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Sechs schauen nach oben, zehn nach unten

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Die Fußball-Kreisoberliga Süd startet mit einer Auf- und einer Abstiegsrunde in die zweite Saisonhälfte - allerdings mit unterschiedlichen Voraussetzungen.

Gießen. Nachdem die Verbands- und die Gruppenliga-Teams bereits zwei Spieltage im neuen Jahr absolviert haben, steigen nun auch die weiteren heimischen Fußball-Ligen wieder ins Geschäft ein. So auch die Kreisoberliga Süd, die das Feld nach der im alten Jahr absolvierten Einfachrunde aber nun gesplittet hat und in Auf- und Abstiegsrunden weiterspielt. Spannung dürfte daher sicherlich mehr denn je garantiert sein.

Aufstiegsrunde

Sechs Mannschaften stark ist die Aufstiegsrunde, wobei alle Teams »bei Null« starten und damit vor der ersten Partie zumindest auf dem Papier die gleichen Aufstiegschancen besitzen. Im Modus »Jeder-gegenjeden« werden sowohl Hin- als auch Rückspiele absolviert, sodass jedes Team noch zehn Begegnungen zu bestreiten hat.

Als Topfavorit auf den Aufstieg wird die SG Birklar gehandelt. Das Team von Trainer Labinot Dervishi spielte nicht nur eine bärenstarke Einfachrunde und schloss diese mit 41 von 48 möglichen Punkten souverän auf Platz eins ab, sondern konnte sich in der Winterpause personell nochmal deutlich verstärken. So schlossen sich der SGB mit Muhammed Dalkilic, Mecier Grouls und Ertugrul Günduz gleich drei Verbandsliga-Akteure an, Faruk Kaya (kam von Cermik Wetzlar) hat zudem viele Jahre Gruppenliga-Erfahrung bei den TSF Heuchelheim, Eintracht Wetzlar oder dem FSV Braunfels vorzuweisen. »Wir haben hohe Ziele, wollen in die Gruppenliga aufsteigen und mit unserer zweiten Mannschaft einen guten Unterbau etablieren«, ließ der Sportliche Leiter Edgar Müller daher auch unlängst wissen.

Viel los war in letzter Zeit bei der TSG Wieseck, die das alte Jahr auf dem dritten Tabellenplatz abgeschlossen hatte. Nachdem bekannt wurde, dass Stefan Frels und Martin Selmo im Sommer das Traineramt übernehmen sollen, trat der davon noch nicht in Kenntnis gesetzte Coach Matthias Günther zurück. Das Trainerduo übernimmt daher nun bereits vorzeitig. Das Ziel bleibt der Aufstieg, obwohl mit Günther nun auch dessen Sohn Jean-Claude (18 Tore) nicht mehr zur Verfügung steht. Trotz des Verlustes des Haupttorschützen gibt sich TSG-Macher Jörg Hildebrand optimistisch: »Ich sehe uns nicht chancenlos. Wir wollen versuchen, hochzugehen. Aber es ist kein Muss. Wenn nicht, gehen wir es mit den neuen Trainern nächste Saison an.« Frels und Selmo können mit der Unterstützung spielstarker A-Jugendlicher rechnen.

Landgraf-Team in Lauerstellung

Chancen ausrechnen, ein Wörtchen um die Meisterschaft mitzureden, dürfte sich auch die SG Obbornhofen/Bellersheim. In der Saison 2020/21 bis zum Abbruch regelrecht durch die Kreisoberliga marschiert, wurde die Qualifikation auch in dieser Runde locker erreicht. Die Platzierung war dabei nicht entscheidend. »Es ging darum, in die Top Sechs zu kommen - das haben wir frühzeitig geschafft. Und wenn Du in der Meisterrunde bist, hast Du natürlich das Ziel, um den Aufstieg zu spielen«, weiß O/B-Trainer Ralf Landgraf aber, dass dafür alles passen muss. »Die Runde ist kurz, weshalb wir nichts zu verschenken haben. Aber wir gehen das Ganze optimistisch an, der Topfavorit sind wir aber sicherlich nicht.« Los geht es für Obbornhofen/Bellersheim am Sonntag direkt mit dem Heimkracher gegen die SG Birklar.

