1. Startseite
  2. Sport
  3. Lokalsport

Ohne Mappes ins Derby

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Nico Hartung

gispor_1005_huet_110522_4c
Der lange Marsch durch die Saison: Hendrik Schreiber und Christian Rompf vom TV Hüttenberg sind bereits heute wieder in Aktion. © Röczey

Hüttenberg/Gießen. Bei Derbys zwischen dem TV Hüttenberg und dem TuS Ferndorf geht es in der 2. Handball-Bundesliga immer hoch her. Insofern ist sich TVH-Trainer Johannes Wohlrab wohl bewusst, dass seine Schützlinge am Mittwochabend beim Nachholspiel in der Sporthalle Stählerwiese (Anwurf: 19.30 Uhr) Schwerstarbeit erwarten wird.

TuS Ferndorf - TV Hüttenberg (Mi., 19.30 Uhr)

»Wir haben es jetzt fast nur noch mit Mannschaften zu tun, die um das nackte Überleben kämpfen. Ferndorf wird bis zum Umfallen Vollgas geben. Darauf müssen wir uns einstellen und das müssen wir vor allem annehmen«, sagt der 35-Jährige. Angenommen hatten die Blau-Weiß-Roten den Kampf auch beim Heimspiel gegen den TSV Bayer Dormagen am vergangenen Samstag, als sie beim 29:29 lange Zeit führten, fünf Minuten vor dem Ende mit drei Toren zurücklagen und am Ende sogar noch die Chance auf den Siegtreffer vergaben.

Zur selben Zeit hatten die Ferndorfer beim HSC Corburg antreten müssen, wo sie sich eine 27:36-Pleite abholten. Es war bereits das 18. Mal, dass die Kreuztaler in dieser Spielzeit am Ende der 60 Minuten mit leeren Händen dastanden. Nur der Tabellenletzte EHV Aue verlor noch häufiger (21 Mal). Kein Wunder also, dass die Siegerländer noch immer mittendrin im Abstiegskampf stecken. »Noch haben wir es selbst in der Hand, das ist das Wichtigste«, sagte Robert Andersson nach der Niederlage in Nordbayern kämpferisch. Der Trainer der Ferndorfer, der von 2015 bis 2017 den Bundesligisten HC Erlangen coachte, hatte einen Auftritt seiner Mannschaft gesehen, bei dem dieser »zu viele technische Fehler unterlaufen« sind. »Wir müssen das jetzt schnell abhaken und vergessen. Im Training unter der Woche geht es jetzt darum, Selbstvertrauen zu tanken, damit wir in den nächsten Heimspielen und mit unseren Fans im Rücken alles reinwerfen können.«

Die zweite ihrer 18 Saisonniederlagen kassierten die Andersson-Schützlinge im vergangenen September im Hüttenberger Sportzentrum - und zwar eine ziemlich deutliche. Mit 20:31 gingen die Rot-Weißen am Ende gegen einen entfesselt aufspielenden TVH unter. »Hüttenberg spielt eine ganz starke Saison, mit der vorher nur wenige gerechnet haben. Jetzt unterschätzt diese Mannschaft keiner mehr«, weiß Andersson. In seinem Kader tummeln sich mit Jonas Faulenbach (ehemals TVH), Tim Rüdiger (ehemals HSG Wetzlar) und dem aus Brandoberndorf stammenden Niklas Diebel gleich drei in Mittelhessen bestens bekannte Akteure, wobei die beiden Erstgenannten aus Verletzungsgründen nicht werden mitwirken können.

Auch auf Hüttenberger Seite fordert der eng getaktete Spielplan seinen Tribut. Neben dem langfristigen Ausfall Vit Reichl (Herzmuskelentzündung) wird auch Kapitän Dominik Mappes nicht auflaufen können. Der Spielmacher, der im Sommer zum VfL Gummersbach wechseln wird, hatte bereits gegen Dormagen aufgrund von muskulären Problemen nach sieben Minuten die Segel streichen müssen. Auch der Einsatz von Philip Opitz, der im Abschlusstraining umgeknickt ist, ist laut Wohlrab noch fraglich. »Bei Philip habe ich allerdings ein bisschen mehr Hoffnung, dass er rechtzeitig fit werden kann«, so der Coach, der prüfen wird, ob der ein oder andere Youngster aus dem Unterbau nach oben gezogen werden muss. »Es spielt letztlich keine große Rolle, wie unser Kader aussieht. Wir müssen einfach wieder einen leidenschaftlichen Kampf abliefern und richtig dagegenhalten. Dann haben wir gute Chancen, auch da zwei Punkte mitzunehmen.«

Auch interessant