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Schweigendes Ensemble

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Derzeit im Training gefragt: Jasmin Camdzic. Foto: Ben © Ben

Dutenhofen. »Kommt!!!« Nach 25 Spielminuten schrillt der laute Weckruf von Till Klimpke durch die ziemlich menschenleere Sporthalle in Dutenhofen. Erneut muss der Torwart der HSG Wetzlar hinter sich greifen. Erneut haben soeben seine Vorderleute gepennt und einen Tempogegenstoß des ThSV Eisenach zugelassen. 10:15 liegt der abstiegsbedrohte Bundesligist im ersten Testspiel der Rückrunden-Vorbereitung gegen den Zweitligisten zu diesem Zeitpunkt zurück.

Doch Klimpkes Weckruf verhallt ungehört. Am Ende unterliegen die Grün-Weißen mit 30:35 (14:19).

Klar: Die Domstädter treten ohne ihre WM-Fahrer um Trainer Hrvoje Horvat an. Klar: Die verbliebenen Spieler haben zwei Wochen harte Trainingsarbeit in den Knochen. Klar ist aber auch: Die Abwehr ist an diesem Spätnachmittag so lückenhaft wie ein Puzzle vom Kinderflohmarkt. Und während die Gäste so wild und ungestüm wie eine junge Heavy-Metal-Band auf dem Wacken-Festival über die Platte stürmen, kommen die Wetzlarer so brav wie Karajans Cello-Spieler daher. Keine Kommunikation, kein Anfeuern im Team, kein Feuer.

Das bleibt ein Problem. Auch in diesem Test. »17 Gegentore nach 23 Minuten«, stöhnt Geschäftsführer Björn Seipp auf der Tribüne, als es gar 11:17 steht. Und vor den Augen der noch verletzten Hoffnungsträger Stefan Cavor, der aber am Samstag im zweiten Test gegen den HSC Coburg sein Comeback geben soll, und Magnus Fredriksen (»Vielleicht kann ich beim Auswärtsspiel in Berlin wieder auflaufen«), spielt die HSG auch nach der Pause nicht besser.

Zwar verkürzt der emsige Lukas Becher mit einem Dreierpack auf 29:31 (55:00). Doch am Ende steht es dann doch 30:35 gegen einen äußerst motivierten Außenseiter. »Die Abwehr«, bilanziert Co-Trainer Filip Mirkulovski nach dem Abpfiff, »muss besser werden. Und wir haben heute zu viele Chancen vergeben.«

All das sind die Baustellen, die der neue Trainer Horvath sanieren muss. Ab Freitag, wenn der Kroate das Training übernimmt, um seine Mission Klassenerhalt zu starten.

HSG Wetzlar: T. Klimpke, Grazioli; Wagner (3), Mellegard (3), Nyfjäll (4), Rubin (6), Lipovina (1), Becher (7/3), Weissgerber (5), O. Klimpke (1), Schmidt, Schelker

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