Sportwoche unter Lupe: Trikots und Denkanstöße

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NIDDA - Kreis-Anzeiger-Sport-Fotografen sind besonders am Wochenende viel beschäftigt und gern gesehene Gäste – vor allem auf den heimischen Fußballplätzen und selbstverständlich immer hautnah am Geschehen. Manchmal schreibt die Tournee der Herren der großen Teleobjektive durch Wetterau und Vogelsberg ihre eigenen Geschichten, vor allem, wenn die Stippvisiten nicht ganz so glatt wie gewöhnlich verlaufen.

Just in Eichelsdorf angekommen, konstatierte der routinierte „erg“, dass die erwartungsfrohen Kreisoberliga-Spitzenkräfte der FSG Ober-Schmitten/Eichelsdorf ein Viertelstündchen vor Anpfiff mutterseelenallein auf dem Grün des Niddaer Stadtteils ihre Warmmachübungen zelebrierten. Wo bitteschön sind die Mannen der SG Nieder-Mockstadt/Stammheim – fehlt der Gegner noch, steht das Spiel etwa auf der Kippe? So lauteten die Gretchenfragen. Bei bewölktem Himmel und leichtem Nieselregen lag die Vermutung nahe, dass die Kumpane von Torjäger Sascha Bingel ganz einfach noch in den Katakomben weilten, um trockenen Fußes – zusammen mit Schiedsrichter Alexander Pächthold aus Staufenberg – pünktlich zum Anpfiff die Arena zu betreten. Weit gefehlt, denn den Mockstädtern fehlten ihre angestammten Lieblingstrikots. Die wurden schlicht und ergreifend vergessen. Der Kleiderkammer-Chef soll diesmal nicht König Fußball gehuldigt haben, sondern sich von den Maschinen auf dem großen Stammheimer Traktortreffen beeindrucken lassen. Doch die ungeliebten (Ersatz-)Leibchen aus der Gastgeber-Truhe waren keine Alternative. Ein motorisierter Bote war zur flugs Stelle und brachte die knallrote Ausrüstung. Der Unparteiische und die rund 100 Fans am Rande der Bande waren geduldig und mit einiger Verzögerung sollte es schließlich losgehen. Für die SG Nieder-Mockstadt/Stammheim endete das Intermezzo mit einem Punktgewinn, der die Siegesserie der Ober-Schmitten/Eichelsdorfer jäh unterbracht. Ob die Trikot-Nachlieferung auch zukünftig ein gutes Omen für die Elf aus dem Florstädter Beritt ist, ist nicht bewiesen, denn Pünktlichkeit und ein Koffer voller Trikots sind eine Zier.

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Der Startschuss zur Tischtennis-Saison in heimischen Gefilden fällt an diesem Wochenende. Traditionell geht vor der Meisterschaftsrunde der große Kreismeisterschaftsreigen über die Bühne. Doch irgendwie kommen die Damen und Herren nicht so richtig in die Pötte: Waren es vor Jahresfrist noch 140 Aktive, die sich in die Meldelisten eintrugen und für eine Minus-beteiligung sorgten, so musste der emsige Kreisbeauftragte Thomas Altvater und der organisierende TTC Höchst/Nidder zur Kenntnis nehmen, dass es noch eine Stufe weiter hinunter in den Keller gehen kann. Nur 109 Teilnehmer sorgten für einen neuen Tiefpunkt. „Einzel-Turniere sind für die meisten Aktiven allem Anschein nach nicht attraktiv genug. Viele sind auch froh, wenn sie die Runden-Spieltermine mit der Mannschaft zeitlich wahrnehmen können“, liefert Kreisjugendwart Holger Thösen einen Erklärungsversuch. „Ich gehe davon aus, dass wir auch bei den Nachwuchs-Kreismeisterschaften einen ähnlichen Einbruch erleben werden. In der heutigen Zeit gibt es für die meisten zu viele Termine im Sportkalender. Hier heißt es dann in punkto Teilnehmerzahl kleinere Brötchen zu backen“, fügt der Trainer und Aktive in Reihen des TV Gedern an. In anderen Bundesländern werde bei Turnieren oft keine Geschlechtertrennung vorgeschrieben. Hier würden die Konkurrenzen nur nach TTR-Leistungspunkten eingeteilt. Egal ob Damen, Herren oder Nachwuchsspieler. „Das ist aus meiner Sicht die fairste Lösung. So hat man auch überall ordentlich besetzte Konkurrenzen mit höherem sportlichem Stellenwert. Nur für die ganz jungen Jahrgänge sind separate Ligen nötig, um Alter und Körpergröße gerechter zu werden. Nicht alle sind Toptalente. Dies habe ich dem HTTV-Vorstand nun noch einmal mitgeteilt und um Änderung des Turnier-Systems gebeten. Ob hier allerdings etwas geschieht, ist mehr als fraglich“, sagt Thösen. Doch der Funktionär ist auf dem richtigen Weg: Ohne Querdenker und Visionäre wie Holger Thösen stoßen Verbesserungsvorschläge bei den Verbandsoberen wohl weiterhin auf taube Ohren. Foto: fotalia

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