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Saighani hat das letzte Wort

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Friedberg (rma). Am Ende eines 94-minütigen Klassespiels und der 2:3 (1:2)-Niederlage bei Regionalligaanwärter Türk-Gücü Friedberg steht Fußball-Hessenligist SC Waldgirmes mit leeren Händen da.

TG Friedberg - SC Waldgirmes 3:2

»So zu verlieren ist total ärgerlich und wahnsinnig bitter. Wir haben extrem viel investiert«, klagte SC-Trainer Mario Schappert. In diese Worte hatte »Schappi« die große Freude über den hochverdienten 2:2-Ausgleich durch Felix Erbens Kopfballtor in der 90. Minute gepackt. Aber eben auch die totale Enttäuschung darüber, dass der Ex-Waldgirmeser Masih Saighani den favorisierten Rangdritten in der dritten Minute der Nachspielzeit noch zum 3:2-Siegtreffer köpfte. Die mitgereisten Gästeanhänger, die zuvor über die couragierte Vorstellung ihrer Jungs staunten, konnten es samt der SC-Spieler, die völlig konsterniert auf dem Platz kauerten, nicht fassen.

Die Ausgangslage war klar: Türk-Gücü besitzt eine überragende Offensivabteilung, die Waldgirmes mächtig fordern würde. Andererseits stand auch fest, dass eine Friedberger Deckung, die in 22 Spielen 44 Gegentore zugelassen hat, einiges anbieten würde. Und genau so kam es auf dem klitzekleinen Kunstrasen auch. Kaum waren die Klänge der martialisch angelegten Einlaufhymne aus dem Stadion von Galatasaray Istanbul verstummt, legten die Gastgeber los. Bereits nach 70 Sekunden kratzte Gästekeeper Maik Buss einen Kopfball Masih Saighanis aus dem Winkel. Die weiten Diagonalpässe des afghanischen Nationalspielers waren samt seiner Kopfballstärke eine Augenweide. Die Kehrseite des mittlerweile 35-jährigen Innenverteidigers, nämlich dessen fehlende Geschwindigkeit, arbeiteten die Lahnauer aber fix heraus. Mit flinken Kombinationen marschierten sie wahlweise über die Flügel oder durchs Zentrum nach vorne und stürzten Friedberg von einer Verlegenheit in die andere. Max Schneider (14.), Felix Erben (19.) und Enes Cinemre (24./25.) ließen Riesengelegenheiten aus. Immerhin traf Kevin Bartheld nach Cinemres Flanke zum 0:1 (21.). Waldgirmes verpasste eine höhere Führung und wurde dafür bestraft. »Zweimal waren wir hinten nicht aufmerksam«, wusste Mario Schappert in bezug auf Saighanis Kopfball zum 1:1 (32.). Und gemünzt auf das 2:1 durch Torjäger Noah Michel (42.), bei dem weder der Torschütze, noch Vorlagengeber Demyan Imek bei dessen Schnittstellenpass wirklich gestört wurden. Bis zur dritten Minute der Nachspielzeit gab es dann keine einzige Torchance mehr für den haushohen Favoriten. Halb Friedberg staunte darüber, wie kompakt Waldgirmes in der Defensive stand und mit welcher Moral und Leidenschaft die Gäste um den Ausgleich kämpften. Noch bevor Felix Erben der letztlich nicht ausreichende Ausgleich gelang, ließen Schneider (51.), Erben (53.), Cinemre (54.) und Lukas Fries (68.), teilweise wunderbar herausgespielte Möglichkeiten liegen. Fußballerisch war wie bei den beiden vorangegangenen Siegen eine positive Entwicklung bei Schapperts Männern unverkennbar. Weil diese vorne ihre Gelegenheiten nicht nutzten und weil der Regionalligaanwärter mit seiner Klasse in der Offensive schlicht cleverer war, blieb am Ende aus Gästesicht nichts außer Komplimenten hängen. »Wir haben in einem sehr guten Spiel einen Riesenfight abgeliefert. Dass das nicht belohnt, sondern am Ende sogar noch bestraft wurde, ist fast tragisch«, bilanzierte Mario Schappert.

TG Friedberg: Koob - Eren (90.+4 Mahmudov), Saighani, Häuser, Scheffler (4. Gatamura) - Usic, Henrich - Yikilmaz (67. Thielmann), Schorr, Imek (78. Knecht) - Michel.

SC Waldgirmes: Buss - Safiew, Schmidt, Fries, Olizzo - Fürstenau, Golafra, Schneider (70. Hartmann) - Cinemre (84. Götz), Bartheld - Erben.

Tore: 0:1 Bartheld (21.), 1:1 Saighani (32.), 2:1 Michel (42.), 2:2 Erben (90.), 3:1 Saighani (90+3) - Schiedsrichter: Jäschke (Nieder-Roden) - Zuschauer: 180

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