»Spiel kam zu mir«

Hüttenberg (niha). Es war der Abend des Ian Weber! Daran, dass der 22-Jährige trotz seines jungen Alters ein emotionaler Leader ist und seine Mitspieler mit gelungenen Aktionen, lautstarken und stets positiven Anfeuerungsrufen mitzureißen weiß, hat man sich beim TV Hüttenberg längst gewöhnt. Darüber hinaus avancierte der gelernte Mittelmann, der derzeit vor allem im rechten Rückraum zum Einsatz kommt, zum Torjäger mit traumhafter Wurfquote:

Zwölf Würfe hatte Weber beim 33:29-Heimsieg über den TuSEM Essen am Mittwochabend abgefeuert und ebenso häufig hatte der Student der Sportwissenschaften an der Goethe-Uni Frankfurt dabei ins Schwarze getroffen.

Am Sonntagnachmittag (Anwurf: 17 Uhr) gastiert Weber mit dem TV Hüttenberg zum letzten Zweitliga-Spiel des Jahres beim ASV Hamm-Westfalen - ein Spitzenspiel!

Ian, nach den beiden Niederlagen gegen Emsdetten und Rostock haben Sie gemeinsam mit ihren Mitstreitern gegen Essen eine tolle Reaktion gezeigt. Wann war der Moment, in dem Sie gemerkt haben, dass Ihnen an diesem Abend alles gelingt?

Man muss dazu sagen, dass wir auch gegen Rostock schon gute Momente hatten. Die sind eine Spitzenmannschaft, die das Spiel sechs gegen sieben perfektioniert haben, da war in der zweiten Halbzeit die Luft raus, weil wir im Rückraum im Prinzip mit vier Spielern durchbrennen müssen. Gegen Essen hatten wir uns vorgenommen, im letzten Heimspiel noch einmal alles zu geben. Ich habe dann eigentlich schon nach meinem ersten Wurf gemerkt, dass es läuft, und hatte natürlich auch oft das Glück, toll freigespielt und von sechs Metern zum Abschluss zu kommen. Das Spiel kam zu mir.

An Heiligabend und den beiden Weihnachtsfeiertagen entspannt sich der Otto Normalbürger. Als Zweitliga-Handballer, dessen Team am 26. Dezember ein Spitzenspiel vor der Brust hat, sieht Ihre Feiertagsplanung sicherlich etwas anders aus…

Wir haben bereits am Donnerstagmorgen eine lockere Rehabilitationseinheit gemacht. An Heiligabend selbst haben wir dann komplett frei und jeder fährt zu seiner Familie, das ist schon wirklich ein großes Privileg in unserem Sport. Am ersten Weihnachtsfeiertag trainieren wir ab 15.30 Uhr und am Sonntag fahren wir ab 12 Uhr nach Hamm, wobei ich mit ein paar Kollegen schon zwei Stunden vorher ein Maximalkrafttraining absolvieren werde.

Was erwartet den TVH in der Westpress-Arena?

Ich habe ihr DHB-Pokal-Match gegen den SC Magdeburg am Dienstag gesehen (26:31, Anm. d. Red.), das hat mich beeindruckt. Hamm ist eine absolute Topmannschaft, die auf jeder Position doppelt stark besetzt ist. Dort etwas holen zu wollen, wird brutal schwer. Aber wir fahren in der Underdog-Rolle hin, die uns lieber ist, als wenn Du auswärts der Favorit bist. Wir werden alles geben und dann schauen wir, wozu es reicht.

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