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Packender Krimi mit einem Happy End

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Grünberg (zye). An ihrem Doppelspieltag hatten es die Bender Baskets mit zwei Schwergewichten in der Zweiten Damen-Basketball-Bundesliga Nord zu tun. Der begann mit einem nervenzerrenden Basketball-Krimi in Chemnitz.

ChemCats Chemnitz - Bender Baskets Grünberg 62:64: Erst in der letzten Sekunde sollten die Grünbergerinnen den Sack gegen die viertplatzierten ChemCats zumachen. Der Weg zum knappen Erfolg führte die Baskets dabei über ihre starke Defense und entfesselte Importspielerinnen. Venla Varis und Olivia Nash nahmen am Samstag einen Großteil der Verantwortung auf ihre erfahrenen Schultern. 26 Punkte setzte es von Varis, darunter fünf von sechs verwandelten Dreiern - es lief erste Sahne für das finnische Talent. Zwar mit Foulproblemen, aber nicht weniger spektakulär, agierte die US-Amerikanerin Nash (19 Punkte, zwölf Rebounds). Die Baskets hielten die Trefferquote der Cats bei unter 36 Prozent im Zweierbereich.

Auch schwach von den Gastgebern: Nur zwei ihrer Dreierversuche landeten im Netz. Treffsicherheit bewies eigentlich nur Cat-Centerin Tereza Kracikova, die 16 Punkte (60 Prozent Trefferquote) erzielte. Nicole Brochlitz‹ (14 Punkte) gefährliche Penetrationen zum Korb wurden klug von Rene Spandauws Baskets gestoppt. Cats-Pointguard Brochlitz konnte sich so nur noch von der Freiwurflinie ernähren, hier jedoch sehr erfolgreich mit neun von zehn erfolgreichen Würfen. So richtig in Fahrt kam sonst keine der ChemCats.

»Unsere Defense war am Anfang noch etwas unkonzentriert, dafür im zweiten Viertel überragend«, bewertete Spandauw. Auch nach der Halbzeit, mit anfänglichen Problemen, bauten die Gallusdamen ihr Polster weiter aus. »So konnten wir mit zehn Punkten Führung in den letzten Durchgang gehen.«

Doch plötzlich schien Nervosität ein Faktor bei den jungen Baskets zu sein, bemerkte der Coach: »Die Mädels schienen etwas überrascht: ›Oh, wir können ja sogar gewinnen!‹" Was für sein Team dann folgte war eine Durststecke von mehreren Minuten, in denen Chemnitz kurz vor Schluss sogar nochmal die Führung übernahm. Etwas mehr als eine Minute vor Ende stand es plötzlich 62:61. Erst ein Dreier von Venla Varis brachte die Erlösung zum 62:64. Zwölf der elf Baskets-Punkte im letzten Durchgang ging auf Varis‹ Konto. »Nach diesem Führungswechsel haben unsere Beine ordentlich gezittert«, beschrieb Spandauw die letzten spannungsgeladenen Sekunden. Chemnitz entschied, die Uhr mit Fouls anzuhalten. Ein Baskets-Freiwurf nach dem anderen ging darauf daneben. Die Cats konnten jedoch aus dieser Schwäche kein Kapital mehr schlagen. Das Scoreboard sollte bis zum Abpfiff unverändert bleiben. Mit einem Erfolg als Rückenwind ging es also wieder in die Heimat, wo am Sonntag die Eintracht aus Braunschweig (Platz drei) zu Gast war.

Bender Baskets Grünberg - Eintracht Braunschweig 78:65: »Ich habe früh gesagt, dieses Team kann jede Mannschaft schlagen«, erinnerte Coach René Spandauw nach der erfolgreichen Chemnitz Reise. Mit Zuversicht ging es also in die nächste Partie. Bereits früh im Spiel zeigte Venla Varis (20 Punkte, sechs Dreier) erneut, dass sie in Grünberg angekommen ist. Die Finnin punktete bereits früh zweistellig. Alle Baskets schienen ebenso wach und bissig ins Spiel zu kommen, wie die Gäste aus Niedersachen. Hier vor allem Shaquanda Miller-McCray (18 Punkte, neun Rebounds) mit enormer Präsenz in der Zone. Mit viel Energie hielt sie mit ihrer Eintracht in der Angangsphase (17:15) dagegen.

Im zweiten Viertel erlebten die Zuschauer in der Theo-Koch-Halle ein offensives Feuerwerk ihrer Baskets. »Großartiger Basketball« - auch Spandauw war entzückt von der Teamleistung. Elisa Mevius, Isabell Meinhart oder Olivia Nash, sie alle sollten am Ende elf Zähler zum Erfolg beigesteuert haben. Die Team-Offense klickte erstaunlich gut für Grünberg. 31:13 im Ergebnis, bei solider Trefferquote. Bei 48:28 ging es mit einem komfortablen Vorsprung in die Halbzeit. Danach sollte Braunschweig aber nochmal Lebenszeichen von sich geben. Denn auch Jordan Chavis (15 Punkte) und Franka Wittenberger (zwölf Punkte) hielten die Eintracht im Match.

Knapp konnte Braunschweig das dritte Viertel (14:18) für sich entscheiden. Ein 16-Punkte-Rückstand verblieb dennoch. Braunschweig drückte im letzten Viertel auf beiden Seiten des Feldes zunächst auf das Gaspedal. Grünbergs Offense wirkte dabei leicht überrascht. Zwei Minuten lang dauerte ihre Dürrephase. Die Lionspride kam aber nicht mehr näher als elf Punkte heran.

Grünberg hat sich mit vier Siegen in Folge vom Keller auf Platz acht hochgekämpft. Playoffs sind damit greifbar. Ein Saisonspiel zuhause gegen die Hurricanes verbleibt.

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