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Schon ein bisschen heimatlos

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Von: Rüdiger Dittrich

Gießen . Ein wenig heimatlos muss sich der FC Gießen mittlerweile schon vorkommen. Um die Watzenborner Neumühle, wo der Verein mit seinen Jugendmannschaften trainiert und zum großen Teil auch spielt, wo darüber hinaus die 2. Mannschaft beheimatet ist, gibt es derzeit reichlich Diskussionsstoff. Bei dem mittlerweile Emotionen hochkochen, wo ein kühler Kopf gefragt wäre.

So kursiert dieser Tage ein (virtuelles) Flugblatt unter dem Titel »Platzalarm«, in dem es heißt: »Liebe Kollegen, unsere Trainings- und Spielstätte ist in Gefahr. Obwohl wir einen gültigen Pachtvertrag für den Platz haben, versucht der Verein TuBa Pohlheim sich dazwischen zu drängen.«

Das wiederum ist eine verkürzte Sicht der Dinge, geht es doch auf politischer Ebene zunächst einmal nur darum, auszuloten, ob auf lange Sicht ggf. beide Vereine an der Neumühle gemeinsam untergebracht werden könnten. Davor steht sowieso eine Sanierung oder der Neubau des Funktionsgebäudes und Kunstrasens sowie eine eventuell notwendig werdende Erweiterung. Unter anderem zu diesem Zweck soll ein Sportstättenkonzept für Pohlheim erstellt werden. Ein ersten Treffen zur Erarbeitung eines solchen Konzepts war am Montagabend.

Heute Abend nun wird über den Antrag der SPD und Grünen entschieden, ob man TuBa Pohlheim zu einer adäquaten und dauerhaften sportlichen Heimat verhelfen will und kann. Über das »Wie« wird dann erst im zweiten Schritt entschieden. Dass der Antrag auf den Weg gebracht werden wird, scheint nach Lage der Mehrheit(sdinge) klar. Die Jugendfußballabteilung des FC Gießen will allerdings ab 18.30 Uhr Flagge zeigen und mit Kindern und Jugendlichen im FC-Dress an der Volkshalle in Watzenborn auftauchen. Sinn und Zweck der Aktion: »Wir wollen zeigen, dass wir mit vielen Kindern an der Neumühle trainieren, denn es macht den Eindruck, dass gar nicht bekannt ist, wie stark das dort genutzt wird«, sagt Michèl Magel für die Gießener. Was zum Anfang zurückführt, Stichwort: Heimatlos. So hatte der FC Gießen im Oktober für seine Jugendabteilung Platzzeiten an der Miller Hall beantragt. Jeden Tag für mehrere Juniorenteams. Dies wurde abschlägig beschieden, denn, so heißt es zur Begründung seitens der Stadt: »Der Kunstrasen ,An der Volkshalle’ ist (...) ein rein kommunaler Platz, der den verschiedenen Gießener Vereinen zur Verfügung steht. (...) Da aktuell die Nachfrage an Trainingszeiten von Gießener Sportvereinen/-gruppen sehr hoch ist, können keine Trainingszeiten zusätzlich vergeben werden.« Kurz und gut: Beim FC steht zwar Gießen drauf, steckt aber Pohlheim drin. Und dort stünden dem »FC Plätze der Stadt Pohlheim zur Verfügung.« Die Lesart betrifft übrigens auch die 1. Mannschaft, die die Hessenliga als Spitzenreiter anführt. Für die Elf von Daniyel Cimen gibt es keine Trainingszeiten an der Miller Hall. Sie trainiert derzeit in Grüningen. Und wie wäre es mit Training auf dem Kunstrasen am Waldstadion? Da ist das Flutlicht defekt. Seit geraumer Zeit.

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