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Schnelle Führung sorgt nicht für Ruhe

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Bad Nauheim (mcs). Nach elf von zwölf möglichen Punkten an den beiden Spielwochenenden zuvor sind die Kufencracks des EC Bad Nauheim in der Zweiten Deutschen Eishockeyliga (DEL 2) am vergangenen Wochenende komplett leer ausgegangen. Nachdem bereits die Freitagspartie beim ESV Kaufbeuren mit 2:5 verloren ging, konnte sich das Team von Trainer Harry Lange auch im Hessenderby am Sonntagabend keine Punkte schnappen und unterlag den Kassel Huskies auf eigenem Eis mit 3:

5 (1:2, 1:1, 1:2).

»Obwohl unser erster Schuss direkt im Netz gelandet ist, waren wir in den ersten 30 Minuten nicht da und haben uns nicht an unseren Spielplan gehalten. Kassel hat es gut gemacht, war schneller und hat uns wenig Zeit gelassen. Und eigentlich kann es da schon vorbei sein. Aber mit dem 2:3 haben wir uns wieder reingekämpft, haben ausgeglichen und hatten danach ein, zwei Topchancen, bei denen wir in Führung gehen können. Wir belohnen uns dann einfach nicht, was aber letztlich okay ist, da 30 starke Minuten in dieser ausgeglichenen Liga einfach nicht reichen und schon gar nicht gegen Topteams«, so Langes Fazit.

Dabei hätten sich die Bad Nauheimer den Start im heimischen Colonel-Knight-Stadion gar nicht besser ausmalen können, denn bereits nach 44 Sekunden traf Tim Coffman zum 1:0. Doch dieser Treffer gab den »Roten Teufeln« überhaupt keinen Impuls, im Gegenteil: Kassel dominierte in der Folge Drittel eins, kam auf eine Schussstatistik von 16:4 und drehte die Partie dank zweier Treffer. Und auch im Mittelabschnitt waren die Badestädter zu Beginn immer einen Schritt langsamer, nach dem schnellen 1:3 durch Lois Spitzner (22.) und weiteren Großchancen der Schlittenhunde schien sich die Niederlage früh anzubahnen. Doch weil EC-Goalie Felix Bick mehrfach stark parierte und stattdessen Fabian Herrmann (36.) auf der Gegenseite »aus dem Nichts« zum 2:3 traf, wurde es nochmal eng.

Völlig offen war die Partie dann nach einem schnellen Treffer von Taylor Vause (43.) zum 3:3 zu Beginn des Schlussbabschnittes. In der Folge waren die »Roten Teufel« am Drücker, doch im Stile einer Spitzenmannschaft schlugen die Huskies zu, holten sich durch Max Faber (52.) die Führung zurück und machten den Derbysieg - gleichzeitig der achte Ligaerfolg in Serie - dann mit dem 5:3 kurz vor dem Ende endgültig perfekt.

Fünf Gegentreffer hatten die Kurstädter auch am Freitagabend hinnehmen müssen und bei Angstgegner ESV Kaufbeuren beim 2:5 die 17. Niederlage in den letzten 18 Auswärtspartien im Allgäu einstecken müssen. Eine schwache Offensive und vor allem viele unnötige Strafen waren der ausschlaggebende Grund für die Niederlage. Bis zum 2:3 zu Beginn des letzten Drittels war der EC noch in Schlagdistanz, ehe sich Huba Sekesi eine Fünf-Minuten-Strafe einhandelte, was der aktuelle Tabellenführer bestrafte und die Partie mit zwei Treffern im Powerplay entschied.

Doch Zeit, um sich lange über die zwei Niederlagen zu grämen, ist nicht, denn schon heute Abend (19.30 Uhr) steht für Bad Nauheim die nächste Aufgabe an. Dann gastiert mit dem EV Landshut der Tabellenzweite und damit ein weiteres großes Kaliber im CKS. Der zweimalige Deutsche Meister ist stark in die DEL2-Saison gestartet, bis zum Wochenende führten die Niederbayern das Tableau sogar an. Nach der Overtime-Niederlage in Krefeld am Freitag (2:3) reichte ein Erfolg nach Verlängerung gegen Dresden (3:2) am Sonntag dann nicht, um die Spitze zu halten. Allerdings sprechen gleich acht Siege in den letzten neun Partien eine deutliche Sprache, weshalb auf die »Roten Teufel« heute ein dicker Brocken wartet. »Das ist klar, dass da erneut ein ganz schweres Spiel auf uns zukommt. Ich kann nur hoffen, dass wir es diesmal schaffen, 60 Minuten lang durchzuziehen«, blickte EC-Coach Lange voraus.

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