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»Richtig Bock« auf einen »coolen« Modus

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Von: Martin Ziehl

Mit einer Aufstiegs- und einer Abstiegsrunde startet auch die Fußball-Kreisliga A Gießen mit einem zweigeteilten Teilnehmerfeld in die Restrunde.

Gießen (maz). Am kommenden Sonntag geht auch die Fußball-Kreisliga A Gießen in die entscheidende Rückrunde, die ebenfalls in eine Aufstiegs- und Abstiegsrunde aufgeteilt ist. In der sechs Mannschaften umfassenden Aufstiegsrunde wird im Modus Hin- und Rückspiel an zehn Spieltagen der Aufsteiger in die Kreisoberliga Süd ermittelt. Alle zuvor erreichten Punkte wurden gestrichen. So haben alle Teams wieder die gleichen Chancen, die Meisterschaft zu holen.

Aufstiegsrunde

Auch in dieser Klasse waren kritische Stimmen zum Spielmodus vorhanden. Der Tabellenerste der Vorrunde - der SV Annerod - hatte sich einen sechs Punkte Vorsprung erarbeitet und geht natürlich als Favorit in die letzten Spiele. Die FSG Garbenteich/Hausen verpasste das Rennen um Platz sechs, der zur Teilnahme an der Aufstiegsrunde berechtigte knapp, und muss der FSG Villingen/Nonnenroth/Hungen nun den Vortritt lassen. Als weiterer Favorit zählt der FSV Fernwald II, der hinter Annerod den zweiten Platz belegte. Etwas hinter den Erwartungen zurück blieb die FSG Biebertal, die in vergangenen Jahren schon deutlicher in der Spitzengruppe zu finden war. Abgerundet wird die Aufstiegsrunde von »Wundertüte« Türkiyemspor Gießen - was keineswegs negativ gemeint ist. Denn mit 27 Toren und mit zehn Siegen und einem Unentschieden aus 15 Spielen auf Platz drei zu landen, hat schon eine gewisse Qualität. Neben der Hungener FSG ist die Gruppenliga-Reserve der TSF Heuchelheim der sechste Teilnehmer der Aufstiegsrunde.

Am Sonntag, soweit es Corona zulässt, erfolgt in drei Begegnungen eine erste Standortbestimmung. Favorit Annerod empfängt Villingen/Nonnenroth/Hungen. Eine auf dem Papier und mit dem 2:0-Vorrundenerfolg des SV eigentlich klare Sache. SVA.Trainer Yves Lohwasser sieht das mit gemischten Gefühlen, denn aus seiner Sicht zählt neben der Tagesform auch das Quäntchen Glück dazu. Und das würde die monatelange Arbeit in Annerod schon wieder den Aufstieg kosten. Im zweiten Spiel empfängt der FSV Fernwald II die FSG Biebertal. Matthias Lehmann, Coach der Hessenliga-Reserve hat »richtig Bock« auf diesen »coolen« Modus und vertraut seinem jungen Team, dem nur noch ein wenig Erfahrung fehle. Für ihn sei dennoch Annerod der Favorit, wenngleich er mit Halim Gündogan einen der gefährlichsten Angreifer der Liga im Team habe. Auf der Gegenseite steht mit dem ehemaligen Regionalliga-Stürmer Raffael Szymanski der Torschützenkönig (24 Treffer in 15 Spielen) der Vorrunde bei Gegner Biebertal auf dem Platz. Dennoch schien es, dass das Team von FSG-Trainer Andre Weinecker zu sehr auf die Torgefährlichkeit des Topstürmers fokussiert war, was fünf Niederlagen in der Vorrunde unterstreichen.

Im dritten Spiel reist die Zweitvertretung der TSF Heuchelheim zu Türkiyemspor an die Gießener Miller Hall. Während das Team des Gießener Trainers Halil Arslanparcasi - neben den Diensten von Stürmeroldie Alparslan Bingöl - auf die eigene Effizienz setzen kann, steht mit den Gästen aus Heuchelheim, das jüngste Team der Liga auf dem Platz. TSF-Trainer Kevin Grebe finde es klasse, die Aufstiegsrunde zu bestreiten, und möchte an den Leistungsschwankungen seiner Elf in den nächsten Spielen arbeiten.

