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Plädoyer für Hinteregger

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Frankfurt (pep). Das alte Jahr war bei Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt mit sechs Siegen aus sieben Spielen großartig zu Ende gegangen. Das neue Jahr hat mit einem Sieg aus fünf Spielen enttäuschend begonnen. Er versuche, die Spiele möglichst unabhängig von Emotionen zu bewerten, sagt Trainer Oliver Glasner, und stellt überraschend fest, »dass unser Spiel zwischen den Strafräumen über weite Strecken im Vergleich zur Hinrunde besser ist.

« So sei die Leistung selbst beim 0:2 gegen Wolfsburg besser gewesen als beim 3:2 in Mönchengladbach im Dezember. »Aber es fehlt die Effizienz. Und die braucht man, um die wichtigen Momente im Spiel zu nutzen«, folgert der Eintracht-Coach.

Unter der Woche habe Glasner mit den Spielern »knackig trainiert«, um beim Auswärtsspiel am Samstag beim 1. FC Köln wieder besser aufzutreten. Er gehört zu jener Gruppe von Trainer, die im Vorfeld der Spiele so wenig wie möglich über Aufstellung und Taktik verraten wollen. So gilt es bei ihm wie bei den meisten anderen zwischen den Zeilen zu lesen. Da wurden einige Personalien bezüglich des Spiels in Köln ziemlich deutlich.

So fühle sich etwa Makoto Hasebe zwar gut, habe bei gewissen Bewegungen aber dennoch Schmerzen. Da stellt sich zwangsläufig die Frage nach der Sinnhaftigkeit eines Einsatzes. Dagegen könnte die Spielart des Gegners sprechen. »Köln schlägt die meisten Flanken, macht viele Tore mit dem Kopf und hat mit Modeste einen Spieler, der in viele Luftduelle geht. Da ist es wichtig, dass ein Spieler nicht bei jedem Sprung und Rempler Schmerzen verspürt.«

So deutet vieles darauf hin, dass Hasebe auf die Bank muss und Martin Hinteregger im Team bleibt. In einem längeren Gespräch mit dem zuletzt so unglücklichen Abwehrchef hat Glasner herausgefunden, »dass Martin sehr sensibel und introvertiert ist und die ganze Sache nicht spurlos an ihm vorbeigeht.« Gerade weil er bei der Eintracht »extrem verwurzelt« sei, setze ihm die Krise sehr zu. Aber Glasner habe Hinteregger unter der Woche mit deutlich mehr Engagement wie noch am Anfang der Saison erlebt.

»Martin kämpft darum, zur alten Form zu kommen. Das ist die Voraussetzung, es zu schaffen.« Genau darum habe der österreichische Nationalspieler die »totale Unterstützung«. Zudem könnte ein Gegenspieler wie der wuchtige Anthony Modeste der Spielweise Hintereggers entgegenkommen. Schon den Wolfsburger Jonas Wind habe »Hinti« kontrolliert, hängen geblieben seien aber die Fehler bei den Gegentoren. Glasner: »Ich habe null Bedenken, wenn Martin gegen Modeste spielt.«

Kostic eine Option, Rode noch nicht

Ähnlich formulierte der Frankfurter Trainer seine Gedanken zur Besetzung des Mittelfeldes. Demnach werde Sebastian Rode eher zuschauen als eingreifen. »Wir müssen da kein Risiko eingehen, zumal alle anderen fit und gesund sind«, sagt er. Umgekehrt gilt bei Filip Kostic, dass dem Flügelstürmer die komplette Trainingswoche nach vielen kleineren Pausen gutgetan hat. »Filip nähert sich Schritt für Schritt seiner Bestform«, sagt der Trainer, »er wird spielen«.

Ein bisschen Geheimnis aber gibt es auch. Denn mit Ansgar Knauff hat die Eintracht ja im Winter einen neuen Flügelstürmer geholt. Der U21-Nationalspieler sei am Anfang »schüchtern, zurückhaltend und bescheiden« gewesen. Jetzt gehe er immer mehr aus sich heraus. Heißt im Trainerdeutsch: Knauff ist für das Köln-Spiel eine Alternative.

Freilich: Oliver Glasner ist erfahren genug, auch die eine oder andere Fährte zu legen, um den Kollegen Steffen Baumgart in die Irre zu führen. »Was ich heute sage, ist morgen vielleicht schon falsch«, hat er in der offiziellen Spieltagspressekonferenz nämlich auch gesagt.

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