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Ohne Fink, aber mit Elan

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Auf zum nächsten Kampf um die Punkte: Aykut Ötztürk (rechts) und der FC Gießen sind heute in Stuttgart auf der Jagd nach Zählbarem. © PeB

Gießen. »Es ist ein sehr wichtiges Spiel, klar. Aber es ist jetzt auch kein Endspiel. Danach sind noch genug Spiele, um den Klassenerhalt zu schaffen.« Trainer Daniyel Cimen versucht, im Abstiegskampf Druck vom Kessel zu nehmen. Sieben Partien hat Fußball-Regionalligist FC Gießen Zeit, um neben Pirmasens und Schott Mainz zwei weitere Teams hinter sich zu lassen und über den Strich zu klettern.

Wobei sie beim FCG die kommenden beiden Englischen Wochen mit vier Partien gewissermaßen als Paket betrachten, zumal dann die Tabelle auch endlich begradigt sein wird. Das Programm ist dabei bunt gemischt, denn der Rang-17. gastiert zunächst heute beim 16. VfB Stuttgart II (Anstoß 19 Uhr), am Ostersamstag bei Titelanwärter Kickers Offenbach, ehe man am kommenden Dienstag (17 Uhr) den 15. FSV Frankfurt und drei Tage später Aufstiegsanwärter SSV Ulm 1846 empfängt.

Gegen die Spitzenteams, die sich im Vierkampf um den Aufstieg keinen Ausrutscher leisten dürfen und aktuell zuverlässig siegen, geht es für den FCG um »Bonuspunkte«, wie es Coach Cimen formuliert, während »wir natürlich wissen, dass wir in den direkten Duellen punkten sollten«. Erst einmal also bei der Stuttgarter U21, die den erneuten Gang (nach 2018/19) in die Fünftklassigkeit unbedingt vermeiden will.

Im März probierten es die Schwaben gleich mit mehreren arrivierten Profis wie Daniel Didavi, Meteo Klimowicz und Roberto Massimo, wenngleich es durchaus üblich ist, dass die Bundesliga-Reserven sowohl »von oben« als auch aus der U19 Personal erhalten. So war das auch letzte Woche Mittwoch, als neben Klimowicz ein Quartett aus der A-Jugend im Kader von Trainer Frank Fahrenhorst stand. Daniyel Cimens Wortwahl »Wundertüte« bei der Beschreibung des Gegners kommt demnach nicht von ungefähr: »Die Stuttgarter sind schwer einzuschätzen. Sollten Spieler aus der Ersten Mannschaft dabei sein, nehmen wir das als Herausforderung an, weil es für unsere Jungs ja auch ein Traum ist, mal da hinzukommen.«

Einer, der diesen Traum lange gelebt hat, und die Grundlagen dafür in der Jugend und im damaligen Drittliga-Team des VfB gelegt hat, ist Michael Fink, der beim 0:2 gegen Elversberg die fünfte Gelbe Karte sah und nun gesperrt ausfallen wird. »Micha ist nicht zu ersetzen. Wir müssen versuchen, das mannschaftlich zu kompensieren«, reißt der Ausfall des 40-Jährigen in der Innenverteidigung ein immenses Loch.

Überhaupt ist die Lage in Sachen in der Viererkette vertrackt. War die Defensive bis dato mit erst 36 Gegentoren, was ligaweit Rang bei diesem Wert bedeutet, bis dato das Prunkstück der Gießener, muss dort für das Stuttgart-Match gebastelt werden. Tobias Reithmeir fehlt ebenso gelbgesperrt, die Außen Gianluca Lo Scrudato und Ryunosuke Takehara sind seit geraumer Zeit verletzt, Niclas Mohr und Kevin Kling haben zusammen in diesem Jahr zwei Minuten Einsatzzeit absolviert. Einiges deutet daraufhin, dass Leonidas Tiliudis aus dem Mittelfeld in die zentrale Abwehr neben Marian Sarr rücken wird, links und rechts dürften Ben-Luca Fisher und Kristian Gaudermann verteidigen.

Es gibt allerdings auch Positives zu vermelden. Stammkeeper Frederic Löhe hat seine Zahn-Operation gut überstanden und wird voraussichtlich die Handschuhe wieder überstreifen.

Und ferner bezeichnet Cimen die Chance, dass Goalgetter Giuseppe Burgio nach endgültig auskurierter Muskelverhärtung in der Anfangsformation auftauchen wird, als »sehr hoch.« Dass er nicht viel Anlaufzeit benötigt, bewies der 33-Jährige im März, als er in Steinbach und gegen Großaspach in eineinhalb Spielen gleich dreimal traf und dabei die Effektivität zeigte, an der es dem Team aus der Universitätstadt doch häufig in dieser Runde mangelt.

Nach wie vor die schwächste Offensive der Liga stellend, braucht der FCG diese Effizienz ganz dringend, um sich noch aus dem Tabellenkeller zu befreien.

Aufgebot FC Gießen: Löhe, Grbovic, Birol - Fisher, Sarr, Gaudermann, Kling, Mohr, Trkulja, Tiliudis, dos Santos, Münn, Sevim, Owusu, Sawada, Daghfous, Beal, Makanda, Öztürk, Burgio, Gärtner. - Es fehlen: Fink, Reithmeir (beide gesperrt), Lo Scrudato (Meniskus), Itoi (Muskelbündelriss), Takehara (Bänderriss), Bogicevic (Hüft-OP).

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