In jedem Fall dürfen sich die Zuschauer auf einen spannenden Modus freuen, dessen Bewertung am Ende der Saison erfolgen wird.

Abstiegsrunde

Die Abstiegsrunde umfasst indes zehn Mannschaften, die untereinander zwei Absteiger in die Kreisliga B ausspielen. Bei diesem Spielmodus spielt jedes Team noch einmal gegeneinander. Die Punkte der Spiele aus der Vorrunde wurden mitgenommen - jedoch jene gegen die Aufstiegsrunden-Teilnehmer gestrichen.

Schwer hat es dabei die FSG Wettenberg II, die mit null Zählern am Tabellenende liegt. FSG-Trainer Patrick Schreiter versucht dennoch, den Druck von seinem Team zu nehmen. »Personell geht es bei uns, vor allem mit Blick auf die erste Mannschaft - nun fehlen nur noch die Ergebnisse und der Erfolg«. Seine Mannschaft wolle sich in den verbleibenden neun Spielen »ordentlich« verkaufen, dazu reist die Gruppenliga-Reserve am Sonntag zum TSV Rödgen. TSV-Trainer Robel Ambaye ist auf der Gegenseite vom Klassenerhalt überzeugt. »Im Gegensatz zur Vorrunde, wo ich in fast jedem Spiel eine andere Mannschaft hatte, ist die Euphorie der Vorbereitung, auch durch die Neuzugänge, zu spüren«, fasst Ambaye die Situation der Gießener Vorstädter zusammen.

SV Langd als Teil der FSG Horlofftal

Ebenso schwierig ist die Situation beim TSV Allendorf/Lahn. Trotz großer Bemühungen verbuchte der TSV nur acht Punkte. Die Distanz zu den nächsten vier Mannschaften ist mit vier Punkten aber nicht groß. Zum Restrunden-Start empfängt der TSV die FSG Garbenteich/Hausen. Gästetrainer Tim Aff berichtet von einer »schrecklichen« und bislang nie dagewesenen Vorbereitung, die nicht unbedingt dem komfortablen - und zugleich unglücklichen - Spitzenplatz in der Abstiegsrunde geschuldet ist. Beruflich verhindert, wieder Spaß am Urlaub und eben Corona sind nur einige der Stichworte, die den Trainer beschäftigen.

Thorsten Hillgärtner will Traditionsverein FC Großen-Buseck vor seinem Wechsel im Sommer unbedingt den Klassenerhalt ermöglichen, dazu wäre ein Heimsieg gegen den MTV 1846 Gießen II ein erster Schritt. Die Reserve der Männerturner hat auf die Busecker noch sieben Punkte Vorsprung. Gleiches gilt für Andreas Seum, der mit seiner SG Utphe/Trais-Horloff/Inheiden gegenüber Buseck zwei Punkte mehr aus dem Konto hat und ebenfalls einen frühzeitigen Klassenerhalt anstrebt. Hintergrund ist die Aufnahme des SV Langd, der als viertes Mitglied der neu gegründeten FSG Horlofftal für zukunftsträchtigen Fußball im Südkreis Gießen sorgen soll.

Trainer Ümit Komac von Gegner FSG Lollar/Staufenberg hat da andere Sorgen. Mit einem soliden Konto von 21 Punkten möchte er in den verbleibenden Spielen, die vereinbarte Trennung der beiden Vereine »soweit es geht, von den Spieler weghalten«. In der fünften Begegnung stehen sich der TSV Lang-Göns II und der FC TuBa Pohlheim II gegenüber. Die Pohlheimer bleiben als Verbandsliga-Reserve eine Wundertüte, während TSV-Coach Georg Hoppe einen soliden Job macht, um für die Entwicklung der jungen Spieler zu sorgen, die sich anschließend für die Gruppenliga empfehlen können.

Der Spannungslevel der Abstiegsrunde ist jedoch in jedem Fall ein »Blick in die Glaskugel«.

Der Kasten wird in Zukunft hoffentlich sauberer bleiben. Der TSV Allendorf/Lahn , in der Kreisliga A Gießen in der Abstiegsrunde am Ball, hat prominente Verstärkung erhalten: Künftig wird Dominik Wagner das Tor seines Ursprungvereins hüten. (red)

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Yves Lohwasser Trainer SV Annerod © Steffen Bär

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