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Später Wurf ins Glück

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Von: Nico Hartung

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Hüttenberger Rückhalt: Torwart Leonard Grazioli trägt seinen Teil zum Punktgewinn in Eisenach bei. Foto: Röczey © Röczey

Eisenach. Dem TV Hüttenberg ist am Freitagabend ein bärenstarker Auftritt geglückt. Beim ThSV Eisenach, der zuvor sieben Spiele in Folge gewonnen hatte und auf Tabellenplatz zwei vorgeprescht war, entführte das »Original aus Mittelhessen« beim 29:29 (13:15) einen hochverdienten Auswärtspunkt.

Das Highlight für die Hüttenberger Fans dürfte allerdings, unabhängig vom Ausgang der Partie, bereits vor dem Anwurf festgestanden haben: Kapitän und Sommerneuzugang Timm Schneider stand nach langer Verletzungspause erstmals im Hüttenberger Kader und trug zum ersten Mal seit seinem Abgang im Jahr 2012 in einem Pflichtspiel wieder den TVH-Dress.

ThSV Eisenach - TV Hüttenberg 29:29

Wirklich lange durfte der blau-weiß-rote Anhang seinem Rückkehrer jedoch nicht zujubeln: Nach einem rustikalen Einsteigen gegen Eisenachs Jannis Schneibel wurde Schneider bereits nach 21 Minuten wegen groben Foulspiels des Feldes verwiesen.

Die Gäste legten in der mit 1572 Zuschauern gefüllten Werner-Assmann-Halle los wie die Feuerwehr. Hüttenberg nutzte den Start aus, um gegen die Eisenacher 5:1-Abwehr, die sich zu diesem Zeitpunkt noch überhaupt nicht gefunden hatte, rasch zu einfachen Toren zu kommen. Die Schützlinge von Trainer Johannes Wohlrab trafen alles, bei den Hausherren lief indes noch nichts zusammen.

Folglich war das 6:2, das TVH-Sprungwunder Niklas Theiß nach acht Minuten erzielte, vollkommen verdient. Hendrik Schreiber, nach Schneider der zweite Wiedergenesene im TVH-Dress, sorgte noch für das 8:5 (13.), jedoch war zu diesem Zeitpunkt schon zu merken, dass Eisenach langsam Oberwasser bekam. ThSV-Coach Misha Kaufmann hatte nach zehn Minuten Johannes Jepsen zwischen die Pfosten gestellt, der für seine Vorderleute ein verlässlicherer Rückhalt war als der bis dato glücklose Erik Töpfer. Die Eisenacher Abwehr war nun merklich griffiger, die Hüttenberger Lösungen waren nicht mehr so passgenau wie in der Anfangsphase.

Starker Start

Marko Grgic sorgte für den ersten Ausgleich (9:9, 18.), ehe Schneider nach seinem harten Einsteigen gegen Jannis Schneibel des Feldes verwiesen wurde. Grgic war es auch, der kurz darauf die erste Eisenacher Führung erzielte (12:11), die von den Gastgebern bis zur Pause auf ein 15:13 ausgebaut werden konnte.

Wer nun gedacht hätte, dass die Hüttenberger einbrechen und die favorisierten Eisenacher auf und davon ziehen würden, wurde eines Besseren belehrt. Die Gäste nutzten die Zeit vor dem Seitenwechsel, um noch einmal Kraft für die zweite Hälfte zu tanken, und kämpften sich eindrucksvoll zurück.

Bereits vier Minuten nach dem Wiederanpfiff sorgte Jannik Hofmann für das 16:16. Und nachdem Schreiber wiederum nur vier Minuten später getroffen hatte, waren die Hüttenberger plötzlich wieder mit 20:18 oben auf. Was folgte, war eine Schlussphase, in der sich beide Fanlager vor Aufregung die Fingernägel abknabberten.

Die Begegnung wogte hin und her, beide Mannschaften legten mehrmals vor und glichen ebenso häufig wieder aus. So wie auch ganz zum Schluss: Hofmann, auf dem linken Flügel freigespielt, behielt drei Sekunden vor dem Ende die Nerven und warf zum 29:29-Endstand ein.

Eisenach: Töpfer, Jepsen (ab 10.) - Reichtmuth (2), Hübke, Hangstein (4/4), Ulshöfer, Walz (5), Grgic (5), Hideg, Tokic (4), Mota Sousa, Donker, Schneibel (3), Snajder (3), Weyhrauch (1), Saul (2).

Hüttenberg: Grazioli, Plaue (13.-51.) - Schwarz (2), Kirschner (4), Opitz, Theiß (4), Fujita, Weber (4/1), Zörb (5), Reichl (1), Schneider, Hofmann (3), Klein (1), Schreiber (3), Kuntscher (1).

Schiedsrichter: Scharfe/Kittel (Gosen-Neu Zittau/Neuenhagen) - Zuschauer: 1572 - Zeitstrafen: Eisenach vier (Grgic zwei, Hideg, Tokic), Hüttenberg drei (Klein, Zörb, Kirschner) - rote Karten: Schneider (21., Hüttenberg) wegen groben Foulspiels, Snajder (41., Eisenach) wegen groben Foulspiels.

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