Speedy Gonzales und ein Tanz-Gott

  • schließen

OBERAU/WOLF - Obwohl Jonas Jacobi nur 1,70 Meter misst, steht er in der Luft wie ein Riese. Seine Sprungkraft und sein exzellentes Kopfballspiel sind weit über die Kreisgrenzen hinaus bekannt. Schließlich spielte der 39-Jährige schon für die Sportfreunde Oberau sowie den SC Viktoria Nidda in der Fußball-Gruppenliga und für den SSV Lindheim in der Verbandsliga.

"Das waren aufregende Jahre, in denen ich tolle Fußballer kennenlernen durfte, die mir viel beibrachten. Heute stehen sie in meiner Traumelf", sagt der in Wolf lebende Defensivspezialist.

Seine schönste Zeit verbrachte Jacobi in Nidda. "Dort spielte ich in einer starken Mannschaft mit netten Kollegen und erlebte eine sensationelle Kameradschaft".

Auf die besten Kicker traf er zweifellos in Lindheim. "Alleine das Training mit Spielern wie Ex-Profi Christian Pospischil oder Sven Ehser brachte mir unheimlich viel." Unter dem Strich sei die Herausforderung für ihn allerdings zu groß gewesen. "Die Verbandsliga war auch aufgrund meines körperlich sehr anspruchsvollen Berufs zu anstrengend für mich", gibt der Metallbauer zu.

Zuletzt trug Jacobi das Trikot seines Heimatclubs KSV Aulendiebach in der Kreisoberliga und dachte schon über ein Karriereende nach. Bis der Anruf von Peter Kuhl kam. Der Spielausschusschef der Sportfreunde Oberau wollte Jacobi unbedingt für die kommende Runde haben - und er bekommt ihn. "Trotz seiner 39 Jahre ist Jonas topfit. Mit seiner Erfahrung und Kopfballstärke soll er die Abwehr als Innenverteidiger stabilisieren und die jungen Spieler führen", erklärt Kuhl die "wichtige Rolle" des Rückkehrers.

Jacobis Motivation, mit knapp 40 ein zweites Mal Gruppenliga für die Sportfreunde spielen zu wollen, ist schnell erklärt: "Der Ehrgeiz hat mich gepackt. Ich will wissen, ob ich es noch mit den vielen jungen Spielern in dieser Klasse aufnehmen kann."

So charakterisiert Jonas Jacobi die Spieler seiner Traumelf (in Klammern die gemeinsamen Vereine):

[figure id="23609723"]

Tor

Andre Böhm (Viktoria Nidda): Dank guter Technik ein immer anspielbarer Torhüter, der sehr stark auf der Linie war. Außerhalb des Platzes überzeugte er als Charmebolzen.

Abwehr

Michael Wolf (Viktoria Nidda): "Linksfuß und Linksfuß" halten natürlich zusammen. Michael war zu meiner Zeit in Nidda der Ruhepol der Mannschaft und ein bärenstarker Verteidiger.

Niklas Hein (Viktoria Nidda): Ein sehr guter Innenverteidiger und der Sunnyboy des Teams. Gegen Niklas spielte kein Stürmer gerne.

Christoph Pilch (Viktoria Nidda und SSV Lindheim): Christoph war mit einer der stärksten Innenverteidiger, mit dem ich in einer Mannschaft spielen durfte. Ein absolutes Kopfballungeheuer. Jetzt geht er seinen Weg als Co-Trainer bei Hessenligist Türk Gücü Friedberg.

Travis Parker (SSV Lindheim): Als rechter Verteidiger schneller als Speedy Gonzales. Sein Problem: Manchmal war er allerdings auch schneller als der Ball.

Mittelfeld

Sven Ehser (SSV Lindheim): Ein brillanter Spieler, der früher für Eintracht Frankfurt II in der Regionalliga kickte und mir während meiner Verbandsliga-Zeit beim SSV Lindheim immer mit Rat und Tat zur Seite stand.

Mirko Vollrath (KSV Aulendiebach): Einer der ersten Mannschaftskameraden, mit dem ich im Seniorenbereich zusammenspielte. Wir verstanden uns nicht nur auf dem Platz, nach dem Spiel ging der Spaß vor der Theke weiter.

Mirco Geyer (Viktoria Nidda): Ein super Fußballer. Technisch stark und ein prima Auge für den freien, anspielbaren Teamkollegen.

Sturm

Christoph Werner (Sportfreunde Oberau und KSV Aulendiebach): Zu seiner Spielertrainerzeit in Aulendiebach der "fitteste Mann" der Kreisoberliga und trainingsschnellster Mann im Sprintlauf zur Theke. Ein vorbildlicher Kamerad, der zu seinen Glanzzeiten ein sehr antrittsschneller Stürmer war, der nicht umsonst ein Zweitliga-Spiel für den 1.FC Kaiserslautern absolvierte. Ich freue mich, dass er in der kommenden Saison mein Co-Trainer bei den Sportfreunden Oberau ist.

Daniel Kristek (KSV Aulendiebach): Früher - mit weniger Bauchumfang und weniger Kilos im Gepäck - ein super Stürmer. Und ein Tanz-Gott, das zeigte er immer wieder nach unseren Spielen im Sportheim.

Manuel Kristek (KSV Aulendiebach): Ein "harter Hund" auf dem Spielfeld, aber immer fair. Zum Glück musste ich nie gegen ihn spielen.

Trainer

Daniel Steuernagel (Viktoria Nidda und SSV Lindheim): Von ihm habe ich das Fußballspielen - unter anderem in der Viererkette - richtig gelernt. Daniel ist ein sehr ehrgeiziger Mensch.

Joker

Steffen Klotzbücher (SSV Lindheim): Steffen kannte im Spiel weder Freund noch Feind, sprang auch den eigenen Kollegen in den Rücken. Frei nach dem Motto: Wenn er Tormann ruft, bring dich in Sicherheit.

Janik Baist (KSV Aulendiebach): Ein prima Fußballer. Hat im Umgang mit den Schiedsrichtern leider eine sehr kurze Zündschnur.

Daniel Bauer (KSV Aulendiebach): Daniel ist ein laufstarker und zuverlässiger Spieler - zudem ein super Mannschaftskamerad.

Ronny Steinbeck (Viktoria Nidda): Ein prima Spieler mit kurzen Beinen, in denen aber sehr viel Kraft steckt.

Zur Serie

In unserer Lokalsportserie "Meine Traumelf" stellen Fußballer eine Mannschaft aus Spielern zusammen, auf die sie in der Regel während ihrer aktiven Zeit getroffen sind. Dabei muss es sich nicht nur um Mitspieler handeln - es können auch Gegner sein, die in Erinnerung geblieben sind. Heute: Teil 15 mit Jonas Jacobi. (tf)

Das könnte Sie auch interessieren