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Overtime und Overtime

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Da ist es passiert: Der Ravensburger Charlie Sarault entscheidet mit seinem Treffer in der Overtime Spiel Nummer vier für die Towerstars. EC-Goalie Felix Bick ist geschlagen. © chuc

Bad Nauheim (wbe). Der EC Bad Nauheim steht im Kampf um den Finaleinzug bei den Playoffs in der DEL2 mit dem Rücken zur Wand. Im vierten Kräftemessen mit den Ravensburger Towerstars unterlagen die Roten Teufel am Mittwochabend auf eigenem Eis vor 2439 Zuschauern in der zweiten Verlängerung mit 3:4 (1:2, 1:0, 1:1, 0:1), nachdem sie zweimal einen Rückstand aufgeholt hatten.

Mit dem dritten Sieg in Folge haben sich die Oberschwaben indes eine 3:1-Führung in der Serie erkämpft und benötigen nur noch einen Erfolg, um sich für die Finalserie zu qualifizieren. Mit den Löwen Frankfurt steht der erste Final-Teilnehmer (vier Siege über Heilbronn) bereits fest.

»Ich kann meiner Mannschaft nichts vorwerfen. Wir haben alles gegeben und auch spielerisch überzeugt. Trotzdem war es für uns am Ende eine ganz bittere Niederlage, zumal wir zwischenzeitlich mehrfach die Partie zu unseren Gunsten hätten entscheiden können«, war Bad Nauheims Headcoach Harry Lange sehr enttäuscht über den knappen Spielausgang.

Die Begegnung begann stürmisch. Die erste große Möglichkeit für Bad Nauheim vergab Tristan Keck, auf der anderen Seite erzielten die Gäste durch Josh MacDonald (8.) die Führung. Als Stefan Reiter auf die Strafbank musste, hatte EC-Keeper Felix Bick zum zweiten Mal das Nachsehen. Fabian Dietz erhöhte für Ravensburg zum 2:0.

Es geht hin und her

Das war so etwas wie ein Weckruf für die Badestädter, die vehement den Vorwärtsgang einlegten und die Towerstars-Abwehr immer wieder in Gefahr brachten. Das 1:2 von Marc El-Sayed war der Lohn für die Bemühungen der Bad Nauheimer, die nach knapp vier Minuten im zweiten Drittel nachlegten. In Unterzahl erkämpfte sich Tristan Keck die Scheibe, Towerstars-Keeper Jonas Langmann konnte seinen Schuss nicht unter Kontrolle bringen und Tobias Wörle stocherte den Puck irgendwie über die Torlinie. Mit diesem 2:2 ging es ins Schlussdrittel, das mit einer starken Einzelleistung von Sam Herr begann. Der Ravensburger hatte nach einem starken Move freie Schussbahn und besorgte das 3:2. Eine unnötige Zeitstrafe für James Bettauer nutzte Bad Nauheim durch Andrej Bires zum 3:3 - Verlängerung.

In der Overtime startete Ravensburg mit viel Power, die besseren Chancen hatten im weiteren Verlauf aber die Bad Nauheimer. Andrej Bires und Mick Köhler trafen jeweils nur das Gehäuse. Damit ging es nach einer Pause in die nächste Verlängerung, in der eine Zeitstrafe für EC-Spieler Huba Sekesi den Ausschlag gab. Ravensburg nutzte die Überzahl durch den Ex-Nauheimer Charlie Sarault (83.) zum entscheidenden Siegtreffer.

»Wollen den Sack zumachen«

Bereits am heutigen Freitag geht die Halbfinal-Serie mit dem fünften Aufeinandertreffen weiter. Die Towerstars empfangen den EC Bad Nauheim um 20 Uhr in der CHG-Arena. »Wir wollen den Sack endgültig zumachen und am Sonntag nicht noch einmal nach Bad Nauheim kommen«, meinte Daniel Heinrizi, der bekanntlich neun Jahre lang in verschiedenen Funktionen beim EC früher aktiv war. Für EC-Chef Andreas Ortwein ist die Serie noch nicht gelaufen. »Das letzte Spiel ist immer das schwerste Spiel und die Begegnungen bisher haben gezeigt, dass wir mit Ravensburg auf Augenhöhe agieren.« Auch bei EC-Coach Harry Lange kam das Kämpferherz wieder durch. »Wenn jemand zurückkommen kann, dann sind wir es. Ein vorzeitiges Aufgeben wird es jedenfalls für uns nicht geben. Wir haben noch eine Chance und die wollen wir nutzen.« Das sechste Aufeinandertreffen würde am Sonntag stattfinden.

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