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Startschuss für Pilotprojekt

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Von: Rüdiger Dittrich

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Gemeinsam packen sie es an: MTV-Geschäftsführer Mario Bröder, FSJler Nelio Alpsoy und Kreisfußballwart Henry Mohr auf dem MTV-Gelände. Foto: Dittrich © Dittrich

Nelio Alpsoy ist hessenweit einer von zwei FSJlern in Sachen Fußball

Gießen . Auf dem Lebenslauf hat er unter »Sonstiges« das Hobby Fußball angegeben - und das als 19-Jähriger bereits mit einer sehr illustren Vita: SG Kinzenbach, TSG Wieseck, FC Gießen und SV Wehen Wiesbaden lauten seine Stationen, 13 seiner 19 Lebensjahre kickt er schon leidenschaftlich gerne (und gut), ist gerade in die 1. Mannschaft des Verbandsligisten FC TuBa Pohlheim gewechselt, wo er sich nach Verletzung langsam ranarbeitet.

Nicht nur rein sportlich hat Nelio Alpsoy den perfekten Lebenslauf für seinen Job, den er jetzt, nach seinem Abi an der Gießener Herderschule, ein Jahr lang ausüben wird. »Ich wollte nach der Schule erst einmal etwas Praktisches machen, gerne was mit Fußball«, beschreibt er das anstehende Jahr, das ihm zur Überbrückung und Orientierung dienen soll. Seit 1. September ist Alpsoy ein Pionier in Sachen Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ). »Ich habe die Anzeige gesehen und gleich gedacht, das wäre das Richtige für mich«, freut sich Alpsoy.

Denn er ist gemeinsam mit einem jungen Kollegen im Hochtaunuskreis der erste FSJler, der sein Engagement im Dienste des Kreisfußballs respektive Jugendfußball antritt. Denn natürlich ist er nicht der erste junge Mensch, der ein Freiwilliges Soziales Jahr in Sport- oder Vereinsstrukturen absolviert, aber einer der ersten, der in dem Pilotprojekt im Dreieck Fußballkreis, Hessischer Fußball Verband und Schule(n) arbeitet.

Grundsätzlich federführend ist dabei die Turnjugend Hessen, die wiederum das mit Leben füllt, was der Deutsche Fußball Bund für eine nachhaltige und intensivere Jugendarbeit als Zukunftsprojekt in Angriff genommen hat: Mit Vereinen in Schulen gehen, aber auch in Fußball-AGs der Schulen Kinder für Vereine zu gewinnen.

Dass Henry Mohr also beim Gespräch im Büro des MTV 1846 Gießen mit am Tisch sitzt, ist kein Zufall. »Als die Idee aufkam, einen FSJler quasi über den Fußballkreis unterstützend einzusetzen, haben alle dafür gestimmt«, sagt der Kreisfußballwart, um augenzwinkernd hinzuzufügen, dass »ja jeder weiß, dass wir in Gießen immer offen sind, wenn es um neue Ideen oder Innovationen geht, die den Fußball voranbringen können.«

Dass Nelio Alpsoy, der in Heuchelheim wohnt, seine Dienststelle im Heegstrauchweg hat, hat mehrere (pragmatische) Gründe. Zunächst einmal ist der hauptamtliche MTV-Geschäftsführer Mario Bröder mit den Gepflogenheiten des FSJ vertraut, hat bereits einige junge Leute als Vereinsmitarbeiter ihr Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren lassen, zum anderen liegt das Gelände des größten Gießener Sportvereins denkbar zentral und darüber hinaus hat Nelio Alpsoy einen Teil seiner Arbeit direkt vor der Tür. So unterstützt er den Fußball-Lehrer-Trainer der Liebigschule, Thomas Rink, bei Sichtung und Förderunterricht auf dem MTV-Sportplatz. Außerdem ist der junge Mann auch schon als als unterstützender Co für die MTV-F-Jugend im Einsatz.

»Das ist aber nur eine Jugend, wo es zeitlich gepasst hat, grundsätzlich ist er für den ganzen Kreis und natürlich hauptsächlich für Schulen zuständig, soll da die AGs leiten«, erläutert Mohr.

Das wird er dann können, wenn er seine C-Lizenz Mitte Oktober absolviert hat, die im FSJ ebenso inkludiert ist wie fünf weitere Lehrgänge, die er absolvieren wird. Und die ihn nach Frankfurt, Wetzlar und zum Abschluss an den Edersee führen werden. Auch die Lizenz für Breitensport nimmt er dabei in Angriff. Der 19-Jährige werde mit »seinen ganzen Lizenzen im Bereich Kinder- und Jugendarbeit für die Zukunft gut aufgestellt sein«, weiß denn auch FSJ-Ziehvater Bröder. Vom Fußballverband wird Nelio Alpsoy noch mit Laptop und Trainingskleidung ausgestattet, Kontakte wie jene zur Brüder-Grimm-Schule sind hergestellt, weitere sollen folgen. »Ich denke nach den Herbstferien hat er die C-Lizenz, weitere AGS und dann geht es richtig los«, sagt Bröder. Und Mohr freut sich über die Initative, die »uns hoffentlich auch im Jugendfußball, auch im Mädchenbereich im Übrigen, Aufschwung geben wird.«

Noch ist es ein Modellprojekt, aber eins, das perspektivisch einiges erwarten lässt. Und Nelio Alpsoy? Der freut sich auf die vielfältigen Möglichkeiten, die sich ihm bieten, 25 Tage Urlaub, ein FSJ-Gehalt und vor allem darauf, »Spaß zu haben, Spaß zu vermitteln und viele Erfahrungen zu sammeln, gute und vielelicht auch mal schlechte, all das gehört dazu.«

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