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Niners wollen Albatrosse ärgern

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Berlin (dpa). Lange Zeit war der Mitteldeutsche BC im Basketball die Nummer eins im Osten. Doch das ist vorbei. Die Niners Chemnitz rocken die Liga - und wollen am Wochenende den Pokal gewinnen.

Nach dem dritten Überraschungscoup gegen Bayern München wollen die Niners nun auch Alba Berlin einen Pokal-Fight liefern. »Die können sich warm anziehen«, sagte der gebürtige Berliner Malte Ziegenhagen nach dem Ligasieg gegen die Bayern am Dienstag. Schon zuvor hatten die Niners gegen die Münchner in der Liga und vor allem auch im Pokal-Viertelfinale die Sensation geschafft. Nun soll am Samstag (19.30 Uhr) im Halbfinale auch der deutsche Meister Alba dran glauben. Zuvor treffen im ersten Halbfinale die Löwen Braunschweig und die Crailsheim Merlins aufeinander (16 Uhr).

Erst seit zwei Jahren im Oberhaus

Der Pokalgewinn wäre die vorläufige Krönung einer imposanten Entwicklung. Denn erst 2020 schafften die Sachsen den Sprung in die Bundesliga, in der sie sich schneller als von vielen erwartet etablierten. Inzwischen sind die Niners längst auf dem Weg, sich als erstes ostdeutsches Team für die Playoffs zu qualifizieren. Zuvor wollen sie aber noch »Berlin rocken«, wie es Geschäftsführer Steffen Herhold am Donnerstag sagte. Als Tabellenzweiter gehen die Chemnitzer in das Top Four in Berlin und damit als bestplatziertes Team der Liga. Die Niners nehmen den Schwung aus vier Siegen in Serie mit und haben Eindruck bei der Konkurrenz hinterlassen. »Ihr habt eine Chance im Finalturnier«, sagte Ludwigsburgs Trainer John Patrick, nachdem er mit seinem Team in der Chemnitz Arena 56:74 verloren hatte. »Bleibt einfach, wie ihr seid. Spielt euren Basketball. Das macht ihr großartig.«

Einer der Hauptgaranten für den sportlichen Aufschwung der Niners ist Trainer Rodrigo Pastore. Der 49 Jahre alte Argentinier ist schon seit Sommer 2015 in Chemnitz im Amt und hat sich als akribischer Arbeiter und Taktikfuchs längst auch international einen guten Namen gemacht. »Seine Mannschaften verfügen über eine klare Struktur, und seine taktischen Anpassungen während des Spiels sind ideenreich und präzise«, lobte Stefan Koch, immerhin zweimaliger Trainer des Jahres in der Bundesliga, den argentinischen Glatzkopf mit italienischem Pass.

Verlegung durch Corona möglich

Sollte ein Club am Wochenende wegen zu vieler Corona-Fälle im Team nicht zum Top Four antreten können, würde die komplette Pokal-Endrunde verschoben. Das machte BBL-Geschäftsführer Stefan Holz deutlich. Möglich wäre auch eine Spielwertung gegen die nicht antretende Mannschaft gewesen, doch die Liga will alle drei Partien der Endrunde austragen.

Im vergangenen Jahr hatte das Top Four in München kurzfristig verlegt werden müssen, weil es bei der BG Göttingen positive Coronafälle gegeben hatte. Um so sicher wie möglich vorzugehen, werden bei allen vier Vereinen bereits seit letzter Woche regelmäßige PCR-Tests durchgeführt. Die letzte Testreihe war für Freitagvormittag vorgesehen. Das Endspiel steigt am Sonntag um 15 Uhr.

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