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Opitz mit Willensleistung in letzter Minute

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DUTENHOFEN (flo). Freude oder doch Enttäuschung? So recht wussten das Michael Ferber und Aushilfs-Co Andreas Klimpke wohl nicht, als sie sich nach Spielende noch gut eineinhalb Minuten lang auf der Auswechselbank austauschten, ehe sie den Gang in die Kabine antraten.

Dutenhofen/M. U23 - HaSpo Bayreuth 27:27

Die 27:27 (14:11)-Punkteteilung gegen HaSpo Bayreuth war für die Drittliga-Handballer der HSG Dutenhofen/Münchholzhausen U 23 ein Anlass zur Ambivalenz. »Wenn man die letzten zwei Minuten nimmt, dann war es ein gewonnener Punkt. Nimmt man aber die ersten 58 Minuten, so war es ein verlorener Punkt«, befand Trainer Ferber.

Dessen Mannschaft, die ohne Spielmacher und 3:2:1-Speerspitze Lukas Gümbel (Kontakt zu einer Corona-positiv getesteten Person) auskommen musste, sich zum Ende eines bis dato ausgeglichenen ersten Durchgangs für die gute Defensivleistung belohnte und sich einen kleinen Vorsprung erspielte. So besorgte Rückraumkraft Phillip Opitz in der 29. Minute per Tempogegenstoß das Pausen-14:11.

Daran knüpften die Grün-Weißen auch nach Wiederbeginn an. Leon Bremond traf von der Siebenmetermarke zum 16:11 (34.), Jonas Müller aus der Nahdistanz zum 18:13 (36.). Die HSG hatte das Geschehen also im Griff. Und verlor dann doch zusehends den Faden.

Zum einen im Angriff. Dort haperte es insbesondere an der Verwertung der Chancen, immer wieder scheiterten die Gastgeber an HaSpo-Schlussmann Tizian Braun. Zum anderen aber auch in der Deckung, die plötzlich große Räume offenbarte. Die Kompaktheit ging verloren, in die Zweikämpfte kamen die Grün-Weißen regelmäßig zu spät oder gar nicht. »Obwohl bis dahin jeder einen guten Job gemacht hatte, haben wir uns dann gegenseitig nicht mehr vertraut, haben zu viel ausgeholfen und nicht mehr ausreichend auf die Ballseite verschoben«, kritisierte Ferber. Das führte in Summe dazu, dass der Vorsprung erst schmolz und die Ferber-Sieben dann in eigener Überzahl sogar den 20:20-Ausgleich (46.) kassierte.

Zwar stellten die Mittelhessen danach auf 23:20 (49.), das aber blieb ein Strohfeuer. Ein 0:4-Lauf führte zum 23:24-Rückstand (53.), der sogar auf 24:26 (57.) anwuchs. Diesmal aber bewiesen die Grün-Weißen Comeback-Qualitäten: Trotz Unterzahl glich Kreisläufer Marvin Lindenstruth zum 26:26 (59.) aus. Wieder legte Bayreuth vor. Wieder kamen die Gastgeber zurück. Bei drohendem Zeitspiel tankte sich Opitz in die Tiefe der Deckung durch, bugsierte das Harzleder 14 Sekunden vor Schluss trotz Gegnerkontakts zum 27:27 in die Maschen. »Dieses Tor«, sagte Ferber, »war eine Willensleistung.« Eine, die zumindest einen Zähler aufs HSG-Konto hievte.

Somit hat Dutenhofen/Münchholzhausen nach zwölf von 20 Partien drei Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsrundenplatz.

Weil sich die Konkurrenz aber noch nicht in der Winterpause befindet, könnte sich dieser Abstand noch verringern.

Dutenhofen/Münchholzhausen: Rinn (ab 47.), Kokoszka; Weimer, Boczkowski, Opitz (4), Lindenstruth (2), Belter (1), Bremond (8/6), Gast, Lauer (3), Werth, Klimpke (7), Steinmüller, Müller (2).

Bayreuth: Tornow, Braun, Hennig; Nicola (4), Baldauf, Gretsch (3), Herrmannsdörfer (1), Ruoff (3), Berthold (1), Berghammer, Saborowski (5), Meyer-Siebert, Wopperer, Abend (6/5), Sven Goeritz (2), Wenzel (2).

Schiedsrichter: E. Schmitz/R. Schmitz (Mönchengladbach) - Zuschauer: 201 - Zeitstrafen: 10:8 Minuten - Siebenmeter: 7/6:5/5.

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