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Ruhiges Händchen auf Rechtsaußen

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Von: Nico Hartung

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Einer der Gewinner dieser Saison beim TV Hüttenberg: Tristan Kirschner. © Röczey

Hüttenberg. Vor der laufenden Spielzeit war Tristan Kirschner wohl nur den wenigsten Kennern der 2. Handball-Bundesliga ein Begriff. Etwas mehr als ein halbes Jahr später hat sich diese Situation definitiv geändert. Der Rechtsaußen des TV Hüttenberg hat in der laufenden Saison in 25 Begegnungen bereits 73 Tore erzielt und kann dabei mit einer Quote von über 71 Prozent getroffener Würfe glänzen.

Wenn die Hüttenberger an diesem Freitagabend im Heimspiel gegen den VfL Eintracht Hagen ranmüssen (19.30 Uhr), wird das Nachwuchstalent jedoch nicht dabei helfen können, den aktuellen Negativlauf von vier Niederlagen aus den letzten fünf Begegnungen zu stoppen: Der 20-Jährige wurde unter der Woche positiv auf das Corona-Virus getestet und befindet sich seitdem in häuslicher Quarantäne. »Bislang ist es ein milder Verlauf, ich habe nur leichte Erkältungssymptome und eine belegte Stimmung«, gab der Linkshänder im Rahmen seines Kurzinterviews mit dieser Zeitung jedoch sogleich Entwarnung.

Tristan, sind Sie manchmal selbst ein bisschen überrascht, dass Sie sich derart schnell auf Rechtsaußen festgespielt haben und beinahe die gesamte Spieldauer über auf der Platte stehen?

Na klar, damit konnte man vor dieser Saison ja nicht rechnen. Tobi (Rechtsaußen Tobias Hahn, Anm. d. Red.), der beim Großteil der Spiele eigentlich von Anfang an beginnen sollte, war lange verletzt, so dass ich da auch ein bisschen ins kalte Wasser geworfen worden bin. Ich hatte dann das Glück, in einen ganz guten Lauf hineinzukommen.

Sie weisen für Ihre 20 Jahre eine beeindruckende Wurfquote von über 71 Prozent auf, wirken während der Partie ruhig und abgezockt. Ist Ihre ruhige Hand das Resultat von Training oder eher eine Typsache?

Das ist schwer zu beantworten. Am Anfang hat man noch gemerkt, dass die Torhüter sich schnell auf meine Würfe eingestellt haben, da hatte ich teilweise nur Wurfquoten von knapp 60 Prozent oder weniger. Ich habe dann häufig mit unserem Co-Trainer Stefan Kneer gesprochen, der mir entscheidende Tipps gegeben hat und mir eine Riesenhilfe war. Das spricht eher für den Trainingsaspekt. Zudem habe ich recht lange Arme und kann hoch springen, das ist für einen Rechtsaußen auch nicht so schlecht (lacht). Nach der Winterpause hatte ich dann einen guten Lauf und teilweise Spiele mit 100 Prozent Wurfquote bei fünf oder sechs Abschlüssen. Ich hoffe natürlich, dass das noch möglichst lange so weitergeht, weiß aber auch, dass irgendwann wieder Spiele kommen werden, wo ich vielleicht nur zwei oder drei aus sechs Versuchen treffen werde.

Der TVH hat vier der letzten fünf Spiele verloren, die Leichtigkeit aus der Hinrunde ist abhanden gekommen. Welche Gründe gibt es für das aktuelle Formtief?

Ich denke, dass die Gegner sich insgesamt viel besser auf uns eingestellt haben. Man muss nur sehen, dass Do (Dominik Mappes, d. Red.) in jedem Spiel gedoppelt wird, weil jeder weiß, wie gut er ist. Daraus schlagen wir derzeit zu wenig Kapital. Man muss auch sehen, dass wir in der Hinrunde teilweise über den Erwartungen gespielt haben. Ich denke da nur an das erste Saisonspiel bei den Eulen Ludwigshafen (26:21-Sieg, d. Red.), die hatten uns einfach total unterschätzt. Das haben wir dann auszunutzen gewusst. Wir geben in jedem Training Vollgas und versuchen, die Wende herbeizuführen.

Tristan Kirschner erlernte das Handballspielen bei seinem Heimatverein in Buseck-Beuern, wo er auch heute noch lebt. Der 20-Jährige geht seit den C-Junioren für den TV Hüttenberg auf Torejagd und durchlief seitdem alle Jugendmannschaften bei den Blau-Weiß-Roten. Der Rechtsaußen ist angehender Physiotherapeut und absolviert im Oktober seine Staatsexamensprüfung. (niha).

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