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Rolf Scholz in Frankreich an der Seitenlinie

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Nicht die 46ers, sondern die deutsche Polizeiauswahl hört jetzt auf sein Trainerwort: Rolf Scholz. Foto: Schepp © Schepp

Gießen . Am Montag geht’s für Rolf Scholz ab Frankfurt nach Bordeaux, danach weiter nach Limoges, 130 000-Einwohnerstadt im Nordwesten des französischen Zentralmassivs. Limoges? Wenn man weitersucht, wird man schnell fündig, denn der mit Abstand erfolgreichste Sportverein der Stadt ist (und vor allem war) CSP Limoges, neunfacher französischer Basketball-Meister und fünf mal Gewinner des Europapokals.

Hat Rolf Scholz, Gießen-Licher Basketball-Urgestein und in Corona-Zeiten Intermistrainer der Gießen 46ers, ein neues (internationales) Betätigungsfeld gefunden? Wird er CSP Limoges als Coach zu neuen basketballerischen Höhenflügen führen? Knapp vorbei, ist auch daneben, aber mit Basketball hat es schon zu tun.

Scholz verbindet diesmal vielmehr sein Hobby, Basketball, mit dem Brotberuf als Hauptkommissar, denn der 42-Jährige coacht die deutsche Nationalmannschaft der Polizei bei den Europameisterschaften, die ab Montag eine Woche lang in Limoges stattfinden werden. »Es gab und gibt ja viele Polizeimannschaften in Deutschland, die national und international antreten. Beim Basketball ist das allerdings eine Premiere und als ich gefragt wurde, ob ich mir vorstellen könnte, das zu übernehmen, habe ich gerne ja gesagt.« Schließlich sei das auch eine »Ehre und Form der Anerkennung«, erläutert Scholz, der nach internen Ausschreibungen etwa 120 Polizeibedienstete zur Verfügung hatte, die Interesse hatten, ein uniformiertes Basketball-Team zu stellen. Dafür wurde dann auch ein Sichtungslehrgang durchgeführt. Trainiert, gesichtet und zusammengestellt wurde das Team in Jena, in Selm, nördlich von Dortmund, »mussten wir uns sportlich qualifizieren. Wir waren in der Quali mit Irland und England, aber die Iren mussten aus Corona-Gründen absagen, gegen England haben wir uns dann durchgesetzt«, sagt Headcoach Scholz zur ersten sportlichen Hürde, die seine Mannschaft meistern konnte. Und so kam es, dass die deutsche Polizei erstmals an einer EM teilnimmt. Das Niveau, weiß Scholz, »ist richtig gut« - ein Quervergleich sei zwar schwer zu ziehen, aber »in Testspielen gegen ProB-Teams sind wir schon gut dabei.« Was angesichts einiger bekannter Namen auch nicht verwundert. So ist Felix Hecker dabei, der bei den Skyliners hauptsächlich in der ProB spielt, aber im vergangenen Herbst auch in der Bundesliga debütierte. Oder auch Phillip Zwiener, mittlerweile 36 Jahre alt, der in der Bundesliga für Alba Berlin, TBB Trier, Eisbären Bremerhaven oder auch Oldenburg spielte und es sogar auf 60 Länderspiele, mit der Teilnahme an den Olympischen Spielen 2008 in Peking, bringt. Auch Ermen Reyes-Napoles, Ex-Akteur von Science City Jena, bringt ordentlich höherklassige Erfahrung mit.

Mit diesen Spielern als Korsett der Mannschaft reist Rolf Scholz (»Wir treffen uns am Sonntag in Frankfurt, wo wir auch noch mal trainieren«) am Montag schließlich zur EM, wobei »unheimlich schwer einzuschätzen ist, wie wir da abschneiden werden.« Zunächst einmal geht es in der Gruppe gegen Griechenland, Italien und Belgien. »Ich sag mal, wir sind in der Außenseiterrrolle, aber auch, wenn das natürlich viel Spaß machen soll, werden wir sicher nicht nur als Freizeitmannschaft auftreten. Wir wollen da schon auch gut abliefern.«

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