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Paukenschlag zum besten Zeitpunkt

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In der Schlussphase eingewechselt: SC-Akteur Luis Stephan. Archivfoto: Bär © Steffen Bär

Mörfelden-Walldorf. In der Fußball-Hessenliga hat der SC Waldgirmes seine Niederlagenserie mit einem Trommelfeuer beendet. Die Lahnauer siegten am Sonntag beim zuletzt so starken Tabellensechsten RW Walldorf ebenso deutlich wie verdient mit 6:2 (2:0).

RW Walldorf - SC Waldgirmes 2:6

Der nach seiner langen Verletzungspause wieder zu alter Stärke findende Marcel Safiew hatte sich gerade im Mittelkreis den Ball erobert, einen feinen Doppelpass mit Felix Erben gespielt und die Gäste mit seinem coolen Abschluss mit drei Toren nach vorne gebracht (52.).

Den nach dem Wiederanpfiff stürmisch anrennenden Gastgebern war damit scheinbar der Stecker gezogen. Manfred Klas traute dem Braten aber noch nicht. »Es ist noch gar nicht so lange her, da haben wir in Griesheim nach einer Stunde auch mit 3:0 geführt und am Ende noch ganz bitter verloren«. Diesmal sollten die Bedenken des SC-Vorsitzenden aber unbegründet sein. Clever und abgezockt brachte die Schappert-Elf den im Abstiegskampf so wichtigen »Dreier« nach Hause.

Und der Erfolg hatte einige Väter. Zu allererst wieder einmal die Waldgirmeser Grundtugenden Mentalität, Laufbereitschaft und Teamspirit. Dazu stand erstmals seit einigen Wochen wieder Lukas Fries in der Innenverteidigung, was der zusätzliche Stabilität und Kopfballstärke verlieh. Der nötige Zug nach vorne war ebenfalls (wieder) vorhanden, was nicht nur zu sechs Toren, sondern auch noch zu weiteren teils erstklassigen Chancen führte.

Und schließlich fügten sich die Einwechselspieler stark in das im Kollektiv starke Mannschaftsgefüge ein. Zwar hatten die ambitionierten Walldörfer, die in ihrem letzten Heimspiel TG Friedberg mit einer 6:1-Klatsche zurück in die Wetterau geschickt hatten, über weite Strecken optisch mehr vom Spiel, ohne aber zu hochkarätigen Tormöglichkeiten zu kommen. »Wir standen heute komplett neben uns, vor allem defensiv war das heute kein Hessenliganiveau«, übte RW-Trainer Artur Lemm Kritik an seinem Team. Erben hätte die Gäste schon früh nach vorne bringen können, scheiterte aber in aussichtsreicher Position zweimal knapp (10., 18.). Kurz darauf wuchtete Enes Cinemre dann aber das Spielgerät nach einer starken Vorarbeit von Claudius Fürstenau zur Führung ins Netz (20.). Fürstenau legte Erben auch den zweiten Treffer auf, den der nach seinem Lattenkopfball selbst abstaubte (34.).

Vier Wechsel

Nach dem dritten Gegentreffer kurz nach der Pause wechselte Lemm gleich vier Spieler ein, die aber erst einmal mit ansehen mussten, wie Erben ihrem Torwart den Ball stiebitzte und über die Linie drückte (70.). Laurin Vogt brachte mit seinem ersten Treffer leise Hoffnung ins RW-Lager zurück (72.), die der überragende Erben nach einem Konter wieder zunichtemachte (78.). Erneut Vogt (79.) und der eingewechselte Nico Götz (88.) setzten den Schlusspunkt in einer zum Ende vogelwilden Partie. »Das ist schon eine verrückte Saison. Erst verlieren wir wie die meisten anderen hinten einige Spiele, dann gewinnen am Samstag fast alle Abstiegskandidaten und wir lassen unter Druck eine richtig gute Leistung mit so einem Sieg folgen«, freute sich SC-Trainer Mario Schappert.

Wohlwissend, dass der nur dann wirklich zählt, wenn das nächste Heimspiel gegen Unter-Flockenbach ebenfalls gewonnen wird.

Walldorf: Czirbus - Mladenovic, Thomasberger, Matheisen (59. Sallan), Borger - Ludwig (63. Huss) - Vogt, Konate Lueken (59. Matondo), Velossa (46. Vogler) - Neway, Herdt (59. Herberg).

Waldgirmes: Buss - Safiew, Schmidt, Cost, Fries - Golafra - Cinemre (70. Hartmann), Bartheld (80. Stephan), Fürstenau (89. Recio-Perez), Olizzo (85 Ünal) - Erben (82. Götz).

Tore: 0:1 Cinemre (20.), 0:2 Erben (34.), 0:3 Safiew (52.), 0:4 Erben (70.), 1:4 Vogt (72.), 1:5 Erben (78.), 2:5 Vogt (79.), 2:6 Götz (88.). - Schiedsrichter: Wecht (Heppenheim) - Zuschauer: 200.

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