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Adi Hütter.

Ran an die »wohltuenden Plätze«

Frankfurt . Zwei Punkte beträgt der Rückstand der Frankfurter Eintracht auf den ersten internationalen Tabellenplatz der Bundesliga, fünf Punkte der Vorsprung auf den Relegationsplatz. »Es ist ein entscheidendes Spiel für den Verlauf der Saison«, sagte Vorstandssprecher Axel Hellmann im HR vor der Auswärtspartie am Mittwoch (18.30 Uhr) bei Borussia Mönchengladbach, »es geht um die Fahrkarte nach oben.

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Die Eintracht würde ja so gerne auch in der kommenden Spielzeit wieder in Europa spielen. Man könne mit weiteren Punkten in den beiden letzten Begegnungen der Vorrunde in die Nähe der Plätze kommen, »die sich wohltuend für uns anfühlen«, sagte Hellmann. Dies sei auch aus wirtschaftlichen Gründen mehr als hilfreich.

Denn bei aller sportlicher Euphorie, die aktuell herrscht, wies der Eintracht-Boss auch auf die sehr angespannte wirtschaftliche Lage hin. Hellmann: »Wir laufen in eine kritische Situation bis zum Ende der Saison hinein, weil wir wieder Einschränkungen bei den Zuschauern haben. Das ist ein heißer Ritt. In den ersten beiden Corona-Jahren haben wird 60, 70 Millionen Euro verloren, nun könnten noch einmal 20 Millionen Euro dazukommen.« Die Eintracht sei vor der Pandemie auf dem »Sprung nach oben« gewesen, erklärt Hellmann, nun sei sie weit zurückgeworfen worden, »mit Ausnahme von Dortmund und Stuttgart fallen mir keine Klubs mehr ein, die so von Corona getroffen wurden, wie wir.«

Die Eintracht sei zurückgefallen auf den Stand des Jahres 2017. »Trotzdem ist es nicht so, dass hier über allem der graue Schleier der nachgetrauerten Chance liegt«, sagt er, »nein, wir werden wieder angreifen.«

Das will auch Oliver Glasner mit seiner Mannschaft in Gladbach. »Es ändert sich nichts«, sagte der Eintracht-Coach, »wir fahren dahin, um zu gewinnen.« Seine Spieler befänden sich in »guter Verfassung«, der Grundstein für weitere Erfolge sei gelegt. Und doch mahnt Glasner. Der Gegner sei zwar in einer »schwierigen Lage«, aber sicher nicht der Außenseiter. »Die Borussia ist eine der spielstärksten Mannschaften der Liga, sie haben viel Speed, beherrschen das Ein-Kontakt-Spiel«, sagt der Eintracht-Coach, »wir dürfen uns von den letzten Resultaten nicht blenden lassen und müssen mit einhundert Prozent Fokus, Respekt und Leidenschaft ans Werk gehen.« Dass es gegen den ehemaligen Trainer geht, habe in den letzten beiden Tagen in der Kabine keine Rolle gespielt. Für jene Spieler, die drei Jahre erfolgreich mit Hütter gearbeitet hätten, sei es »ein wenig speziell«, sagte Glasner mit einem Lächeln, »aber natürlich darf es kein Mitleid geben, um den alten Trainer gewinnen zu lassen«. Er selbst habe sich über die besondere Situation überhaupt keine Gedanken gemacht« und betont sein »ausgezeichnetes Verhältnis« zu seinem Landsmann. Glasner: »Ich schätze Adi als Trainer und als Mensch sehr. Er ist ein super feiner Kerl mit dem man auch über andere Dinge als Fußball gut quatschen kann. Er hat in den drei Jahren hier sehr erfolgreich gearbeitet. Was hinten raus war, dazu möchte ich mich nicht äußern.«

Die Eintracht hat keine größeren Personalprobleme, auch wenn mit Jens-Petter Hauge (Muskelverletzung) und Stefan Ilsanker (krank) zwei Spieler nicht dabei sein können. Offen ließ der Frankfurter Trainer, ob Martin Hinteregger oder Makoto Hasebe im Abwehrzentrum spielen werden. Hasebe wäre auch ein Kandidat, wenn Kristijan Jakic, der leicht angeschlagen ist, doch noch ausfallen würde. »Lasst euch überraschen«, sagte Glasner zu den Journalisten. Und meinte damit auch seinen Kollegen.

Eintracht: Trapp - Tuta, Hinteregger, Ndicka - Da Costa, Sow, Jakic, Kostic - Lindström, Kamada - Borré.- Bank: Ramaj, Chandler, Hasebe, Lenz, Rode, Barkok, Hrustic, Paciencia, Lammers

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