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Sieg von der Freiwurflinie

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Von: Angelika Schepp

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Bleibt nicht nur im Zweikampf mit dem Thüringer Björn Rohwer der strahlende Sieger: 46ers-Kapitän Nico Brauner. Foto: Schepp © Schepp

Gießen. Puh! Noch einmal Glück gehabt. In einem wahren Basketball-Krimi, der erst in der Crunchtime von der Freiwurflinie entschieden wurde, haben sich die Gießen 46ers in der 2. Bundesliga gegen den SC Medipolis Jena durchgesetzt. Nach den nervenaufreibenden 40 Minuten durften die knapp 2200 Zuschauer in der Sporthalle-Ost einen 101:95-Erfolg bejubeln.

Gießen 46ers - Medipolis SC Jena 101:95

Kein Wunder also, dass Roland Nyama nach Spielschluss von einem Befreiungsschlag sprach, »den wir nun nutzen müssen«. Denn die 46ers - für die neben Nyama auch Nico Brauner, Jordan Barnes, Stefan Fundic sowie Justin Martin starteten - hatten sich nach den jüngsten drei Pleiten in Serie viel vorgenommen (4:1, 2.). Die Gäste aus Thüringen, die anfangs noch ein paar Problemchen mit den quirligen Gießenern hatten, benötigten zwar zu Beginn einen Moment, um im Spiel anzukommen, übernahmen dann aber erstmals die Führung (8:10, 4.).

Die Lahnstädter waren zwar heiß auf Punkte, hatten in der Folge aber insbesondere mit der eigenen Disziplin zu kämpfen. So beging Justin Martin nach fünf Minuten bereits sein zweites Foul, nach zwei erfolgreichen Dreier-Würfen durch Jordan Barnes und Nico Brauner gingen die Hausherren aber wieder in Front (17:16, 6.). Das beiderseits munter geführte Spiel, in dem beide Teams defensiv nicht immer sicher standen, überzeugte dafür in der Offensive. Nach einem wahren Dreier-Festival entschied Gießen den ersten Durchlauf mit 27:25 für sich.

Von jenseits der Dreier-Markierung schlich sich zu Beginn des zweiten Quarters aber ein Bruch ein. Während Jena weiterhin hochprozentig traf, punkteten die 46ers nur noch aus der Nah- und Mitteldistanz. So kam es, dass die Gäste durch Vuk Radojicic wieder herankamen (31:31, 12.). Eine Führung blieb dennoch zunächst dem Ignjatovic-Team vorenthalten, deutlicher als vier Zähler beim 40:36 (15.) sollte es aber nicht werden. Stattdessen wendeten die Thüringer wieder das Blatt, dem 44:47 (18.) folgte schließlich der 48:49-Pausenstand.

Schnelle Führungswechsel

Nur fünf Sekunden waren nach dem Seitenwechsel gespielt, da holten sich die 46ers durch Kapitän Nico Brauner die Führung zurück. Diese wechselte in der Folgezeit immer wieder die Farben, die Partie wurde zunehmend hektischer. Zum Glück für die Hausherren: Diese nutzten die aufkeimende Unruhe aufseiten der Jenenser, um zunächst auf 62:57 (24.) und schließlich auf 66:57 (25.) davon zu ziehen - die zu diesem Zeitpunkt höchste Führung im Spiel. Zwar kamen die Gäste nochmals kurz auf, dennoch prangte zum Viertelende eine aus Gießener Sicht immer noch nicht souveräne, dafür aber vergleichsweise deutlichere 75:68-Führung von der Anzeigetafel.

Es war also (mal wieder) alles für einen spannenden letzten Abschnitt angerichtet. Mit seinem ersten erfolgreichen Dreier im dritten Versuch baute Karlo Miksic zunächst den Gießener Vorsprung erstmals zweistellig aus (78:68, 31.), peu à peu robbten sich die Gäste, angeführt vom starken Ex-46er Brandon Thomas, aber immer wieder heran (84:80, 34.). Zwar gelang es den Gastgebern zunächst noch, den Kontrahenten auf Distanz zu halten, spätestens mit dem Anschluss-Dreier von Carlton Guyton (87:85, 36.) war die Crunchtime aber angebrochen. Diese ähnelte einem Spiel auf Messers Schneide. Ob 93:85 oder 93:91: Ein Sieger war bis zum Schluss kaum auszumachen. In dieser Zeit trafen die 46ers aus dem Feld gar nicht mehr - dafür aber von der Freiwurflinie. Acht Treffer an der Zahl sollten am Ende den so wichtigen Heimsieg für die Gießen 46ers unter Dach und Fach bringen.

Gießen 46ers: Barnes (20), Brauner (11), Döntgens (n.e.), Fundic (24), Figge (7), Kahl, Martin (19), Strangmeyer (2), Nyama (6), Miksic (12).

Medipolis SC Jena: Pechacek (11), Guyton (22), Falkenthal (n.e.), Schmitz (2), Rohwer (12), Piescher (6), Fahrensohn, Thomas (21), Haukohl (5), Radojicic (16).

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