1. Startseite
  2. Sport
  3. Lokalsport

Ohne Rechenschieber ins Flugzeug

Erstellt: Aktualisiert:

gispor0912_hinti2_091221_4c
Applaus, Applaus für die Europa-Tour: Martin Hinteregger wird in Istanbul wohl von Beginn an spielen. © dpa

Frankfurt. Nicht verlieren! Mit diesem klaren Ziel wird die Frankfurter Eintracht bei Fenerbahce Istanbul (Donnerstag, 18.45 Uhr, live bei RTL plus) antreten. Ein einziger Punkt würde auf jeden Fall zum direkten Einzug ins Achtelfinale der Europa-League (EL) reichen.

Andere, prominentere deutsche Klubs wie Borussia Dortmund oder RB Leipzig, die aus der Champions-League abgestiegen sind, müssen noch einen Umweg über die Play-Offs gehen. Dass die Eintracht sogar bei einer Niederlage die Chance hätte, direkt weiterzukommen, wenn denn Olympiakos Piräus in Antwerpen nicht gewinnt, darauf wollen sie sich in Frankfurt lieber nicht verlassen. »Wir werden nicht mit dem Rechenschieber im Flugzeug sitzen«, sagt Trainer Oliver Glasner, »das wäre der völlig falsche Ansatz.« Es könne nur darum gehen »nicht abzuwarten, sondern nach vorne auf Sieg zu spielen«.

Konzentrieren! Das ist das Schlagwort, auf dem Glasner die Vorbereitung aufbaut. Selbst bei der ersten Niederlage nach zuvor sechs erfolgreichen Spielen, dem 2:3 in Hoffenheim, hatte die Eintracht ja ordentlich bis gut gespielt, es aber an der nötigen Konzentration fehlen lassen, dem letzten Biss, der »Galligkeit«, wie der Trainer bemängelte. Dies soll nun wieder anders werden. »Ich sehe uns auf dem richtigen Weg, aber wir haben noch sehr, sehr viel Verbesserungspotential«, sagt er. Es gelte, auch die Nerven zu behalten. Das Fenerbahce-Stadion «Sükrü Saracoglu« im asiatischen Teil der türkischen Metropole gilt als Hexenkessel, wird allerdings nicht voll besetzt sein. Die Gastgeber, für die es sportlich um nichts mehr geht, rechnen lediglich mit rund 20000 Zuschauern. Deutsche Fans werden nicht darunter sein, in der Türkei gibt es während der Pandemie grundsätzlich keine Karten für auswärtige Anhänger. »Wir haben alles in unserer eigenen Hand«, sagt Torhüter Kevin Trapp, »das ist der große Vorteil.«

Testen! Das ist das neben den Impfungen, die Quote soll im Mannschaftskreis angeblich weit über 90 Prozent betragen, das Mittel der Wahl, um das Virus zumindest früh zu erkennen. Christian Haser, »Leiter der medizinischen Abteilung und leitender Physiotherapeut«, so der offizielle Titel, spielt dabei eine ganz wichtige Rolle. Der nach Mannschaftsarzt Dr. Florian Pfab wichtigste Mann in der medizinischen Abteilung der Eintracht ist der »Herr der Stäbchen«. Haser führt die täglichen Schnelltests durch, inzwischen auch bei Medienvertretern, die nur noch nach der »2G plus«-Regel zu Pressekonferenzen zugelassen sind. Bislang ist die Eintracht-Mannschaft in dieser Saison von Covid-Ansteckungen weitgehend verschont geblieben, das Konzept scheint also zu funktionieren.

Genauso wie die medizinische Vorsorge in den anderen Bereichen. Muskelverletzungen gibt es keine, langfristige Ausfälle auch nur ganz wenige, aktuell sind fast alle Spieler fit. Alleine Jesper Lindström fällt für die Partie in Istanbul aus, soll aber schon am Sonntag beim Heimspiel gegen Leverkusen wieder im Kader stehen. Jens-Petter Hauge (oder Goncalo Paciencia) wird für ihn ins Team kommen. Wahrscheinlich auch, dass Martin Hinteregger anstelle von Makoto Hasebe verteidigen wird. Auch im Kader gibt es ein paar Änderungen. So wird erstmals nach drei Wochen wieder Aymen Barkok dabei sein. Meldungen, die Eintracht habe entschieden, sich vom Eigengewächs zu trennen, womöglich schon im Winter, wies der Trainer zurück. »Das stimmt nicht, das kommt nicht von uns«, stellte Glasner klar, »ich habe mit Aymen ein langes Gespräch geführt und ihm aufgezeigt, was er besser machen muss.«

Auch interessant