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Schönes Comeback für weiße Weste

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Von: Alexander Fischer

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Der Mann, der für die 46ers unter den Körben aufräumt: Stefan Fundic. Foto: Schepp © Schepp

Gießen. Für Branislav Ignjatovic nehmen die Feiertage kein Ende. Zumindest im übertragenen Sinne, denn ein Trauerfall in der serbischen Heimat überschattet in diesen ohnehin so grauen Tagen bei ihm jeglichen sportlichen Erfolg. Der 97:93-Sieg am Mittwoch in der Overtime bei den Bayer Giants Leverkusen hat dem Coach der 46ers natürlich gutgetan. Ein weiterer am Sonntag (16 Uhr) in der Osthalle gegen die ART Giants Düsseldorf wäre Balsam auf die geschundene Seele.

Gießen 46ers - Giants Düsseldorf (Sonntag, 16 Uhr)

Dass seine Frau Gordana und Sohn Djordje jedoch am Freitag das orthodoxe Weihnachtsfest mit ihm zu Hause in Ober-Ramstadt begehen konnten, das hat »Frenki« aufgerichtet. »Sie waren rund zwei Wochen in Kraljevo südlich von Belgrad. Ich bin froh, dass sie nach 13 Stunden nächtlicher Autofahrt endlich wieder zurück sind.« Und dass seine Profis Stefan Fundic, Igor Cvorovic und Karlo Miksic gestern Abend mit ihm in die serbisch-orthodoxe Kirche im Frankfurter Gallusviertel gingen, das hat Ignjatovic gezeigt, wie eng der Zusammenhalt auch im Team ist.

Die Familie ist vereint, der Kopf ist wieder frei für einen Januar, in dem Ignjatovics Team ein halbes Jahr nach dem Abstieg aus der Basketball-Bundesliga die Weichen endgültig in Richtung Playoffs stellen kann. Erst gegen Düsseldorf, dann gegen die Gladiators Trier, schließlich bei den Panthers Schwenningen und am Monatsende gegen die Karlsruhe Lions. Das Duell gegen die Dresden Titans am 4. Februar miteingerechnet, treten die 46ers in vier Wochen auch viermal zu Hause an. Anders gesagt: Von den kommenden fünf Partien steigen vier in der Osthalle. Ein Teufel, wer dabei nicht an eine gelungene Saison in der ProA nach einer misslungenen im Oberhaus denkt …

Gegen den Viertletzten des Unterhauses kann Ignjatovic endlich wieder einmal zehn Profis aufbieten. Nach sechs Matches Pause wegen einer Schulterluxation hat Igor Cvorovic von Ärzten und Physios Einverständnis für einen Einsatz bekommen. »They gave me green light«, freute sich der Montenegriner schon in Leverkusen wie Bolle auf sein Comeback.

Stefan Fundic, am Rhein einige Minuten durch Rambo Jose de Oliveira ausgeknockt, stimmte auf der Rückfahrt bereits wieder Lieder an. Und Roland Nyama, vom Leverkusener Kadre Gray beim Korbleger disqualifikationsreif zu Boden gestreckt, meldete sich schon Sekunden nach dem Abpfiff (»Ich bin ein erwachsener Mann«) wieder einsatzbereit.

Düsseldorf kassierte zuletzt sieben Niederlagen in Serie, schnupperte am Mittwoch beim 75:83 gegen die Uni Baskets Paderborn aber lange an einer Überraschung. Mit Point Guard Ryan Timothy Richmond (15 Punkte im Schnitt) und Center Lennart Bonner (durchschnittlich zehn Rebounds) warten starke Widersacher auf die 46ers. Topscorer der Männer von Cheftrainer Florian Flabb ist Flügelspieler Booker Wade Coplin mit 16 Punkten. Zudem liegt die Dreierquote des US-Amerikaners knapp unter 50 Prozent, so dass ihm die oft fahrig und schlampig verteidigenden Justin Martin und Roland Nyama nicht allzu viele freie Chancen gestatten sollten.

Aber auch Fehlwürfe können von der Düsseldorfer Mannschaft mehr als ordentlich kompensiert werden, schließlich haben sie bislang mit stattlichen 197 Rebounds die mit Abstand meisten Abpraller aller ProA-Teams eingesammelt.

»Düsseldorf ist ein weiteres Team, das wir nicht nach seinem Tabellenstand beurteilen dürfen. Sie haben zum Beispiel bei Spitzenreiter Rasta Vechta und deren ausgewiesen bärenstarke Deckung fast 100 Punkte erzielt«, warnt »Frenki« Ignjatovic seine Männer eindringlich davor, die Gäste nicht zu unterschätzen. »Sie haben zwar noch nicht viele Siege einfahren können, sind aber ungemein effektiv in der Offensive. In erster Linie geht es bei uns darum, die Dreipunktelinie zu verteidigen, ähnlich wie vor einigen Wochen gegen Paderborn. Sollten wir diese kontrollieren, haben wir gute Chancen, unsere Heimbilanz von bisher 6:1-Siegen weiter auszubauen.«

Dabei hoffen die 46ers-Verantwortlichen auf eine gut gefüllte Osthalle. Schüler und Studenten erhalten gegen Vorlage eines entsprechenden Nachweises 46 Prozent Rabatt aufs Ticket, zahlen also quasi nur die Hälfte des normalen Preises. »Wenn die Halle tobt, dann sind auch wir da«, weiß Regisseur Jordan Barnes, dass die Tribünen bisweilen wie ein elfter Mann im Kader wirken können.

Schließlich sollen für »Frenki« Ignjatovic die Feiertage kein Ende nehmen …

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