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Ostschüler arbeitet an seinem Traum

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Von: Christian Németh

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Energisch unter dem Korb: Till Heyne sucht den erfolgreichen Wurf. Foto: Schepp © Schepp

Gießen (cnf). In seinem zweiten Jahr im Herrenbasketball befindet sich der erst 16-jährige Till Heyne. Damit nicht genug: Der Youngster steht regelmäßig für die Basketball Akademie Gießen 46ers in der 1. Regionalliga Südwest - immerhin die vierthöchste Spielklasse der Republik - auf dem Court. Zweimal im Kader, wenn auch noch nicht auf dem Parkett, befand sich Heyne in dieser Runde zudem bei den Gießen 46ers (2.

Basketball-Bundesliga ProA).

Der junge Gießener brennt für den Sport mit der orangefarbenen Kugel, er betont: »Basketball macht mir einfach Spaß, es ist für mich nicht einfach nur Training, Training, Training und Spiele - es macht mir wirklich Freude.«

Dabei muss man natürlich wissen, dass Heyne nahezu täglich auf dem Court steht: Trainingseinheiten bestreitet er von Montag bis Freitag und ist dann am Wochenende jeweils mit dem Herren-Regionalliga-Team der Basketball Akademie Gießen 46ers sowie mit deren NBBL-Auswahl (U19-Nachwuchsbundesliga) on Tour.

Neben der mannschaftlichen »Doppelbelastung«, die Heyne nicht wirklich als »Belastung« empfindet, schaut der talentierte Aufbauspieler punktuell auch beim Training der 46ers-ProA-Auswahl rein. Ein bis zweimal die Woche begibt sich Heyne, der aktuell die elfte Klasse der Gießener Ostschule besucht, sogar schon vor Schulstart in die Halle und widmet sich den Wurfübungen. »Wie häufig ich das mache, kommt immer darauf an, wie die Wurfquote am vorausgegangenen Wochenende so war«, schmunzelt der sympathische Lahnstädter.

Trotz des hohen Aufwands, den er für den Sport auf sich nimmt, nimmt Heyne die Schule »sehr ernst«, erklärt er und möchte entsprechend sein Abitur absolvieren. Sein beruflicher Wunsch verwundert indes wenig: »Ich möchte Profi-Basketballer werden und in der Bundesliga spielen.«

Till Heyne, der sich in seiner Freizeit für das Wandern und das Skifahren begeistern kann, spielt Basketball seitdem er fünf Jahre alt ist und hat hierfür schon immer viel Zeit, Kraft und vor allem Leidenschaft investiert. In der vergangenen Runde wagte Heyne den Sprung in den Herren-Bereich und war zunächst für die Gießen Pointers II in der Oberliga Hessen auf Korbjagd. Der Wechsel sei ihm anfänglich nicht ganz leichtgefallen, mit der Zeit kam der Gießener Nachwuchsspieler aber immer besser mit den Herren-Bedingungen klar: »Es ist einfach viel körperlicher und man braucht etwas, um sich daran zu gewöhnen.« Unter anderem in seinem letzten Oberliga-Saisonspiel bewies Heyne indes, dass er seine Zeit und Chance bei den Pointers II hervorragend genutzt hatte und markierte sein bis dato bestes Saison-Scoring in Höhe von starken 28 Punkte.

Neben dem Training und den Spielen in der Herren-Oberliga, agierte Till Heyne letztes Jahr zudem für das Gießener JBBL-Team (U16-Bundesliga). Hier brachte er nicht nur hervorragende Leistungen zustande, sondern bewies als Kapitän auch wahre Leader-Mentalität. Diese offenbart er nun auch eine Bundesliga-Altersklasse weiter oben: In der NBBL-Mannschaft, mit der er die diesjährigen Playoffs anstrebt, hat der Youngster das Amt des zweiten Kapitäns inne. Während es für Heyne aktuell in der NBBL (Hauptrunden-Gruppe B West) blendend läuft - mit fünf Siegen aus den ersten sechs Partien - benötigte die Regionalliga-Mannschaft der Akademie zuletzt etwas Anlaufzeit, konnte aber an den jüngsten beiden Spieltagen immerhin die ersten beiden Siege klarmachen.

»Die Regionalliga war für mich auf jeden Fall nochmal etwas ganz anders. Hier spielen viele Teams ja auch schon mit einem oder mehr Profis. Das ist nochmal ein ganz anderes Level als die Oberliga - nochmal physischer und schneller«, berichtet Heyne, der sich allerdings auch schon allmählich an diese Klasse zu gewöhnen scheint und im Schnitt von seinem Headcoach Ivica Piljanovic rund 18 Minuten Einsatzzeit gewährt bekommt.

Till Heyne gibt sich zuversichtlich, auch wenn seine Farben sich derzeit noch im Tabellenkeller befinden: »Das Team findet sich. Wir sind auf einem guten Weg und es macht Spaß - die Teamchemie stimmt auch.« Am Samstag (19:30 Uhr) trifft die Akademie in der Regionalliga dann auf den Tabellenzweiten TV Langen. Kämpferisch erklärt Heyne: »Jedes Spiel in der Liga ist schwierig, aber man muss auch sagen, dass wir oft knappe Niederlagen hatten. Jetzt haben wir zwei Siege in Folge, da wollen wir auch noch den dritten holen.«

Ein besonderes Highlight, sagt Heyne, sei derweil das zweimalige Auflaufen mit den Gießen 46ers in der ProA gewesen: »Das ist ein wahnsinnig gutes Gefühl, wenn man bei den 46ers-Spielen dabei ist - man läuft ein und die Fans singen im Hintergrund, wenn man sich aufwärmt. Das ist klasse.«

Freuen würde sich Till Heyne natürlich, wenn er in absehbarer Zeit auch einmal selbst in der zweiten Liga angreifen dürfte, nicht nur von der Bank aus zuschauen müsste, er gibt sich aber zugleich auch geduldig und besonnen: »Das wird sich alles noch zeigen.« Erstmal gilt der Fokus weiterhin der Regionalliga und der NBBL, ehe Weihnachten heranrückt.

Ganz vom Basketball abschalten werde er aber auch dann nicht, sagt Heyne mit einem Augenzwinkern: »Das geht einfach nicht. Natürlich freue mich auf Weihnachten, aber am 3. Januar haben wir auch schon wieder ein Turnier mit der NBBL in Valencia - das soll ganz gut werden.«

Till Heyne (BBA Gießen 46ers)

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