Sportwoche unter der Lupe: Wenn der lose Lorbeer welkt

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Ist eine Auslosung berechenbar? Oder wie ist das mit dem Zufall? Wie (an)gespannt die Offiziellen und Spieler des FC Gießen das Prozedere der DFB-Pokalauslosung verfolgt haben, ist nicht gewiss, aber dass der KSV Baunatal in der 1. Hauptrunde auf den VfL Bochum trifft, wird doch für einige Erleichterung beim Regionalligisten gesorgt haben. Hätte ja auch Borussia Dortmund sein können.

Oder Bayern München. Oder die Frankfurter Eintracht. Nichts gegen den Traditionsverein VfL Bochum, aber vielleicht wäre bei einer Ziehung des Loses KSV Baunatal gegen Bayern München in der FC-Zentrale der Fernseher durchs Fenster geflogen. So dürfte es bei einem leisen Zähneknirschen geblieben sein, auch wenn, Bochum hin oder Bayern her, die Antrittsprämie von 159 000 Euro in der Kasse fehlt.nDas ist aber nicht das Einzige, was fehlt. Beim FC Gießen fehlt es auch immer noch an Spielern, wie die Präsentation in Watzenborn-Steinberg zeigte. Gastspieler waren bereits am Montag zugange, die viel zitierten Automatismen allerdings einzustudieren, zumal auch der Stamm durch den Aufstieg in die Regionalliga sich taktisch umgewöhnen muss, das bedarf doch erheblich längerer Zeit, als wenn auf den letzten Drücker noch Akteure rekrutiert werden. Eine schwierige Aufgabe, die Franz Gerber da hat. Und wenn man Daniyel Cimen nur ein wenig kennt, ist zu erahnen, dass die FC-Verantwortlichen froh sein können, diesen Trainer zu haben. Cimen weiß zwar klar, was er will, ist aber ein kein Haudrauf. Die Situation zum Trainingsauftakt ist alles andere als erfreulich.nWie der Vater, so der Sohn: Während Franz Gerber fern der Münchner Heimat in Mittelhessen angeheuert hat, kam zeitnah auch die Meldung, dass sein Spross Fabian Gerber in Amt und Würden ist. Der ehemalige Profi steigt beim Bundesliga-Absteiger 1. FC Nürnberg ein. nApropos Absteiger. Den Gießen Golden Dragons hat - im Gegensatz zu den Fußballkollegen vom FC Gießen - die neue Heimstatt kein Glück gebracht. Für den Zweitligisten hagelt es Niederlagen, ob auswärts oder vor der aufgepeppten Sitztribüne in Wieseck. Die Truppe von Michael Anderl ist in dieser Saison auf desaströse Art und Weise chancenlos, sodass den Verantwortlichen nur der Verweis bleibt, aber die Jugend sei ja erfolgreich. Und eine Liga tiefer wird es für die Dragons dann auch wieder finanziell einfacher, heißt es aus dem Umfeld.nSo ist das im Sport - wie im richtigen Leben. Ein einziges Auf und Ab. Der Lorbeer von gestern verwelkt rasch. Der Schaden von vorgestern kann aber ebenso rasch behoben werden. Zumindest gefühlt, wenn zum Beispiel anstelle von Dortmund doch "nur" Bochum zugelost wird.

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