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Sieg in der Crunchtime

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Kampfschwein und Antreiber im 46ers-Spiel: Luis Figge sucht einen Weg am Kirchheimer Jonas Niedermanner vorbei. Foto: Schepp © Schepp

Gießen. Viel Applaus, Luis Figge darf die Humba anstimmen und anschließend große Party: Geht es nach den Fans, regieren weiterhin die Gießen 46ers in der heimischen Sporthalle Gießen-Ost. Und geht es nach den ProA-Basketballern, dann auch. Insbesondere dank eines starken ersten und vierten Viertels behaupteten sich die Lahnstädter auch im vierten Heimspiel der laufenden Saison, ließen auch beim jüngsten 86:

74-Erfolg am Samstagabend die Kirchheim Knights ohne Punktgewinn ins Schwabenland zurückkehren.

Gießen 46ers - Kirchheim Knights 86:74

»Insbesondere bin ich mit unserer Insight Defense zufrieden, die wir unter der Woche intensiv im Training behandelt haben«, zog Headcoach Branislav Ignjatovic nach Spielschluss ein positives Fazit gegen einen Gegner, der »eine hohe BBL-Erfahrung aufweist, weit mehr als die meiner Jungs«, so der Gießener Übungsleiter weiter.

Der sah einen sehr guten, sehr mutigen Beginn seiner Mannschaft. Mit unveränderter Startaufstellung im Vergleich zum letzten Heimsieg über Schwenningen - nämlich mit Jordan Barnes, Luis Figge, Justin Martin, Roland Nyama und Stefan Fundic - legten die 46ers vielversprechend los. In der Verteidigung agierten die heimischen Basketballer aggressiv, schnappten sich dadurch schon früh in der Partie einige Turnover sowie Rebounds. Und auch nach vorn gingen die 46ers zielstrebig zu Werke (5:0, 2.). Bereits nach drei Minuten und fünf Sekunden sah sich Gästecoach Igor Perovic gezwungen, per Timeout einzugreifen. Das Resultat: Alles blieb unverändert, Gießen war weiterhin am Drücker. Stefan Fundic und der sichtlich stabilisierte Roland Nyama erhöhten auf 13:2 (5.), der umtriebige Luis Figge wurde für seinen wiederholt ehrgeizigen Einsatz von den Zuschauern mit viel Applaus belohnt und Playmaker Jordan Barnes zog im Aufbau geschickt die Fäden. Verdient ging es mit 22:16 in die erste Viertelpause.

Nachdem Neuzugang Karlo Miksic zu Beginn des zweiten Akts seine ersten Punkte im neuen Trikot aufs Scoreboard gebracht hatte (24:18, 12.), verloren die Hausherren den Spielfaden. Die nun ruppiger werdende Partie kam den Knights sichtlich entgegen, binnen weniger Minuten wurde der Rückstand nicht nur wettgemacht, sondern sogar in eine eigene Führung umgewandelt (24:28, 16.). Erst Stefan Fundic, der am Ende des Tages mit 14 Punkten und elf Rebounds auf ein Doube-Double kam, wusste den 2:12-Negativlauf aus Gießener Sicht zu stoppen (28:30, 17.). Die Folge war ein stetiger Führungswechsel. Nach der Dreier-Serie von Jordan Barnes, Roland Nyama sowie Karlo Miksic ging es zum Pausentee (40:35).

Der Start in die zweite Halbzeit ging aus Sicht der Gastgeber aber gehörig in die Binsen. Richard Williams egalisierte schnell für die Gäste, die im Anschluss sogar auf 40:44 (23.) davonzogen. Eine Auszeit von »Frenki« Ignjatovic brachte zwar in einer Partie, die immer hitziger und emotionaler wurde, nur kurzfristig Besserung. Auch weil die 46ers zunehmend mit Schiedsrichter-Entscheidungen haderten, zog Kirchheim erneut auf fünf Punkte davon (50:55, 28.). Dennoch: Dank Roland Nyamas Sicherheit von der Freiwurflinie, vier Punkten in Serie von Käpt’n Nico Brauner gegen seinen Ex-Club sowie eines Tip-Ins von Stefan Fundic gingen die Lahnstädter mit knapper 63:58-Führung in die letzte Pause.

Treffsicher jenseits der 6,75m-Linie

Die von Branislav Ignjatovic anfangs angesprochene Defense sollte sich im Schlussabschnitt schließlich als wertvoll erweisen. Nach den Punktgewinnen von Nico Brauner und Luis Figge blieben hüben wie drüben weitere Zähler nämlich aus. Und zwar fast dreieinhalb Minuten lang. Erst Ex-46er Besnik Bekteshi (68:62, 34.) beendete diese punktlose Phase.

Viel näher heran sollten die Kirchheim Knights allerdings nicht mehr herankommen, auch weil sich die Hausherren während der gesamten Partie mit 14 erfolgreichen Versuchen (42 Prozent) als effektiver von der Dreiermarkierung zeigten. Sowohl Justin Martin als auch Jordan Barnes (77:68, 36.) markierten die erste zweistellige Führung seit dem ersten Viertel. Igor Cvorociv setzte schließlich mit einem sehenswerten Dunk das letzte Highlight auf einen Heimsieg, der vor allem dank einer abgezockten Crunchtime zustande kam.

»Wir haben sehr stark angefangen, haben phasenweise allerdings den Rhythmus verloren«, wusste Coach »Frenki« Ignjatovic nach Spielschluss dennoch, den Finger zumindest ein wenig in die Wunde zu legen. »Am Ende sind die Schüsse von Justin Martin und Nico Brauner reingegangen, was unsere Garantie für den Sieg war.«

Gießen 46ers: Barnes (9), Brauner (7), Döntgens (n.e.), Begue (n.e.), Fundic (14), Figge (11), Kahl, Cvorovic (6), Martin (20), Strangmeyer (n.e.), Nyama (9), Miksic (10).

Kirchheim Knights: Nash (10), Williams (16), Flowers (7), Paqarada, Niedermanner (11), Volz (n.e.), Lightfoot (8), Loh (n.e.), Bekteshi (20), Pickett (2).

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