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Spandaus Wunsch als Befehl

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Dansenberg . Es fehle, so hatte es Axel Spandau erst dieser Tage gesagt, mal ein überraschendes Ergebnis. Ein Sieg, den keiner so recht auf dem Zettel hat, Bonuspunkte im Abstiegskampf also sozusagen.

TuS Dansenberg - Dutenhofen/M. 30:31

Offenbar haben sich seine Spieler das zu Herzen genommen. Denn beim TuS 04 Dansenberg setzten sich die Drittliga-Handballer der HSG Dutenhofen/Münchholzhausen durchaus überraschend mit 31:30 (17:13) durch und landeten so den dritten Erfolg in Serie.

Ganz zum Schluss war es zweifelsfrei eine Reifeprobe für die Grün-Weißen. Eine, die sie mit Bravour meisterten. Denn das Spiel, das die Mittelhessen so lange im Griff hatten, war ihnen entglitten, aus einer-Sechs-Tore-Führung war ein Rückstand geworden, das Momentum war gekippt. »Das hat uns bisher in dieser Saison gefehlt. Dass es nicht wieder heißt, das sei eine junge Mannschaft, das könne ja mal passieren. Wir haben diesmal den Kopf oben behalten, gut verteidigt und unsere Chance genutzt«, lobte HSG-Trainer Spandau. Dass sein Team gleich zwei Zähler verbuchte, war freilich auch dem Umstand zu verdanken, dass Linksaußen Leon Bremond Nervenstärke bewies und nach der Schlusssirene per Siebenmeter den 31:30-Siegtreffer erzielte.

Davor hatte Dutenhofen/Münchholzhausen über 46 Minuten hinweg ziemlich viel ziemlich gut gemacht. Freilich, der routinierte Rück- raumantreiber Jan Claussen (zehn Tore) bereitete den Gästen einige Schwierigkeiten. »Aber dafür hatten wir den Rest einigermaßen im Griff«, befand Spandau. Was für die HSG auch die Basis war, um sich nach dem 9:9 (16.) abzusetzen. Gegen die auch im Positionsspiel, insbesondere aber im Rückzug etwas phlegmatischen Dansenberger spielten die Grün-Weißen ihre Geschwindigkeit aus, kamen immer wieder über schnelle Umschaltaktionen zum Erfolg. Bis auf 13:9 (22.) zog die Spandau-Sieben davon, bewahrte diesen Vorsprung bis zum Pausen-17:13.

Und sie machte im zweiten Durchgang genauso weiter. Der Lohn für diesen konstanten und stabilen Auftritt war eine 26:20-Führung nach 46 Minuten. Die Begegnung schien da bereits entschieden. Doch zwei Veränderungen brachten die Grün-Weißen aus dem Takt: Der eingewechselte Torhüter Frederick Lüpke nahm den einen oder anderen Ball weg, die Manndeckung erst gegen Leon Boczkowski sowie dann gegen Lukas Gümbel behagte den Gästen ebenso wenig. Tor um Tor holte Dansenberg so auf, war beim 25:26 (50.) wieder dran und legte beim 30:29 (57.) erstmals seit der Anfangsphase vor. Doch zwei gute Defensivsequenzen ermöglichten, dass erst der bärenstarke Rechtsaußen Tim Rüdiger (neun Tore bei elf Versuchen) per Tempogegenstoß das 30:30 (58.) erzielte - und dann Bremond nach Ablauf der Uhr sogar noch den Sieg eintütete.

Während sich Spandau darüber freute, »dass wir diesen Überraschungssieg gelandet haben«, war sein Gegenüber mächtig angefressen. »Wenn man 45 Minuten ohne Herz und ohne Leidenschaft spielt, reichen auch 15 gute Minuten nicht. Wir haben es über das gesamte Spiel hinweg nicht hinbekommen, das abzurufen, was wir zu leisten in der Lage sind«, haderte Dansenbergs Trainer Frank Müller.

Dansenberg: Fiedler, Lüpke (ab 46.); Dietrich (3), Steinführer (7/3), Dettinger, Holstein (1), Claussen (10), Reitemann, Bösing (4), Ivanov (2), Heringer, Serwinski (3/1), Kurz.

Dutenhofen/Münchholzhausen: Rinn (52. - 57.), Böhne; Gümbel (4), Hoepfner (4), Boczkowski (6), Lindenstruth (1), Belter, Bremond (5/2), Datz (1), Finkeldey, Rüdiger (9), Steinmüller, Okpara (1), Spandau.

Schiedsrichter: Gierke/Konwitschny (Dachau/München) - Zuschauer: 300 - Zeitstrafen: zwei (Steinführer, Reitemann); drei (Lindenstruth zwei, Steinmüller) - Siebenmeter: 7/4:2/2.

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