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Schnell den Rhythmus finden

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Sieht so aus, als sei das sein letzter Einsatz für den FC Gießen gewesen: Donny Bogicevic (re.) gegen Großaspach. © Ben

Gießen .»Die ein, zwei Tage waren wirklich skurril«, sagt Trainer Daniyel Cimen dazu, was sich da in der Vorwoche beim und rund um den Fußball-Regionalligisten FC Gießen abgespielt hat. Erst kämpfte die Waldstadion-Elf mit den Nachwirkungen einer Corona-Welle, einer nach dem anderen der Spieler testete sich nach und nach frei. Und als der FCG gerade wieder ein Team stellen konnte, fiel das Match dennoch aus.

FC Homburg - FC Gießen (Heute, 19 Uhr)

Der Grund: Corona bedingt hatte der FSV Frankfurt keinen Torhüter. Und selbst wenn die Truppe vom Bornheimer Hang einen Keeper gehabt hätte, wäre die Partie aller Voraussicht nach trotzdem abgesagt worden. Dichter Schneefall im April sorgte für eine weiße Decke im Waldstadion. »Da zu spielen, hätte ich mir nicht vorstellen können«, erklärt Cimen, der heute mit seinen Schützlingen vor der Auswärtsaufgabe beim FC Homburg steht (Anstoß 19 Uhr). Aufgrund der Witterung, so der Coach, »mussten wir improvisieren. Am Samstag waren wir in der Soccerhalle in Alten-Buseck, am Sonntag ist jeder für sich individuell gelaufen.« Erst am Montag schloss sich das erste gemeinsame Training in der Gesamtgruppe an. Vier Spieler hatten die Corona-Freitestung am Montag noch hinter sich zu bringen, einer wird morgen im Kader stehen, was eine Stärke von 17 Mann (inklusive drei Torhüter) ergeben wird Mit Verletzungen werden definitiv Ryunosuke Takehara (Bänderriss), Takero Itoi (Muskelbündelriss), Donny Bogicevic (Hüft-OP) und Gianluca Lo Scrudato (Meniskus) fehlen. Beim 20-jährigen Bogicevic, der den Verein mit seiner Operation ohne Absprache vor vollendete Tatsachen gestellt hatten, stehen alle Zeichen auf Trennung. Lo Scrudato wird in dieser Saison ebenfalls nicht mehr eingesetzt werden können. Bei denjenigen, die die Reise ins Saarland antreten werden, stellen sich Cimen entscheidende Fragen: »Wie kommen wir aus der zweieinhalbwöchigen Zwangspause raus? Wie schnell finden wir in den Rhythmus?« Die Homburger befinden sich aktuell im Dauereinsatz, für sie ist es die zweite Englische Woche - die erste verlief mit ganz unterschiedlichen Resultaten. Da warf der Ex-Bundesligist im Landespokal zunächst mit einer bärenstarken Vorstellung Drittligist 1. FC Saarbrücken aus dem Wettbewerb (2:1), um dann in der Meisterschaft beim VfR Aalen glatt mit 0:4 unterzugehen. Trainer Timo Wenzel sprach gar von einer »Schande. Wir bringen in solchen Spielen einfach nicht unsere Leistung.« Kapitän Patrick Lienhardt: »Wir können an einem guten Tag jeden schlagen, aber an einem schlechten gegen jeden verlieren.«

Für die Homburger geht es in der Liga um die viel zitierte »goldene Ananas«, der sechste Rang im Klassement ist quasi festzementiert. Einiges dürfte davon abhängen, wie sehr sich der Gastgeber für die 90 Minuten gegen die Hessen motivieren kann. Wobei die Gießener in diesem Jahr bewiesen haben, dass sie sich vor keinem Gegner verstecken müssen, auch wenn mit Giuseppe Burgio (drei Tore in den letzten beiden Begegnungen) der »Knipser« wegen einer Muskelverhärtung ausfällt. Als Unsicherheitsfaktor bleibt zudem, ob eine Übungseinheit reicht, um im Saarland mindestens auf Augenhöhe zu agieren.

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