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Ohne Kapitän im Erzgebirge

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Ian Weber steigt eine Etage höher als die Essener Deckungsspieler. Auch in Aue will Hüttenberg nach 41 spielfreien Tage auf der Höhe sein. © Röczey

Hüttenberg . 41 spielfreie Tage liegen hinter den Spielern des TV Hüttenberg. 41 Tage, in denen sich die Schützlinge von Trainer Johannes Wohlrab gedanklich auf eine Rückrunde vorbereiten konnten, die ihnen physisch einiges abverlangen wird. 20 Begegnungen hat der Überraschungstabellenvierte der 2. Handball-Bundesliga bis zum Rundenende am 11. Juni zu absolvieren.

Der Auftakt führt den TVH am Samstag (Anwurf: 17 Uhr) zum EHV Aue.

EHV Aue - Hüttenberg (Samstag, 17 Uhr)

Beim Blick auf die Tabelle eine scheinbar einfach zu überwindende Hürde, rangieren die Erzgebirgler derzeit mit einer Punkteausbeute von 13:25 auf dem drittletzten Platz, der am Saisonende den Abstieg in die Drittklassigkeit bedeuten würde. Allerdings beträgt der Rückstand auf Rang elf gleichzeitig nur drei Zähler, weshalb Wohlrab die Seinen vor dem Gastspiel in der Lößnitzer Erzgebirgshalle eindringlich warnt: »Wir treffen da auf eine Mannschaft, die um jeden Zentimeter kämpfen wird. Aue befindet sich mitten im Abstiegskampf und Spiele dort sind immer unangenehm. Mit den Zuschauern im Hintergrund kann das eine richtige Hölle werden.«

Angesichts der aktuellen sächsischen Corona-Verordnungen werden immerhin 550 Zuschauer in der Halle sein können (25-prozentige Auslastung), es gilt die 2G-Plus-Regelung. »Da darfst du nicht überrascht sein, wenn du es mit einer aggressiven Spielweise einer aggressiven Mannschaft zu tun bekommst«, weiß Wohlrab.

Der 35-Jährige attestiert seinem Team eine »gute und intensive« Vorbereitung, wenngleich die Hüttenberger kein einziges Testspiel absolviert haben. Die geplante Partie gegen die Rhein-Neckar-Löwen fiel aus, weil der Bundesligist positiv getestete Akteure in seinen Reihen hatte, weitere Begegnungen wurden angesichts der aktuellen Fallzahlen überhaupt nicht erst vereinbart.

Ganz anders Aue: Der Zweitliga-Dino testete insgesamt gleich drei Mal. Gegen den tschechischen Traditionsclub Dukla Prag gab es ein 31:31-Unentschieden, gegen die Zweitliga-Konkurrenz aus Coburg (29:24) und Eisenach (27:31) setzte es jeweils einen Sieg und eine Niederlage. »Diese Spiele waren wichtig, um den Rhythmus wieder zu finden. Auch wenn in Eisenach dann ein bisschen die Luft raus war, haben wir uns noch gut aus der Affäre gezogen. Die Einstellung stimmt, die Mannschaft nimmt den Abstiegskampf voll an«, hofft EHV-Coach Stephan Swat, dass die Seinen auch den Gast aus Mittelhessen in Bedrängnis bringen können.

Nico Schneider wird dabei allerdings nicht helfen können. Der Halblinke zog sich gegen Prag einen sogenannten »unhappy triad« (unglücklichen Dreier) zu und riss sich das Kreuzband, den Innenmeniskus und das Innenband im Knie.

Doch auch Wohlrab hat vor dem Rückrundenauftakt Personalsorgen. So wird Sommer-Neuzugang Joel Ribeiro weiterhin ausfallen (Aufbautraining nach Knie-Operation). Und auch Kapitän und Schlüsselspieler Dominik Mappes wird seinem Coach nicht zur Verfügung stehen. Der 27-Jährige hat den Muskelfaserriss, den er sich im Dezember im Adduktorenbereich zugezogen hatte, zwar auskuriert, zog sich jedoch vor zwei Wochen im ersten Training mit der Mannschaft eine schmerzhafte Schultereckgelenksprengung zu. »Das nervt richtig. Eine genaue Ausfallzeit ist aktuell schwer zu nennen. Ich arbeite derzeit eng mit unseren Reha- und Fitnesstrainern Peter Nagel und Jonas Meissner zusammen und versuche natürlich, schnellstmöglich wieder fit zu werden«, so der Spielmacher, der bereits am 2. Weihnachtsfeiertag beim 30:30-Unentschieden in Hamm passen musste.

»Wir müssen einen kühlen Kopf bewahren und unser Ding durchziehen. Das bedeutet, Aue durch unsere 3:2:1-Abwehr zu einfachen Fehlern zu zwingen, Ballgewinne zu erzielen und sie dann mit Tempohandball unter zu Druck setzen«, erklärt Wohlrab, der zudem prophezeit: »Wenn wir diese Dinge zu einhundert Prozent umsetzen, dann haben wir sehr, sehr gute Chancen, mit Punkten nach Hause zu fahren.«

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