1. Startseite
  2. Sport
  3. Lokalsport

Souveräner Auftritt bei gelungener Revanche

Erstellt:

Von: Thomas Suer

FC Gießen schreibt weiter an Erfolgsgeschichte. Gorbunow und Maingad treffen in Stadtallendorf

Stadtallendorf . Der FC Gießen hat sich in der Fußball-Hessenliga erfolgreich für das Aus im Achtelfinale des Landespokals revanchiert. Zehn Tage nach dem 0:1 bei Eintracht Stadtallendorf gewannen die Rot-Weißen diesmal im Herrenwaldstadion mit 2:1 (1:0) und bauten ihre Siegesserie in der Meisterschaft auf acht Dreier in Folge aus. Ungeschlagen ist der Tabellenführer gar seit Mitte August (0:5 bei der U21 der Frankfurter Eintracht).

Eintracht Stadtallendorf - FC Gießen 1:2

Kleine Randnotiz: »Richtiger« Herbstmeister kann die Truppe von Trainer Daniyel Cimen zwar nicht werden, weil die Hinrunde nicht komplett von Spieltag eins bis 19 an einem Stück absolviert wird. Gießen hat zweimal gegen Fernwald, aber noch gar nicht gegen Neuhof gespielt.

Aber der inoffizielle Titel als quasi »Halbzeit«-Meister ist dem FCG schon vor dem Match gegen den FC Erlensee am kommenden Samstag - damit wird die Hälfte der Matches ausgetragen sein - nicht mehr zu nehmen.

»Ich denke, der Sieg ist völlig verdient, allein wenn man das Chancenverhältnis betrachtet. Nach dem Stadtallendorfer Anschlusstor haben wir gefightet und wenig zugelassen«, zeigte sich Coach Cimen sowohl mit dem Ergebnis als auch mit dem Auftritt seiner Mannen zufrieden. Mit den Gießenern setzte sich im Duell zweier Ex-Regionalligisten die Mannschaft mit der reiferen Spielanlage und der besseren Struktur durch. Während die Gäste, die das Personalproblem auf der rechten Abwehrseite mit einem soliden aufspielenden Mert Pekesen lösten, es mit Kombinationsfußball versuchten und damit das Geschehen über weite Strecken im Griff hatten, probierte es die Eintracht häufig ziemlich erfolglos über lange Bälle.

Die erste nennenswerte Offensivaktion verbuchten die Gießener dabei in der zehnten Minute, als der Abschluss von Yassine Maingad zweimal geblockt wurde. Vier Zeigerumdrehungen darauf erlief Angreifer Michael Gorbunow einen zu kurz geratenen Rückpass von Joshua Enobore und scheiterte an Keeper Tolga Sahin - neben Christopher Schadeberg, Andrej Markovic und Ryunosuke Takehara einer von vier Ex-Gießener bei Stadtallendorf. Danach verfehlte der Freistoß von Matheus Beal den Kasten Sahins (16.) und Pekesen wurde bei seinem Solo zu weit nach außen gedrängt (35.), um noch einen relevanten Abschluss hinzubekommen.

In Minute 43 schienen die Hausherren die Situation im Strafraum bereits bereingt zu haben, doch Beal eroberte die Kugel und zog ab, Sahin konnte nicht festhalten. Gorbunow bewies seinen Torriecher und staubte zum 1:0 ab. Beim 2:0 in der 52. Minute zog sich Schiedsrichter Radl den Unmut der Stadtallendorfer zu. Radl stand im Zentrum vor dem Sechzehner ungünstig und den Eintracht-Verteidigern im Weg, sodass Gießens Keanu Hagley leichter als gedacht an den Ball kam und auf Maingad ablegte, der den Zwei-Treffer-Vorsprung sicherstellte. Auf Vorarbeit von Beal versäumte Filsinger frei vor Sahin die Vorentscheidung (60.), ehe die Gießener Defensive den schon geschlagen scheinenden Gegner zurück in die Partie holte. Außerhalb des Strafraums brachte Schlussmann Aleksa Lapcic Kapitän Deniz Vural mit seinem Kurzpass in arge Bedrängnis. Vural verlor das Leder, und der erfahrene Del Angelo Williams überwand Lapcic mit einem Heber aus fast 40 Metern zum 1:2 (66.). »Zu dem Zeitpunkt hatten wir das Spiel total unter Kontrolle und haben zu viel hintenrum gespielt. Da muss Aleksa Lapcic erkennen, da nicht reinzuspielen, weil Deniz Vural Druck hatte. Trotzdem muss ein Mann mit der Erfahrung den Ball halten oder einen Freistoß provozieren«, analyiserte Daniyel Cimen die für Gießen unglückliche Szene.

Stadtallendorf rannte nun an, aber Stock- und Abspielfehler und einige Bälle ins Nichts waren nicht dazu angetan, die Gießener Führung wirklich ernsthaft zu gefährden. Einzig eine Direktabnahme von Williams in der 70. Minute sprang bei den Bemühungen heraus, ansonsten brachte der FCG das 2:1 recht souverän über die Ziellinie, was mal wieder auch wesentlich am 40-jährigen Ruhepol Michael Fink lag.

Gleichwohl Trainer Daniyel Cimen weiter betont, von Woche zu Woche zu schauen, hat der FC Gießen die mit großen Ambitionen in die Runde gestarteten Stadtallendorfer auf satte zehn Zähler im Klassement womöglich dauerhaft distanziert und aus dem Rennen um den Direktaufstieg gekegelt.

Eintracht Stadtallendorf: Sahin - Enobore, Schadeberg, Ofori, Markovic - Heuser, Schütze (66. Bremer), Geisler, Takehara - Sattorov (66. Jura), Williams.

FC Gießen: Lapcic - Pekesen, Kireski, Fink, Mangafic - Hagley, Vural - Filsinger (83. Gärtner), Beal (88. Mahmuti), Maingad - Gorbunow (90.+2 Besso).

Tore: 0:1 Gorbunow (43.), 0:2 Maingad (52.), 1:2 Williams (66.). - Schiedsrichter: Radl (Biebesheim). - Zuschauer: 461.

Auch interessant