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Schlegel hält, Lex trifft

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Holzheim (am). Rein faktisch gesehen hat Handball-Oberligist HSG Pohlheim mit dem 33:32 (16:15)-Erfolg gegen die MT Melsungen II die 32:33-Niederlage aus dem Hinspiel wettgemacht, ist damit mit der Bundesliga-Reserve im direkten Vergleich gleichauf und hat punktgleich mit der HSG Kleenheim-Langgöns die Tabellenspitze übernommen.

HSG Pohlheim - MT Melsungen II 33:32

Rein faktisch. Doch das ist nur ein Aspekt des samstäglichen Aufeinandertreffens in der Holzheimer Sporthalle. »Vom Niveau her war das ein wirkliches Spitzenspiel«, fasste Pohlheims Trainer Jens Dapper die 60 temporeichen und hochklassigen Spielminuten zusammen.

Die zwar wegen Anfahrtsproblemen der Gäste erst mit 40-minütiger Verspätung angepfiffen werden konnten, dafür aber alle Attribute eines Samstagabend-Krimis beinhalteten und von über 1200 Zuschauern miterlebt wurden. Denn zu den (Corona-bedingt) rund 150 Zuschauern in der Holzheimer Sporthalle gesellten sich in der Spitze über 1050 (!) Nutzer der You-Tube-Liveübertragung der Gastgeber. Und die sahen eine Heimmannschaft, die sich zwar schnell auf 5:1 (7. Spielminute) durch Moritz Lambrecht absetzte, sich aber bis in die Schlussminuten nie ihrer Führung sicher sein konnte.

Denn dafür hatte die hochtalentierte Nachwuchsschmiede des Bundesligisten aus Melsungen zu viel Qualität zu bieten. Vor allem durch Paul Kompenhans, David Kuntscher, Maximilian Pregler und Julian Fuchs, die zusammen 28 der 32 Gäste-Treffer markierten. Zwar gingen die Schützlinge von Trainer Georgy Sviridenko nur beim 19:20-Zwischenstand in der 35. Minute durch den zukünftigen Hüttenberger Kuntscher in Führung, doch lieferte die Youngster-Truppe der MT den Pohlheimern eine weitgehend ausgeglichene Begegnung in einer Partie mit schnellen Seitenwechseln.

In der somit packenden Begegnung waren es dann doch einige Gastgeber-Trümpfe, die den Heimsieg garantierten. »Jannik Schlegel war der Matchwinner, Stefan Lex hat sensationell getroffen«, brachte es Jens Dapper auf einen Nenner.

Während der zu Beginn der zweiten Halbzeit eingewechselte Keeper Schlegel immer wieder die Melsunger Werfer mit seinen Paraden zur Verzweiflung brachte, glänzte Ex-Bundesligaspieler Lex mit 14 Treffern aus dem rechten Rückraum (nahezu ohne Fehlwurf) und nutzte die Freiheiten, die sich aus der offensiven Deckung der Gäste gegen den Pohlheimer Halblinken Max Rühl ergaben.

Doch dürfen bei der Bewertung des Heimerfolgs zwei weitere Faktoren nicht unerwähnt bleiben. Zum einen die grandiose Leistung des Pohlheimer Innenblocks mit Moritz Lambrecht und Florian Niclas, der sich von den spielstarken Angreifern der Bundesliga-Reserve nicht den Schneid abkaufen ließ. Und dann der erst in den Schlussminuten eingewechselte Lukas Drommershausen, der mit seinen Treffern zum 32:29 und 33:30 den Weg zum doppelten Punktgewinn ebnete, der nicht nur aus Sicht von Jens Dapper »verdient« war.

Pohlheim: Schlegel, Wüst; Friedl (4), Happel, Weisel, Rühl (5/2), Lex (14), Niclas, Lambrecht (2), Gilbert (1), C. Träger, Wagner (3), J. Träger (2), Drommershausen (2).

Melsungen: Büde, Ullrich, Herbst; Dobriczikowski, Grolla, Rietze, Beekmann, Pregler (5), Kompenhans (6), Andrei (2), Reinbold (2), Sahin, Fuchs (10/6), Kuntscher (7).

Zuschauer: 150. - Schiedsrichter: Engel/Hofmann (Dornheim/Groß-Gerau). - Zeitstrafen: 12:8 Minuten. - Siebenmeter: 3/3:6/6.

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