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Saftige Pleite ist nicht das Schlimmste

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Dutenhofen (flo). Dass die Drittliga-Handballer der HSG Dutenhofen/Münchholzhausen nach vier Spielen ohne Niederlage zum Start der Rückrunde gegen den TV Gelnhausen eine klare 22:30 (10:15)-Pleite kassierten, war am Tag danach nicht die größte Sorge von Trainer Axel Spandau.

HSG Dutenhofen/M. - TV Gelnhausen 22:30

Ebenso wenig, dass die Grün-Weißen dadurch auf den Relegationsplatz der Süd-West-Staffel abrutschten. Nein, viel schwerer als all das wog die Verletzung von Offensivantreiber Leon Boczkowski. »Das«, stellte Coach Axel Spandau im Nachgang klar, »ist das Allerschlimmste.« Keine ganze Minute war vergangen, da suchte Boczkowski den Weg ins Eins-gegen-Eins, rutschte mit dem rechten Fuß weg, blieb liegen. Erst musste der 20-Jährige von seinen Mitspielern vom Parkett getragen werden, dann ging es noch während des Spiels ins Krankenhaus.

»Der Fuß ist gebrochen«, erläuterte Spandau. Die Operation folgt in dieser Woche. »Leon wird in dieser Saison nicht mehr zurückkommen«, ist sich der HSG-Trainer sicher. Ein Ausfall, der den Mittelhessen massiv Substanz raubt: Mit seinen Toren, mit seinen ansatzlosen Rückraumwürfen, mit seinen Überraschungsmomenten war Rückraummann Boczkowski einer derer, die den Aufschwung der letzten Wochen personifizierten. Es ist also das nächste Kapitel der grün-weißen Seuchensaison. Bis zum 5:6 (13.) schaffte es die Spandau-Sieben, das Hessenderby ausgeglichen zu gestalten. Danach schwammen ihr zusehends die Felle davon. Zum einen, weil der HSG im Angriff ohne Boczkowski, für den über weite Strecken Trainersohn Phil Spandau in die Bresche sprang, die Durchschlagskraft aus dem Rückraum fehlte und sie obendrein zu viele technische Fehler verbuchte.

»Mit 22 Toren gewinnt man selten ein Spiel. Wir haben überhaupt keinen Rhythmus gefunden«, befand Coach Axel Spandau. Zum anderen, weil seine Mannschaft in der Deckung keine Mittel gegen die quirligen Gelnhäuser fand. Vom schnellen Umschaltspiel der Gäste war zwar wenig zu sehen - aufgrund vieler Ausfälle wohl auch im Sinne des Kräftehaushaltens. Dafür aber machte der TVG im Positionsspiel mächtig Tempo, ließ das Harzleder so zügig und so druckvoll zirkulieren, dass Dutenhofen kaum Stoppfouls generierte und sich schließlich immer eine Lücke ergab.

Schock

»Gelnhausen ist natürlich sehr stark im Eins-gegen-Eins, wir hatten uns aber genau darauf eingestellt. Vielleicht war der eine oder andere noch zu sehr von Leons Verletzung geschockt, dass er nicht so herzhaft zugegriffen hat«, rätselte Spandau, dessen Truppe sich gleich neun Zeitstrafen einhandelte. Bereits bis zur Pause gerieten die Grün-Weißen mit 10:15 ins Hintertreffen. Und weil sich an den Kräfteverhältnissen auch im zweiten Durchgang nichts änderte, wuchs der Rückstand bis zum 16:27 (51.) Tor um Tor an, ehe die Gastgeber noch ein wenig Schadensbegrenzung betrieben. Wie die HSG den Abstiegskampf ohne Boczkowski bewältigen will? »Es gibt Ideen, aber die sind noch nicht spruchreif«, so Spandau. Die Aussichten aber haben sich eingetrübt.

HSG Dutenhofen/Münchholzhausen: Böhne, Knop (ab 46.); Gümbel (4), Hoepfner (3), Boczkowski, Lindenstruth (1), Belter (3/1), Bremond (4/2), Datz (2), Rüdiger, Werth, Steinmüller (2), Okpara (2), Spandau (1).

TV Gelnhausen: Lahme, Tittel (ab 49.); Mocken (10/4), Altscher (1), Fehl, Geisler (6), Altwein (1), Georgi (2/1), Bergau (3), Wörner, Hilb (4), Hüttmann (3).

Schiedsrichter: Diebecker/Hermschröder (Herzebrock-Clarholz/Fröndenberg/Ruhr) - Zuschauer: 200 - Zeitstrafen: neun (Gümbel zwei, Lindenstruth zwei, Datz zwei, Werth, Okpara zwei); vier (Mocken, Geisler, Wörner, Hilb) - Rote Karte: Georgi (48., Gelnhausen) wegen eines Foulspiels - Siebenmeter: 3/3:7/5.

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