Scheinbar ungleiches Derby

Gießen (bir). Die Tabellensituation lässt vielleicht eine einseitige Partie erwarten, wenn am Samstag (Anstoß 14.30 Uhr) in der Fußball-Verbandsliga Mitte die SG Kinzenbach auf den FC Gießen II trifft.

Der mit 19 Punkten Tabellenelfte gegen das Schlusslicht, das bisher zehn Zähler geholt hat. Doch die Gastgeber aus dem Heuchelheimer Ortsteil haben da noch die Erinnerung an das Aufeinandertreffen der beiden Teams letztes Jahr, als die ebenfalls als Letzter weit abgeschlagenen Gießener mit neuem Trainer Benni Höfer, der Roger Reitschmidt abgelöst hatte, die Kinzenbacher auf eigenem Platz sensationell mit 4:1 abgefertigt hatten.

Diese Erinnerung verbunden mit der Forderung, den Gegner ernst zu nehmen, hat SG-Trainer Oliver Dönges (»Mal sehen, wer aus dem Regionalligateam mitspielt«) seinen Spielern vor dem Derby noch einmal verdeutlicht.

SG Kinzenbach - FC Gießen II (Sa., 14.30 Uhr)

»Damals haben wir die Gießener unterschätzt, das war unser Problem, das darf uns diesmal nicht passieren. Aber wenn wir an unsere Leistungen der letzten beiden Spiele anknüpfen und vor allem unsere Chancen nutzen, haben wir gute Möglichkeiten diesmal zu gewinnen«, glaubt Dönges, der auch die letzte 1:5-Klatsche beim TSV Steinbach II nicht als Manko ansieht: »Ich war mit meiner Truppe zufrieden. Wir haben beim Tabellenführer zu hoch verloren, auch weil wir eine Riesenchance, mit 2:1 in Führung zu gehen, nicht genutzt haben. Wer weiß, wie es sonst gelaufen wäre.«

Ob Torjäger Henrik Keller, der nach seiner Fußverletzung im Training nur gelaufen ist, gegen Gießen auflaufen kann, wird sich ebenso kurz vor der Partie entscheiden wie der Einsatz von Nicolas Anker mit seinem lädierten Fuß. Benjamin Mark ist erkrankt, und nicht im Kader ist Ertugrul Gündüz, der krankheitsbedingt während der Woche nicht trainieren konnte.

Ebenfalls mit einer deutlichen Niederlage im Rücken geht der FCG II in das Derby. »Beim 2:5 in Breidenbach haben wir nicht schlecht gespielt und haben zu hoch verloren«, will FC-Coach Thomas Turgut seinem Team keinen Vorwurf machen und gibt zu bedenken: »Wir haben eine junge Mannschaft, die immer versucht Fußball zu spielen.«

Und wer verstärkt in Kinzenbach die Verbandsliga-Mannschaft aus der »Ersten«? »Wenn das Regionalliga-Team spielt, kommt keiner runter. Wenn nicht, muss man sehen«, muss Turgut abwarten.

Von Kinzenbach weiß der FC-Trainer, dass »sie eine eingespielte Truppe mit ordentlicher Qualität haben und wir auf Keller aufpassen müssen, falls er spielt.« Von seiner Mannschaft erwartet er: »Wir müssen versuchen, Fußball zu spielen und hinten dicht machen.« Neben dem rot-gesperrten Gabriel Birol fehlen die angeschlagenen Shamil Mazitov, Dennis Lepper und David Osei dem FCG II.

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