Mit der SG Treis/Allendorf und der FSG Lumda/Geilshausen haben sich gleich zwei Teams aus dem Lumdatal für die Aufstiegsrunde qualifiziert - und treffen auch direkt am Sonntag aufeinander. Während Treis/Allendorf die Qualirunde auf dem zweiten Platz abgeschlossen hat, wusste die Elf von Matthias Röhmig als Vierter ebenfalls überzeugen. Dieser geht mit seiner FSG aufs »Abschiedstournee« und möchte vor seinem freiwilligen Rückzug im Sommer noch dem einen oder anderen Favoriten ein Bein stellen. Am liebsten gleich im Derby. Mit der SG Altenburg/Eudorf/Schwabenrod komplettiert zudem ein Team aus dem Fußballkreis Alsfeld die Top Sechs.

Abstiegsrunde

Zehn Mannschaften umfasst das Feld in der Abstiegsrunde. Da der TSV Großen-Linden seine Mannschaft bereits zu einem frühen Zeitpunkt der Saison zurückgezogen hat, steht der erste Absteiger bereits fest. Bleiben noch zwei. Im Gegensatz zu den Teams in der Meisterrunde starten die Teams aber nicht »bei Null«. Die Ergebnisse der Einfachrunde gegen die Mannschaften, die ebenfalls in die Abstiegsrunde müssen, werden mitgenommen. So weist der SV Hattendorf bereits 18 Punkte auf, die Sportfreunde Burkhardsfelden 16, der ASV Gießen 15. Allerdings liegt das Feld noch eng beisammen. So trennen die FSG Homberg/Ober-Ofleiden, die TSG Leihgestern (beide 14 Punkte), den TSV Klein-Linden (13) und die FSG Grünberg/Lehnheim/Stangenrod (12) nur zwei Zähler.

Mit elf Punkten unmittelbar vor dem ersten Abstiegsplatz liegt die SG Trohe/Alten-Buseck, die zum Auftakt mit der Partie bei der Grünberger Dreier-FSG direkt ein »Sechs-Punkte-Spiel« vor der Brust hat. Rico Michels gibt sich vor dem Start optimistisch, den Ligaverbleib mit seiner Mannschaft zu schaffen. »Wir hatten eine vernünftige Vorbereitung. Ansonsten sind die Voraussetzungen für viele Teams die gleichen. Und natürlich haben alle das Ziel, den Klassenerhalt zu schaffen. Da bilden auch wir keine Ausnahme«, so der Trainer Trohe/Alten-Busecks.

Auf dem vorletzten Platz liegt der Abstiegsrunde die FSG Bessingen/Ettingshausen/Langsdorf (10 Punkte). Dort hat Trainer Steffen Becker bekannt gegeben, sein Amt nicht nur am Saisonende niederzulegen, sondern seine Trainerkarriere ganz zu beenden. »Ich denke, es ist der richtige Zeitpunkt. Ich bin nun 20 Jahre im Aktivenbereich tätig, berechnet man die Jugend noch mit sogar nun 26 Jahre Trainer. Ich möchte einfach mehr Zeit für mich haben«, betont Becker. Dass zum Abschluss der Karriere aber noch eine Herkulesaufgabe wartet, ist dem FSG-Coach bewusst. »Es wird schwer für uns, ganz klar. Wir haben eine reife Mannschaft, da ist es klar, dass sich Prioritäten verschieben aufgrund von Familie oder Arbeit. Dennoch sind wir eine eingeschworene Truppe, werden kämpfen und alles geben, dass wir die Klasse doch halten können«, möchte sich Becker natürlich ungern mit einem Abstieg aus dem Fußball-Geschäft verabschieden.

Kurt verstärkt Kurdischen FC

Die schwerste Aufgabe stellt sich naturgemäß dem Tabellenschlusslicht, in diesem Fall dem Kurdischen FC Gießen (sechs Punkte). Doch obwohl fünf Zähler zum rettenden Ufer fehlen, ist die Kampfeslust ungebrochen. »Wir werden alles geben, was in uns steckt. Wir wollen noch einmal angreifen. Deswegen haben sich uns noch ein paar Spieler angeschlossen«, betont Mesut Yenigün. Da in der Einfachrunde vor allem ein Torjäger fehlte, ist die Rückkehr von Cemil Kurt (vom TSV Lang-Göns) ein echter Gewinn. Da Yenigün zudem beruflich eingespannt ist und das Traineramt nur schwer hätte aushelfen können, ist vor allem die Rückkehr seines Neffen von großer Bedeutung. Özcan Alkan, der in der Saison 2017/18 50 Tore für den KFC in der A-Liga schoss, kehrt vom Verbandsligisten TuBa Pohlheim zurück und wird als Spielertrainer fungieren. »Leider fehlen uns viele Defensivspieler. Aber wenn es nicht reichen sollte, bricht hier auch keine Welt zusammen«, so Yenigün.

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