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»Spiele zur Not auch im Tor«

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Frankfurt (pep). Am Donnerstag hat Eintracht Frankfurt Luca Pellegrini (23) den Medien vorgestellt. Der Neuzugang von Juventus Turin ist ein freundlicher junger Mann, durchaus selbstbewusst. Und bereit, die neue Herausforderung anzunehmen - und wird wohl schon gegen den 1. FC Köln am Sonntag in der Anfangsformation stehen. »Ich muss zwar die Spielart erst kennenlernen, aber mein Ziel ist es, immer bereit zu sein«, sagte er.

Entscheiden müsse natürlich der »Mister«, also der Trainer. Die Position, ob linker Verteidiger oder linker Mittelfeldspieler, sei dabei nicht so wichtig. »Und wenn der Trainer sagt, er braucht einen Torwart, spiele ich zur Not auch im Tor.«

Die sportliche und menschliche Integration soll im Schnelldurchlauf klappen. Seit Mittwoch steht er mit den Kollegen auf dem Platz, alle Mitglieder des Teams habe er inzwischen kennengelernt. Die italienische Seite der Stadt hat ihm Landsmann Franco Lionti, Institution in der Kabine und zufällig großer Juve-Fan, auch schon nähergebracht. Seine Stärken lägen in der Defensive, glaubt er, »aber ich habe auch offensive Eigenschaften.«

Dass die neue Saison mit der Eintracht eine große Herausforderung wird, hat er erkannt. In Frankfurt herrscht wegen der noch immer vielen unklaren Personalien eine permanente Unruhe, die mit dem durchwachsenen Saisonstart alleine nicht zu erklären ist. Sportvorstand Markus Krösche musste erkennen, dass der Europapokalsieg zwar wirtschaftlich weitergeholfen hat, die Planungen aber nicht leichter geworden sind.

Krösche muss Tag für Tag abwarten, ob nicht noch weitere Spieler abspringen. Zuletzt war neben Djibril Sow (Newcastle United) auch Evan Ndicka (AC Milan) umworben. Der Vertrag des Franzosen läuft nächstes Jahr aus, nur jetzt könnte die Eintracht noch eine Ablösesumme erhalten. Doch nach den Abgängen von Filip Kostic und Martin Hinteregger wäre ein Verkauf von Ndicka ein weiterer sportlicher Rückschlag. Schon jetzt herrscht große Abwehrnot, verstärkt durch Verletzungen einiger Spieler.

Dass der Europapokalsieg schnell Vergangenheit sein würde, folgt zwangsläufig aus dem dichtgedrängten Kalender. Dass die Europapokalsieger-Mannschaft aber so schnell aus den Angeln gehoben würde, war so nicht zu erwarten. Mit aktuell neun Abgängen und neun Zugängen hat es einen ungewöhnlich großen Umbruch gegeben. Eigentlich müsste Krösche dringend einen rechten Verteidiger holen. Eigentlich müsste er einen weiteren Innenverteidiger holen, bei Ndickas Abgang sogar zwei. Eigentlich dürfte Krösche den Franzosen Junior Dina Ebimbe aus Paris nicht holen, weil aktuell kein Bedarf eines weiteren Mittelfeldspielers besteht. Eigentlich.

Bei all den Fragen gibt es berechtigte Hoffnungen, dass sie in den nächsten Tagen noch vernünftig beantwortet werden. Krösche und Glasner haben eine ähnlich schwierige, aber anders geartete Situation, vor einem Jahr gemeistert. Der Trainer hat den da schon abwanderungswilligen Kostic auf Kurs gebracht und eine Spielweise ohne Amin Younes und Andre Silva etabliert, die sich als erfolgreich herausgestellt hat. Der Manager hatte mit Lindström und später Knauff Volltreffer gelandet. Eine Garantie, dass dies Jahr für Jahr gelingt, gibt es freilich nicht.

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