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Schon wieder Fürth als Wendepunkt

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Frankfurt (pep). Die Angst in der Bundesliga war groß: Würden die Zuschauer nach der Pandemie in großer Zahl in die Stadien zurückkehren? Die Zahlen während der Einschränkungen haben auf große Skepsis beim Publikum hingedeutet, in den allermeisten Fällen wurde die möglichen Vollauslastungen auf niedrigem Niveau nicht erreicht.

Die teilweisen Einschränkungen, die 2 G und 3 G-Konzepte, die Maskenpflicht, die Schwierigkeiten der Dauerkartenbesitzer, das fehlende Gemeinschaftsgefühl und die tief verwurzelte Angst vor Ansteckung hatten die Menschen abgehalten wieder zu Zehntausenden in die Arenen zu pilgern. Nun aber deutet nach dem Wegfall der allermeisten Einschränkungen vieles auf eine neue Euphorie hin. Borussia Dortmund wird am Samstag beim Spitzenspiel gegen Leipzig mit 81000 Zuschauern ein vollbesetztes Westfalenstadion haben. Und auch in Frankfurt zeigt die Tendenz steil nach oben.

Dass die Arena im Europacup-Viertelfinale gegen den FC Barcelona mit 48000 Zuschauer gefüllt sein würde, war in Anbetracht des Gegners und der Bedeutung der Partie klar. Aufsichtsratschef Philip Holzer hatte von 250 000 Kartenanfragen berichtet.

Die in diesem Zusammenhang noch bessere Nachricht für die Eintracht ist, dass auch das Bundesligaspiel am Samstag gegen die Spielvereinigung Greuther Fürth zumindest auf den Rängen zu einem Fußball-Fest werden wird. Knapp 47000 der möglichen 51 500 Tickets waren bis Dienstag verkauft. Die ganz »normalen« Eintracht-Anhänger kehren zurück, die Fan-Klubs kehren zurück, die »Ultras« auch. Die Gründe für den Sinneswandel und die große Vorfreude: Endlich können die vielen Fan-Klubs ihre Mitglieder wieder gemeinsam mit Bussen zum Stadion bringen.

Endlich gibt es wieder das so lange vermisste Gefühl der Gemeinsamkeit, das Bierchen auf dem Weg zum Stadion und vor dem Stadion. Dabei ist die Pandemie sicher noch nicht vorbei. Aber die Beschränkungen sind gefallen.

Und so wird ausgerechnet das Spiel gegen den Tabellenletzten aus Fürth zum zweiten Mal in dieser Saison zu einem Wendepunkt für die Eintracht. In der Vorrunde war es ein sportlicher Einschnitt, mit einem mehr als glücklichen 2:1-Sieg in der Nachspielzeit konnte die Eintracht an jenem 7. November eine lange Erfolgsserie starten. Diese Chance besteht nun mit den Fans im Rücken wieder. Ein Erfolg gegen die Auf- und wahrscheinlichen Absteiger aus Franken, würde die Eintracht auch in der Liga wieder in eine gute Position beim Kampf um europäische Plätze bringen. Die Konkurrenz hat am 28. Spieltag auf dem Papier deutlich schwerere Aufgaben. Union Berlin und der 1. FC Köln spielen gegeneinander, der SC Freiburg spielt gegen die Bayern und die Mainzer in Mönchengladbach. Doch mit Vorhersagen ist das nicht nur bei der Eintracht so eine Sache.

Zumal die Frankfurter ganz zwangsläufig schon den Blick auf das Spiel gegen Barcelona gerichtet haben. »Das größte Spiel seit 60 Jahren«, hat Präsident Peter Fischer gesagt. Keiner hat ihm widersprochen. Auch Trainer und Spieler haben sich verbal schon auf die Spiele gegen »Barca« eingeschossen. »Wer gegen den Fünften aus Spanien weiterkommt, kann das auch gegen den Dritten schaffen«, hat Oliver Glasner gesagt, »wir wollen ins Halbfinale und müssen uns zutrauen, diese Runde zu überstehen«. Freilich ist Barcelona was anderes als Betis Sevilla.

Kevin Trapp hat seine Einschätzung vorsichtiger umschrieben. »Für Barcelona wird es auch nicht einfach, gegen uns zu spielen«, hat der seit Wochen überragende Nationaltorwart gesagt. Sein Kollege Kristijan Jakic hat mit einem Interview in seiner kroatischen Heimat Aufsehen erregt. »Ich habe vor niemandem Angst! Warum sollten wir sie nicht rauswerfen?«, hat der Mittelfeldspieler einen Gruß in Richtung Barcelona geschickt, »ich schaue in jedem Spiel nur auf den möglichen Erfolg. Negative Gedanken machen dich nur fertig«. In jedem Fall ein Spiel, das große Schatten voraus wirft.

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