Schützlinge hatten jetzt Lunte gerochen. Der TVH-Coach beorderte eine Viertelstunde vor Schluss Ian Weber aufs Feld, der nach dem abermaligen Anschluss durch Ryuga Fujita (49.) nach 50 Minuten den Ausgleich beisteuerte, ehe der japanische Rechtsaußen kurz darauf die erste Hüttenberger Führung seit der 14. Minute erzielte.

Die Schlussminuten gerieten zu einem wilden Hin und her, in dem sich die Gäste als das nervenstärkere Team erwiesen. Als Hendrik Schreiber mit seinem ersten und einzigen Treffer das 26:24 erzielte (57.), schien es, als sei bereits eine Vorentscheidung gefallen. Diese Hoffnung des TVH-Anhangs hatte sich jedoch keine Minute darauf wieder in Luft aufgelöst, als Vincent Sohmann per Siebenmeter zum 26:26 ausglich.

Und doch hatte das »Original aus Mittelhessen« den letzten Pfeil im Köcher - und zudem das nötige Quäntchen Glück auf seiner Seite. Denn nur weil DRHV-Akteur Timo Löser mit dem letzten Wurf der Gastgeber den Pfosten traf, besaßen die Hüttenberger die Chance zum zweiten Auswärtssieg im zweiten Gastauftritt. So blieb es dem nervenstarken und erst 19 Jahre alten Niklas Theiß vorbehalten, zwei Sekunden vor dem Ende zum vielumjubelten 27:26-Endstand einzuwerfen.

Dessau-Roßlau: Ambrosius, Patzwaldt - Löser (4), Hrstka (3), Haake, Gempp (3), Sohmann (5/3), Baumgart (1), Misovych (4), Schmidt, Häske, Gliese (2), Emanuel (4), Leu.

Hüttenberg: Grazioli, Rüspeler - Schwarz (4), Kirschner, Opitz, Theiß (1), Fujita (3), Weber (2), Zörb (3), Reichl (1), Hofmann (1/1), Klein, Kompenhans (3), Schreiber (1), Ribeiro (3), Kuntscher (5).

Schiedsrichterinnen: Ludwig/Eckert (Leipzig) - Zuschauer: 1132 - Zeitstrafen : Dessau-Roßlau vier (Leu zwei, Gliese, Baumgart), Hüttenberg fünf (Schwarz, Theiß, Weber zwei, Klein) - verworfene Siebenmeter: Hrstka (Dessau) scheitert an Grazioli (6.),

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